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„Radfahren ist die schönste Form der Fortbewegung“

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Das Handwerk kann auch ohne Auto auskommen. Tischlermeister Sönke Meins zum Beispiel ist fast ausschließlich mit dem E-Bike oder Lastenrad unterwegs. Nur beim Ausliefern muss der Möbelbauer mit dem Transporter los. ​​​​​​​

Radfahren ist die schönste Form der Fortbewegung

„Radfahren ist die schönste Form der Fortbewegung“

„Auf manchen Kundentermin freue ich mich richtig. Wenn ich eine schöne Fahrt durchs Grüne vor mir habe – das ist für mich wie ein Kurzurlaub“, sagt Tischler Sönke Meins. Sein Spezialgebiet ist der Möbelbau, seine Werkstatt ist in Hamburg-Wandsbek. Von hier aus radelt er zur Kundschaft nach Harvestehude oder Eimsbüttel und sogar bis nach Altona. Denn um das Aufmaß zu nehmen, reichen Laser, Zentimetermaß, Stift und Papier – und das passt in eine kleine Fahrradtasche. Sönke Meins liebt es, auf zwei Rädern unterwegs zu sein: „Wenn ich ankomme, bin ich frisch im Kopf. Vor allem fahre ich an jedem Stau vorbei und muss keine Zeit für die Parkplatzsuche einplanen. Suchen Sie mal in Eimsbüttel einen Parkplatz!“ Und schneller als mit dem Auto sei er in vielen Fällen auch. Ein echter Gamechanger war für ihn das E-Bike: „Ich will mit dem Fahrrad flott fahren, aber natürlich nicht verschwitzt und mit rotem Kopf beim Kunden ankommen. Mit dem E-Bike schafft man richtig Tempo, bleibt aber trotzdem völlig entspannt. Für mich ist Radfahren die schönste Form der Fortbewegung.“

Per Lastenrad zum Baustoffhandel

Seinen Transporter braucht Sönke Meins vor allem zum Ausliefern von Küchen, Tischen, Regalen und Co. Wenn kleinere Reparaturen zu erledigen sind, nutzen er und seine Azubis das Lastenrad. Denn zwei Kisten für Werkzeug und Material passen dort locker rein. Fehlen Nägel, Schrauben oder Lack, geht’s damit auch in den Baustoffhandel. Für längere Strecken nutzt der Tischler das Lastenrad aber nicht: „Ich würde gerne häufiger damit fahren. Aber oft sind Radwege zu schmal oder in einem miesen Zustand. Die Wege werden besser, aber es ist noch viel Luft nach oben.“

Aufs Radfahren gekommen, ist UmweltPartner Meins aus ökologischen Gründen: „Für mich steht Klimaschutz ganz vorne. Wir müssen jetzt Gas geben.“ Deshalb hat er auch seine Werkstatt und das angeschlossene Wohnhaus auf Energieeffizienz getrimmt. Alle Gebäude sind bestens gedämmt. Es gibt eine Solarthermie-Anlage mit effizienten Vakuum-Röhrenkollektoren. Mit dem Strom von den Photovoltaikanlagen betreibt er seine Maschinen und lädt sein Lastenrad. Etwa 60 Prozent des gesamten Strombedarfs kann er mit Sonnenenergie vom Dach decken. Die Holzreste aus der Werkstatt werden im Winter im Feststoffofen verbrannt. Und die Abwärme der Abgasführung wird per Wärmetauscher für die Warmwasserbereitung genutzt. „Es ist nicht schwer, ökologisch zu arbeiten. Viele Dinge tun überhaupt nicht weh. Ich brauche im Winter nur ein ganz kleines bisschen Gas. Alles andere läuft im Kreislauf.“

Prämien für Azubis, die aufs Fliegen verzichten

Den Umweltgedanken lebt Sönke Meins in seinem Betrieb, aber auch privat. Flugreisen gibt’s nicht mehr, das private Auto hat er abgeschafft und beim Wocheneinkauf im Supermarkt achtet er auf einen „vernünftigen Konsum“. Seine zwei Azubis hält er schon mal mit einer Prämie vom klimaschädlichen Fliegen ab: „Im vergangenen Jahr haben meine Azubis jeweils einen Akkuschrauber bekommen, wenn sie dafür auf eine Flugreise verzichten. Wir brauchen überall ein Umdenken. Und wenn solche Anreize helfen, dann setze ich sie.“

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