1.11.2019 bis 31.3.2020 Hamburger Winternotprogramm für obdachlose Menschen 2019/20

Vom 1. November 2019 bis zum 31. März 2020 stellt Hamburg für obdachlose Frauen und Männer 780 zusätzliche Schlafplätze in Gemeinschafts­unterkünften als Schutz vor Erfrierung in frostigen Nächten zur Verfügung. Die Übernachtung kann anonym in Anspruch genommen werden und ist kostenlos. Die nachfolgenden Informationen richten sich an jene Menschen, die das Winternotprogramm in Anspruch nehmen.

Hamburger Winternotprogramm für Obdachlose 2019/20


Kapitelübersicht

Wo melde ich mich?

Das Winternotprogramm ist ein staatliches Angebot zur Gefahrenabwehr bei kalten Tagen mit frostigen Nächten. Es richtet sich ausschließlich an obdachlose Menschen in Hamburg, die kostenlos und auf Wunsch anonym eine Übernachtung suchen und über keine sonstigen Möglichkeiten zur Unterkunft oder zur anderweitigen Selbsthilfe verfügen. 

Platzvermittlung
Wenn Sie einen Schlafplatz brauchen, können Sie sich direkt an einen der beiden Übernachtungsstandorte von fördern & wohnen in der Friesenstraße 22 (Tel.: 040-42835-3749) oder im Kollaustraße 15 (Tel.: 040-52 10 27 624) melden, sobald diese geöffnet haben. 

Kirchengemeinden
Wenn Sie einen der Schlafplätze in den Wohncontainern der Kirchengemeinden und Hochschulen erhalten wollen, können Sie sich an folgende Einrichtungen wenden:

  • Montag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr : Diakonie-Zentrum für Wohnungslose, Bundesstraße 101, 20144 Hamburg (U2 Christuskirche), Telefon: 40 17 82 11
  • Ab 16 Uhr und am Wochenende: Bahnhofsmission Hauptbahnhof, Steintorwall 20, 20095 Hamburg, Telefon: 39 18 44 00
  • für obdachlose Frauen: Mo./Do./Sa./So. 14 bis 19 Uhr und Mi. 10 bis 15 Uhr: Tagestreff „Kemenate”, Charlottenstraße 30, 20257 Hamburg (U2 Emilienstraße), Telefon: 4 30 49 59

Im Winter muss niemand auf der Straße übernachten! Wenn sich vor oder nach Ihrer Aufnahme in den oben genannten Standorten von fördern & wohnen herausstellen sollte, dass Sie keinen Anspruch auf einen Schlafplatz haben, wird Ihnen dort der nächtliche Aufenthalt in der Wärmestube in der Hinrichsenstraße 4 angeboten.

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Wo ist mein Schlafplatz?

Friesenstraße 22
400 Schlafplätze befinden sich in einem Gebäude von fördern & wohnen in der Friesenstraße 22, 20097 Hamburg. Sie stehen täglich von 17 Uhr bis 9.30 Uhr zur Verfügung. 

So kommen Sie zur Unterkunft: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren Sie bis zur S-Bahn Station Hammerbrook. Von dort sind es rund zehn Minuten Fußweg (HVV-Fahrplan | Stadtplan).

Personen mit Hunden können im Pik As (Neustädter Straße 31a, 20355 Hamburg) Schlafplätze erhalten.
Außerdem besteht für Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer die Möglichkeit, ihren Hund kostenlos nachts im Tierheim Süderstraße 399, 20537 Hamburg, unterzubringen und morgens wieder abzuholen. Das Tierheim befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Schlafplätzen in der Friesenstraße 22, 20097 Hamburg.

Kollaustraße 15
Rund 250 Schlafplätze werden von fördern & wohnen in Container-Modulhäusern in der Kollaustraße 15, 22529 Hamburg angeboten. Sie stehen täglich von 17 Uhr bis 9.30 Uhr zur Verfügung. 

So kommen Sie zur Unterkunft: Mit den Buslinien 5,22, 39 und 281 fahren Sie bis zur Haltestelle Siemersplatz. Von dort sind es rund fünf Minuten Fußweg (HVV-Fahrplan | Stadtplan).

fördern & wohnen bietet vom Standort Friesenstraße in den Abendstunden einen einmaligen Bus-Shuttle zur Kollaustraße an. Die dort Übernachtenden können in den Morgenstunden einen Bustransfer zurück in die Innenstadt nutzen. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie am Standort in der Friesenstraße.

Weitere Plätze
Circa 130 Schlafplätze waren zusätzlich in Wohncontainern über das ganze Stadtgebiet verteilt: Bei Kirchengemeinden, bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und bei der Evangelischen Hochschule für Sozialpädagogik beim Rauhen Haus.

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Lassen Sie sich beraten

In Winter 2019 / 2020 gibt es wieder Sozialberatung im Winternotprogramm. Damit helfen wir Ihnen, einen Weg aus der Obdachlosigkeit zu finden. Nutzen Sie die Zeit im Winter, um Ihre Lage zu klären und nehmen Sie die Hilfe an. Sprechen Sie mit den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern im Winternotprogramm und lassen Sie sich helfen. 

Um für Sie einen Platz in einer Wohnunterkunft finden zu können, müssen Sie Ihre Ansprüche auf Sozialleistungen im Jobcenter, Kleine Reichenstraße 2, prüfen lassen. Personen mit Anspruch auf öffentliche Unterbringung sollen sukzessive in Wohnunterkünfte ziehen.

Personen ohne Ansprüche auf Sozialleistungen können nicht öffentlich-rechtlich untergebracht werden. Sie erhalten eine Perspektivberatung in den beiden städtischen Übernachtungsstandorten des Winternotprogramms, unterstützt durch die Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger / plata (siehe unten). 

Zu Ihrem Schutz vermitteln Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den beiden städtischen Übernachtungsstandorten des Winternotprogramms eine Tuberkuloseuntersuchung beim
Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt Gesundheit, Tuberkulosebekämpfung und Patientenbetreuung, Caffamacherreihe 1 – 3, 20355 Hamburg.

Wenn Sie auf Probleme stoßen und nicht weiter wissen, sprechen Sie bitte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Winternotprogramm an. Sie helfen Ihnen weiter.

In die Beratung werden nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls mit Ihrer Mitwirkung auch andere Beratungseinrichtungen und behördliche Stellen einbezogen. Dafür werden Ihnen gegebenenfalls die notwendigen Laufzettel ausgehändigt. Bitte lassen Sie sich diese Laufzettel nur von den Kolleginnen und Kollegen vor Ort aushändigen, sie sind nur gültig in Verbindung mit der Unterschrift der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.

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Anlaufstelle für EU-Bürger / plata

Die Anlaufstelle plata berät insbesondere obdachlose Menschen aus Osteuropa. Sie vermittelt in das Hilfesystem. Außerdem hilft sie bei der Rückkehr in das jeweilige Heimatland, wenn erwünscht. Die Mitarbeitenden sprechen Deutsch, Bulgarisch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Slowakisch und Tschechisch.

plata
Rosenallee 11, 20097 Hamburg, Tel. 28 00 43 12
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung

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Wo kann ich mich tagsüber aufhalten?

In Hamburg gibt es viele Möglichkeiten, sich tagsüber aufzuhalten. Eine komplette Übersicht erhalten Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Winternotprogramm. Hier finden Sie eine kleine Auswahl:

Übersicht: Alle Tagesaufenthaltsstätten für Obdachlose in Hamburg.

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Das ganzjährige Hilfesystem in Hamburg

Für obdachlose Menschen stehen das ganze Jahr zur Verfügung:

  • mehrere Tagestreffpunkte,
  • Plätze in Wohnunterkünften und Notübernachtungsstellen,
  • soziale Beratungsstellen für wohnungslose Menschen in jedem Bezirk,
  • Gesundheitshilfen wie die Krankenstube, Schwerpunktpraxen für Wohnungslose, spezielle ärztliche Sprechstunden für Obdachlose in den Tagesaufenthaltsstätten Bundesstraße und Kemenate (Letztere nur für Frauen) sowie die Mobile Hilfe und das Zahnmobil, 
  • in jedem Bezirksamt gibt es eine Fachstelle für Wohnungsnotfälle, die Plätze in Wohnunterkünfte vermittelt und bei der Wohnungssuche hilft.
  • ein Jobcenterdas Ansprüche auf Sozialleistungen prüft,
  • Straßensozialarbeiter in der Innenstadt und in den Bezirken.
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Wichtige Hinweise

Respekt und Höflichkeit
Behandeln Sie alle Menschen im Winternotprogramm mit Respekt und Höflichkeit. Viele Hamburger engagieren sich ehrenamtlich im Winternotprogramm. Das machen diese Menschen freiwillig für Sie.

Wenn Sie Fragen haben oder weitergehende Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an die Sozialarbeiter vor Ort.

Mehr Informationen
Ein Faltblatt mit allen praktischen Informationen zum Winternotprogramm sowie die Broschüre "Das soziale Hilfesystem für wohnungslose Menschen in Hamburg" sind kostenlos erhältlich.

Es gibt zudem einen Handzettel, der Menschen auf der Straße im Winter als erste Orientierung für Notunterkunft und Beratung dient. Dieser liegt in den Sprachen Deutsch, Bulgarisch, Polnisch, Rumänisch, und Englisch vor (siehe unten).

Alle Informationen über Unterstützungsmaßnahmen für obdachlose Menschen in Hamburg finden Sie unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit.