Kleiner Grasbrook Spreehafen – „Alster des Südens“

Wer an der stark befahrenen Harburger Chaussee nahe der S-Bahn Station Veddel auf den Deich geht, taucht in eine andere Welt. Am Weiden-umsäumten Ufer des Spreehafens liegen bunte Boote, Möwen sitzen bei Ebbe auf dem Schlick und der Blick kann in die Ferne schweifen. Am Horizont im Westen ist die Köhlbrandbrücke zu sehen, eingerahmt von den unzähligen Kränen des Hafens, und hier und da lugen hinter den Hafenschuppen auf der nördlichen Seite die Hamburger Wahrzeichen hervor.

Spreehafen, Wilhelmsburg, Kleiner Grasbrook

Der Spreehafen selbst ist ein elf Hektar großes, dreieckiges Hafenbecken, das 1907 fertig gestellt wurde. Es diente vor allem als Auffangbecken für die Binnenschiffe, die im wachsenden Hafenbetrieb keinen Platz mehr fanden. Diese zu Lager- oder Verwaltungszwecken umgenutzen Wasserfahrzeuge sind bis heute typisch für den Spreehafen. Aus Holz gebaut mit flachem Schrägdach, gelb, blau und grün angemalt, zwischen Kränen, Holzpontons und Buschwerk, geben sie dem Spreehafen einen alternativen, verträumten Anstrich.

So nah und doch so fern

Bis 2013 war dieser Ort nur schwer zugänglich. Da er zum Gebiet des Freihafens gehörte, war er aus zolltechnischen Gründen von einem drei Meter hohen Stacheldrahtzaun eingefasst. Zahlreiche Anregungen des Vereins „Zukunft Elbinsel“ haben es geschafft auf die  „Alster des Südens“ aufmerksam zu machen. Nachdem Anfang des Jahres der Freihafen in Hamburg aufgehoben wurde, war der Zaun überflüssig. Am 12. Januar 2013 begann der Bürgermeister Olaf Scholz  damit, den Zaun einzureißen. Das Jahr 2013 wäre „das Jahr der Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger“, sagte Scholz dabei und freute sich, dass nun der Zugang zur „Bilderbuch-Landschaft“ hinter dem Deich nicht mehr verwehrt wäre.

Nach dem Fall des Zollzaunes

Doch es brauchte mehr als eine bloße Zaunöffnung um dieses landschaftliche Juwel für die Bevölkerung zugänglich zu machen. So machen die drei großen breiten Treppen die neuen Zugänge von der Landseite weithin sichtbar.  Sie wurden im Landschaftsplanungsbüro Topotek 1 Berlin gestaltet und berücksichtigen laut Pressesprecher nicht nur die Anforderungen des Hochwasserschutzes, sondern stellen auch eine Verbindung zwischen Stadt und Land dar.

Die Öffnung des Spreehafens wird aber nicht nur durch die Treppen signalisiert, von denen zwei in unmittelbarer Nähe der Wohngebiete liegen. Zur Erschließung des Spreehafens gehörten unter anderem eine verbesserte Wegverbindung, ein verbesserter Fahrradweg und schließlich die Verbindung der Fähre 73 bis zum Spreehafen.

Spreehafengeschichten

An der Station, die jetzt von der Fähre angefahren wird, erzählt eine Informationstafel von der Geschichte dieses Erfolges sowie die Geschichte der Zollzaunöffnung. Sie ist aber nur eine von insgesamt 9 Tafeln, die auf dem 4,3 Km langen, das Spreehafenbecken umrundeten Weg aufgestellt sind. Den Besuchern erzählen sie zahlreiche Geschichten, die dem Leser einen neuen Blick auf den Ort eröffnen.

Während man über die Lieger liest, kann man sie gleichzeitig in echt im Wasser liegen sehen. Denn am Spreehafenknie sind sie bis heute heimisch und prägen die Atmosphäre. Auch in der Nachbarschaft finden sich historische Lieger, die heute noch u.a. als Versammlungsort für Kirchen oder schwimmende Klassenzimmer genutzt werden.

Perspektiven im Spreehafen

Im Zuge der für 2018 geplanten Deicherhöhung, ist eine Bank entlang des gesamten Deiches geplant.  Diese wird bereits jetzt als die „längsten Parkbank Hamburg“ bezeichnet. Was einerseits technische Gründe hat, die Bank  wird als besitzbare Mauer den erhöhten Deich auf seiner gesamten Länge stützen, weist aber gleichfalls darauf, dass sich die wasserbezogene Stadtentwicklung auf dem Weg befindet. Nicht umsonst tragen die Pläne für die Deicherhöhung den Arbeitstitel „Deichpark“. So scheint der Traum aus dem ehemaligen Industriegebiet einen Hafen mit Naherholungsstatus zu kreieren gar nicht so entfernt zu sein.

Karte

Zusatzinformation

Bezirk:Mitte
Lage:Klütjenfelder Hauptdeich / Harburger Chaussee
ÖPNV:S 3 Veddel-BallinStadt oder Buslinie 13
Fläche:ca. 68 ha inkl Wasserfläche
Spielplatz:nicht vorhanden
Hundeauslaufzone:nicht ausgewiesen


   

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