Altona-Nord Platz ohne Namen (Glücksburger Platz)

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Es ist ein sehr belebter Platz, der so genannte Platz ohne Namen. Kreisförmig liegt er zwischen sechs Straßen: Pinneberger Weg, Sandweg, Ophagen, Sophienallee, Eimsbüttler und Glücksburger Straße. Zahlreiche Fußgänger und Fahrradfahrer überqueren den Platz, um von der einen Straße zur anderen zu kommen. Wenn sie über die rot gepflasterte Linie gehen, die sich diagonal über den Platz zieht, dann überqueren sie die Grenze zwischen Eimsbüttel und Altona-Nord. Doch der Platz ist vielmehr als ein Durchgangsort.

Platz ohne Namen (Glücksburger Platz)

Viel Platz für unterschiedliche Aktivitäten

Menschen nehmen Platz auf der tribünenartigen Treppenmauer am Brunnen und lesen. Mütter und Väter spielen mit ihren Kindern Fußball. Und Kinder kommen alleine, um auf den Mäuerchen zu klettern oder zu gucken, was es Neues im Tauschhaus gibt. Dieses befindet sich neben einer großen Holzkiste, auf der in markanten, bunten Lettern der spezielle Name „Platz ohne Namen“ steht. Platz ohne Namen? In der Tat findet sich auf dem gesamten Gelände kein typisches Hamburger Straßenschild, das den Platz benennen würde. Und auch der in Behördenkreisen verwendete Name „Glücksburger Platz“ ist im Straßen- und Gebietsverzeichnis der Freien und Hansestadt Hamburg von 2011 nicht verzeichnet.

Von der Platzbenennung zur Platzbespielung

Mit einem Augenzwinkern haben Anwohnerinnen und Anwohner aus der Not eine Tugend gemacht und dieses Manko in ihrer eigenen Platzbenennung verarbeitet. Indem sie dem Platz ihren ausgewählten Namen gaben, identifizierten sie sich mit dem circa 750 Quadratmeter großen Freiraum und begannen mit eigenen Platzgestaltungen. Die runden Lampen lächeln durch die aufgemalten Smileys, an den Bäumen hängen Vogelhäuser und Blumenkübel, aus blauen Paletten wurden eigene Bänke gebaut, und an der Tischtennisplatte ist eine Fahrradluftpumpe festgemacht, die für alle nutzbar ist. Nicht zu vergessen das Tauschhaus und die Holzkiste, in der zu bestimmten Zeiten Spielsachen ausgegeben werden. Auf einer eigenen Website „Platz ohne Namen- PON“ wird darüber informiert, welche Veranstaltungen über den täglichen Betrieb hinaus stattfinden – wie beispielsweise Flohmarkt, gemeinsames Abendbrot oder Platzkino.

Und es gibt die Einladung selbst aktiv zu werden, getreu dem ausgegebenen Motto: „PON ist, was Du daraus machst.“

Zwischen Platzaneignung und Angst vor Inbesitznahme

Auch wenn die Anwohnerinnen und Anwohner sehr aktiv sind, so wollen sie über ihr Engagement nicht sprechen. Überbezirkliche Berichte halten sie für fragwürdig, haben sie doch Angst, der nachbarschaftliche Platz könnte zu bekannt werden. Und sie wollen nicht unfreiwillig zu einem positiven Image der Stadt Hamburg beitragen. Das erinnert an das 2009 von Hamburger Künstlern veröffentlichte Manifest „Not in our name“.  Es ist immer der schmale Grat, auf dem sich Engagierte in ihren Nachbarschaften bewegen. Bei der seit Jahrzehnten angespannten Wohnungslage sägen Menschen, die ihr eigenes Wohnumfeld verbessern, oft an dem Ast, auf dem sie sitzen. Quartiere werden durch die belebte Atmosphäre immer interessanter und immer teurer. Dass dieser Prozess Gentrifizierung genannt wird, ist spätestens seit 2008 auch außerhalb von Fachkreisen bekannt.

Platzgestaltung

Doch nicht nur die Aktivitäten von Anwohnerinnen und Anwohnern tragen zur Lebensqualität eines Quartiers bei. Es ist ebenso die Hardware, hier in diesem Fall der konkrete Platz. Auch ohne Namen und ohne liebenswürdige Bespielung stellte der Platz an sich bereits eine Verbesserung des Wohnumfeldes dar. Wann genau er angelegt wurde, lässt sich in keinen einschlägigen Fachbüchern und Broschüren ermitteln. Es ist zu vermuten, dass er Anfang der 1980er im Zuge einer Sanierungsmaßnahme im Viertel erst zum Platz wurde, nachdem es zuvor eine Art Verkehrsinsel war – so wie das beispielsweise auch beim Hein-Köllisch-Platz der Fall war.

Auch ohne die genauen Urheber zu kennen, so haben sie den Platz doch sehr einladend gestaltet. Backsteinmäuerchen um den Platz geben eine benutzbare Umrandung, der wellenförmige Brunnen ist ein Punkt, der nicht nur für Lebendigkeit sorgt, sondern von dem aus auch die Grenze zwischen Altona und Eimsbüttel markiert wird.

Karte

Zusatzinformation

Bezirk:Altona / Auf der Grenze zu Eimsbüttel
Lage:Zwischen Pinneberger Weg, Sandweg, Ophagen, Sophienallee, Eimsbüttler und Glücksburger Straße
ÖPNV:

S-Bahnhof Holstenstraße / U-Bahnstation Emilienstrasse

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Kontakt

Hajo Schaefer

Bezirksamt Altona
Fachamt Management des öffentlichen Raumes
Jessenstraße 1-3
22767 Hamburg
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