Neustadt Gängeviertel Peterstraße

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In der Nähe des Museums für Hamburger Geschichte kann man Gleiche in ein paar Gehminuten hautnah erleben. Östlich, direkt hinter den Wallanlagen, befindet sich ein Viertel mit beeindruckenden, rekonstruierten Bürger- und Kaufmannshäusern.

Gängeviertel Peterstraße

Es war einmal…

Vom Hafenrand aus über den Großneumarkt bis zum Gänsemarkt, entstanden in der Mitte des 17. Jahrhunderts besonders eng bebaute Viertel. Die sogenannten Gängeviertel. Ursprünglich bestand dieses Gebiet aus einer Anlage von Gärten und Gartenhäusern vor den Toren der Stadt. Infolge des 30-jährigen Krieges suchten viele Flüchtlinge Schutz und Unterkunft. Der Mauergürtel wurde daraufhin erweitert und das Vorland in das Stadtgebiet aufgenommen. Aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses in dieser Zeit, wurde die alte mittelalterliche, kleinteilig strukturierte Stadt innerhalb der Wallanlagen stark verdichtet. Die enge Bauweise der aneinandergereihten Fachwerkhäuser, hatte zur Folge, dass man zumeist nur über schmale Straßen, verwinkelte Hinterhöfe, Torwege oder Gänge seine Wohnung erreichen konnte.

Sanierung und Abriss

Die größte Ausdehnung erfuhren die Gängeviertel im 19. Jahrhundert. Aufgrund der Enge und der zunehmenden mangelnden hygienischen Verhältnisse wurden zum Ende des 19. Jahrhunderts Sanierungs- und Abrissarbeiten durchgeführt. Da bis 1960 auch die letzten größeren Gängeviertel in Hamburg abgerissen wurden, kann man heute nur noch vereinzelte Reste dieser Zeit im Stadtbild entdecken.

Nur wenige Straßen sind noch erhalten

Ein Beispiel für das frühere Straßenbild ist heute das Areal an der Neanderstraße – Ecke Peterstraße in der Hamburger Neustadt. Da die Umgebung inzwischen eher von Architektur des 20. Jahrhunderts geprägt ist, traut man kaum seinen Augen, wenn man in die Peterstraße einbiegt. Wundervoll restaurierte, historische Fachwerkgebäude reihen sich hier dicht aneinander. Wie ein Statist in einer Filmkulisse, wandelt man von Haus zu Haus. Verzierte Türklinken, kleine Treppenaufgänge mit kunstvoll geschwungenen Handläufen sowie beeindruckende Hausfassaden, die einen ins Staunen kommen lassen.

Johannes-Brahms-Museum

Bei den Fachwerkhäusern handelt es sich um rekonstruierte Bürger- und Kaufmannshäuser aus der Zeit vor dem 'Großen Brand' (1842). In einem von ihnen befindet sich das heutige Johannes-Brahms-Museum. Er wurde selbst im Jahre 1833 im Gängeviertel an der Speckstraße geboren. Neben dem Eingang in das Museum befindet sich ein kleiner Durchgang in einen Hinterhof. In der Mitte dieses Hofs befinden sich Rosensträucher, Hortensien, Staudenbeete, mittelgroße Bäume und ein verzierter Brunnen. Eine kleine Caféterrasse lädt auf eine Tasse Kaffee ein.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die historische Neustadt, deren Bebauung durch Fachwerkhäuser und enge Gassen charakterisiert war, nie so ausgesehen hat. Fotografien aus der Zeit der Gängeviertel sind in dem Durchgang zum Innenhof ausgestellt und beschrieben.

Dunkle Vergangenheit

In der Straße Hütten wurde 1858 die „Hüttenwache“ erbaut, die zur Zeit des Nationalsozialismus ein Gefängnis für politische Gegner war. Die „Hütten“ dienten seit 1941 auch der Inhaftierung von Juden vor ihrer Deportation. Seit 1985 erinnert an diesem Gebäude eine Gedenktafel an die damaligen Vorgänge.

Bürgerengagement für den Erhalt des Gängeviertels

Ein weiteres Beispiel eines Gängeviertels befindet sich am Valentinskamp 39. Da ein Investor hier die letzten Reste des alten Gängeviertels abreißen und neue Gewerbebauten errichten wollte, besetzten Bürger, Planer, Künstler und Kreative 2009 diese alten Häuser. Die Interessengemeinschaft „Komm in die Gänge“, die sich daraufhin gründete, steht eigenständig für die Planung, den Bau und die Finanzierung des Viertels ein. Jeder kann sich zu jeder Zeit frei in diesem Viertel bewegen. Wenn man Glück hat, wird man von einem der Hausbewohner durch das Gängeviertel geführt.

Karte

Zusatzinformation

Bezirk:Mitte
Lage:Neanderstraße / Peterstraße
ÖPNV:Bus 6, 37 Michaeliskirche
Bus 36, 112: Museum für Hamburgische Geschichte

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