Behörde für Umwelt und Energie

Ottensen Donners Park

Im Jahr 1793 erwarben die Freunde Georg Heinrich Sieveking, Conrad Johann Matthiessen und Piter Poel einen gemeinsamen Landsitz in Neumühlen im heutigen Hamburger Stadtteil Ottensen. Sie scheinen unverzüglich mit der Umgestaltung ihres Anwesens begonnen zu haben, denn zwei Jahre später war schon von einem sogenannten Bergboskett, einer Tannenpflanzung auf einer geebneten Bergkuppe, sowie einer Strohhütte mit wunderbaren Ausblicken auf die Elbe die Rede.

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Donners Park

Von den folgenden Jahren sind zahlreiche Beschreibungen des geselligen Lebens in dem Anwesen überliefert. Später sollte sich der Sievekingsche Besitz, dieser war bald schon alleiniger Grundherr, zu einem der wichtigsten geistig-künstlerischen Zentren im Hamburger Raum entwickeln. Die gärtnerische Gestaltung der Anlage wurde dem damals noch wenig bekannten französischen Architekten Joseph Ramée übertragen. Das optische Zentrum des Sievekingschen Gartens, der sich noch bis 1811 in Familienbesitz befand und danach versteigert wurde, bildete damals die markante Geländeerhebung mit integriertem Aussichtsplatz. Die Raméesche Konzeption modellierte das bis heute beeindruckende Relief des Anwesens. 

1820 erwarb der Bankier und spätere Konferenzrat Conrad Hinrich Donner den Besitz. Er ließ das alte Landhaus, das wohl bereits schon vor 1750 bestanden hatte, renovieren und vergrößerte den Landsitz durch Grundstücksankäufe. Von 1856 bis 1858 ließ er von dem Berliner Architekten Johann Heinrich Strack das sogenannte „Donnerschloss“ erbauen. In den Folgejahren wurde die Parkgestaltung auf das Schloss ausgerichtet, um dieses in Szene zu setzen. So erhielt beispielsweise der alte Mühlenteich eine landschaftliche Form mit einer kleinen Insel und diente als Spiegelweiher zur Inszenierung des Schlosses. In den Jahren 1863 bis 1865 vergrößerte die Familie Donner, die im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Familien Altonas gehörte, den Parkbesitz erneut nach Südosten. 

1911 wurde der etwa 54.000 m² große Park von der Stadt Altona angekauft und als öffentliche Parkanlage hergerichtet. Für das Jahr 1914 wurde eine große Gartenbauausstellung auf dem Gelände des Donnerschen Parks, des Rosengartens und Teilen des Heine-Parks vorbereitet. Durch diese Ausstellung erfuhr Donners Park tiefgreifende Veränderungen.  

Die wesentlichen Komponenten des Gartens hat man jedoch erhalten: das Schloss und das Mausoleum, die zwei Teiche, den Hauptweg von der Flottbeker Chaussee, das Relief inklusive der Terrassen südlich des Schlosses und große Teile des Baumbestandes auf den Hängen und Wiesen. Dennoch war nach dem Ende der Gartenbauausstellung eine Neugestaltung des Donnerschen Parks erforderlich; diese wurde Ferdinand Tutenberg übertragen. 

Während des zweiten Weltkrieges wurden das Schloss sowie ein 1834 von Gottfried Semper errichteter Museumspavillon von Bomben getroffen und zu Ruinen. Unmittelbar danach jedoch nahm man die Planungen für eine Neugestaltung des Parks auf. Durch den Abbruch der Schlossruine um 1952 und die Verfüllung des Teiches auf der unteren Ebene entstand eine weite Rasenfläche, die heute noch besteht. Und auch die übrige Parkgestaltung aus den 1950er Jahren existiert noch immer nahezu unverändert. Heute ist Donners Park ein beliebtes Erholungsgebiet mit Liegewiese und Rodelberg.

Der Park ist ein bedeutendes Gartendenkmal. Das vorliegende Pflege- und Entwicklungskonzept ist Grundlage für eine Wiederherstellung verloren gegangener Qualitäten, auch unter Berücksichtigung der ökologischen Belange.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Altona
Lage:zwischen Elbchaussee, Elbtreppe, Neumühlen und Neumühler Kirchenweg
ÖPNV:S3 / S1 Altona, Bus 36: Susettestraße
Fläche:ca. 4,3 ha
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:nicht ausgewiesen