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Weibliche Genitalverstümmelung Schutzbrief gegen Weibliche Genitalverstümmelung in zehn weiteren Sprachen vorgelegt

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Initiative Hamburgs für einen bundesweiten Schutzbrief

Am 6. Februar ist der Internationale Tag gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien. Nach wie vor werden etwa zwei Millionen Mädchen jährlich in über 70 Ländern die Geschlechtsorgane verstümmelt. Hamburg hat 2019 einen eigenen Schutzbrief herausgebracht, in dem sowohl über die gesundheitlichen Risiken als auch über die strafrechtlichen Konsequenzen aufgeklärt wird. Er liegt nun in insgesamt 13 Sprachen vor. 

Schutzbrief gegen Weibliche Genitalverstümmelung in zehn weiteren Sprachen vorgelegt

Schutzbrief

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz „FGM“) verursacht schlimmste körperliche und seelische Schäden, die bis zum Tod führen können. 

Auch in Deutschland sind Mädchen von FGM betroffen oder davon bedroht, während eines Aufenthalts in ihrem Herkunftsland an ihren Genitalien beschnitten zu werden. 

Der Schutzbrief kann von Betroffenen etwa ihren Familien vorgelegt werden, um darauf hinzuweisen, dass diese Praxis nach deutschem Recht verboten ist. 

Er steht nun zusätzlich zu den bereits erfolgten Übersetzungen in Englisch und Französisch auch auf Arabisch, Russisch, Portugiesisch, Tigrinisch, Somali, Kurmanci, Zasaki, Amharisch sowie Farsi und Dari zur Verfügung.

Aufgrund einer Initiative Hamburgs soll dieser Schutzbrief zukünftig auch bundesweit erscheinen. 

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller Bundesländer haben darauf geeinigt, den Schutzbrief nach Hamburger Vorbild zukünftig bundesweit herauszugeben und somit in ganz Deutschland eine deutlich bessere Versorgung der betroffenen Mädchen und Frauen mit diesen Informationen sicher zu stellen.

Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration: „Weibliche Genitalverstümmelung ist brutal, gefährlich und deswegen verboten. In Hamburg schützen wir Mädchen und Frauen vor Gewalt. Der Schutzbrief informiert mögliche Betroffene und ihre Angehörige. Er zeigt auf: Wer eine Beschneidung beauftragt oder zulässt, muss in Deutschland mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.“

Gwladys Awo, Koordinatorin des Projektes „Aktiv gegen FGM“ des Kinderhilfswerks Plan International in Hamburg und Initiatorin des Schutzbriefes, ergänzt: „Weibliche Genitalverstümmelung ist nicht auf Afrika beschränkt. In allen Teilen der Welt, vor allem auch in Asien, Mittel- und Südamerika findet sie millionenfach statt.“

Der Schutzbrief ist daher als ein zusätzliches Instrument in das bestehende Hilfesystem eingebunden. Dieses beruht in Hamburg besonders auf Aufklärung und Präventionsarbeit. Die BASFI hat daher gemeinsam mit dem Runden Tisch „Weibliche Genitalverstümmelung“ die Handreichung für Fachkräfte zum Thema FGM aktualisiert – darin werden die Meldewege bei einer Kindeswohlgefährdung sowie die Möglichkeiten der Weitervermittlung ins Hilfesystem dargestellt.

Neben FGM handelt Hamburg im Rahmen seines bereits 2014 vorgelegten Opferschutzkonzeptes auch gegen alle anderen Formen von Gewalt. Der kontinuierliche Ausbau des Hamburger Unterstützungssystems in den vergangenen Jahren trägt dazu bei, Opfern von Gewalt schnell und umfassend zu helfen. Auch zukünftig wird Hamburg sein Opferschutzkonzept an den Bedürfnissen von Gewaltopfern ausrichten. Der aktuelle Bericht zur Umsetzung des Konzepts wurde am 14. Januar 2020 von der Bürgerschaft beschlossen (Drs. 21/19677).

Der Schutzbrief steht als Download unter www.hamburg.de/opferschutz zur Verfügung und kann als Printversion unter publikationen@basfi.hamburg.de bestellt werden.

Die Handreichung für Fachkräfte steht ebenfalls als Download unter www.hamburg.de/opferschutz zur Verfügung.

Kontakt

Martin Helfrich

Pressesprecher

Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
Pressestelle
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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