Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Oft unterschätzt Gewalt gegen ältere Frauen

Ältere Frauen werden zwar seltener Opfer von häuslicher Gewalt. Allerdings stellen Frauen ab 60 Jahren innerhalb der Gesamtgruppe der von schwerer körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffenen Frauen eine nicht unbedeutende Teilgruppe dar.

Gewalt gegen ältere Frauen - Fachinformationen Opferschutz Hamburg

Forschungsstand

vergrößern Zwei Seniorinnen spielen ein Gesellschaftsspiel (Bild: colourbox.de ) Laut der sekundäranalytischen Auswertung der repräsentativen Bundesstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ (siehe unten) berichten rund neun Prozent der Frauen dieser Altersgruppe über körperliche bzw. sexuelle Übergriffe durch den aktuellen Partner.

Hinzu kommt ihre vergleichsweise hohe Beeinträchtigung durch stärkere Ausprägungen von psychischer Gewalt durch den aktuellen Partner, die häufig nicht als solche erkannt wird.

Neben der mangelnden Kenntnis von Angeboten belegen Studien und Praxiserfahrungen spezifische Hindernisse bei der Inanspruchnahme von Hilfen durch ältere Opfer. Einige dieser Hindernisse sind insbesondere im Kontext häuslicher Gewalt typisch für langjährige Gewaltbeziehungen. Häufig genannt werden tiefe Scham, Mangel an Perspektiven, Angst vor Veränderungen, Verlust der Häuslichkeit und des gewohnten Umfeldes, soziale Isolation etc.

Strategien und Maßnahmen

Anknüpfend an die Erfahrungen Hamburgs im Aktionsprogramm des Bundes „Sicher leben im Alter" hat der Senat in seinem Konzept zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Menschenhandel und Gewalt in der Pflege Strategien und Maßnahmen formuliert, um die Anzahl der von Partnergewalt betroffenen älteren Frauen, die Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen, zu erhöhen.

Diese zielen insbesondere darauf ab:

  • Sichtbarkeit, Akzeptanz und Nutzung der Angebote sowie die Abstimmung der Beratungs- und Hilfeleistungen auf deren spezifische Bedürfnisse zu verbessern,
  • die vorhandenen Angebote und Strukturen so zu vernetzen, dass sie der besonderen Situation der Betroffenen besser als bislang gerecht werden sowie
  • das Bewusstsein für die Problematik der Zielgruppen sowohl im Hinblick auf die Fachkräfte der Schutz- und Beratungsstellen als auch von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die besonderen Zugang zu den Zielgruppen haben, zu schärfen.

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