Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Frauenhäuser 24/7 – Neue Anlaufstelle für von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen und ihre Kinder

Senatorin Leonhard und Ministerin Alheit eröffnen gemeinsame Koordinierungs- und Servicestelle der Frauenhäuser

Hamburg hat eine zentrale Anlaufstelle der Frauenhäuser mit dem Namen „24/7“. Hier finden von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen Schutz und Beratung durch pädagogische Fachkräfte – rund um die Uhr und jeden Tag. Darüber hinaus koordiniert die Anlaufstelle die Belegungen von und nach Schleswig-Holstein und unterstützt Frauenhausbewohnerinnen beim Übergang in eigenen Wohnraum.

"24/7" - Koordinierungs- und Servicestelle der Hamburger Frauenhäuser

„Jedes Jahr suchen über 600 Frauen mit etwa ebenso vielen Kindern Zuflucht in einem Hamburger Frauenhaus. Bislang fand die Aufnahme ohne Vermittlungsstelle direkt in den Frauenhäusern statt. Dies haben wir nun geändert. In der 24/7 können sie zunächst zur Ruhe kommen und dann gemeinsam mit einer Mitarbeiterin entscheiden, wie die nächsten Schritte aussehen sollen“, erklärt Senatorin Melanie Leonhard. „Die bestmögliche Unterstützung der Frauen und Kinder ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir wollen, dass die Frauen sich jederzeit Hilfe holen können und dann genau die Unterstützung erhalten, die für sie in ihrer individuellen Situation am besten geeignet ist.“

Die Adresse von 24/7 ist geheim. Sie kann aber jederzeit unter der Telefonnummer (040) 800 041 000 kontaktiert werden.

Kooperation mit Schleswig-Holstein

Auch die Bundesländer übergreifenden Belegungen von und nach Schleswig-Holstein werden künftig über 24/7 organisiert, so dass Frauen und ihre Kinder, die im jeweils anderen Bundesland Zuflucht finden müssen, die bestmögliche Unterstützung erhalten. Durch die Koordinierung wird eine gleichmäßigere Belegung angestrebt werden, um die Frauenhäuser des unmittelbaren Hamburger Umlandes besser zu entlasten.

Nach einem Besuch der Koordinierungsstelle mit Senatorin Leonhard betonte Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit: „Alle von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen und deren Kinder müssen zeitnah, zu jeder Tages- und Nachtzeit und unbürokratisch Schutz finden können. Gewalt kennt keine Landesgrenzen, daher ist die Einrichtung der Koordinierungsstelle ein wichtiger Schritt für Frauen in Not!“

Alheit und Leonhard unterzeichneten heute zugleich die Fortführung der gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung, die den Kostenausgleich für die gegenseitige Belegung der Frauenhäuser regelt. Derzeit nutzen mehr Frauen aus Hamburg die schleswig-holsteinischen Schutzeinrichtungen als umgekehrt.

Unterstützung beim Übergang in eigenen Wohnraum

Frauenhausbewohnerinnen, die eine Wohnung suchen, erhalten zukünftig Unterstützung durch die 24/7, die in diesem Fall als Vermittlungsstelle auftreten kann. Vermieterinnen und Vermieter, die ihre Wohnungen an eine Frauenhausbewohnerin vermieten möchten, können sich ab sofort an die Mitarbeiterinnen der 24/7 wenden.

Dort erhalten sie auch Informationen zum Wohnungsunterstützungsprojekt „VIVIENDA“ der Lawaetz wohnen & leben gGmbH. Bei Vermietung an eine Frauenhausbewohnerin können unter best. Bedingungen die Fördermöglichkeiten des Programms zum Ankauf von Belegungsbindungen genutzt werden.

Hintergrund

Frauenhäuser in Hamburg

In Hamburg gibt es insgesamt fünf Frauenhäuser, darunter vier autonom geführte und eine Einrichtung des Diakonischen Werkes. Die Häuser halten 194 Plätze (30 bis 61 Plätze pro Einrichtung) für schutzsuchende Frauen und deren Kinder vor. Die Freie und Hansestadt Hamburg fördert die Frauenhäuser jährlich mit insgesamt 1.959.000 Euro.

Im Jahr 2015 haben insgesamt 629 Frauen und 513 Kinder Zuflucht in einem Hamburger Frauenhaus gefunden. Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 77 Tagen.

Frauenhäuser in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 16 Frauenhäuser mit zusammen 319 Plätzen. Jährlich finden dort mehr als 1.000 Frauen mit ihren Kindern Zuflucht. Die 16 Frauenhäuser erhalten in 2016 eine Förderung in Höhe von rund 4.245.000 Euro. Diese soll ab 2017 nochmals aufgestockt werden.

Kontakt zu Hilfe und Frauenhäusern in Schleswig-Holstein: www.sozialministerium.schleswig-holstein.de, Suchwort: Frauenhäuser. Oder über das bundesweite Hilfetelefon: 08000 116 016.

Rückfragen der Medien

Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg
Marcel Schweitzer, Pressesprecher
Telefon: (040) 428 63-2889
E-Mail: pressestelle@basfi.hamburg.de

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein
Christian Kohl / Frank Lindscheid, Pressesprecher
Telefon: (0431) 988-5317
E-Mail: pressestelle@sozmi.landsh.de