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Ottensen Heinepark

Der heutige Heine-Park im Hamburger Stadtteil Ottensen gehörte zum einstigen Anwesen von John Blacker, der vermutlich bereits Anfang der 1790er Jahre auf seinem Grundstück einen Garten nach englischem Muster anlegen ließ. 1812 erwarb dann der Hamburger Salomon Heine den Besitz von Blackers Erben. Der Bankier hatte Hamburg nach dem großen Brand von 1842 mit seinem Vermögen wesentlich unterstützt und damit höchstwahrscheinlich vor dem Bankrott bewahrt.

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Heinepark

Heine erweiterte das Grundstück und gab seinem neuen Besitz in den 1830er Jahren mit Hilfe des Gartengestalters und Architekten Joseph Jaques Ramée eine moderne Form. Der Landhausgarten im englischen Stil sah einen zentralen Gartenraum in Form einer einfachen Wiese am hohen Elbufer vor. Zwei weitere Elemente seines Entwurfes waren eine berankte Strohhütte, in der kleine Besuchergruppen empfangen werden konnten, und ein hoher, berankter Torbogen an der Geestkante zur Inszenierung des Elbblickes. Großbäume und Strauchgruppen setzte Ramée gezielt zur Raumbildung und Modellierung erwünschter Blickachsen ein. Erlebbar machte er diese durch einen umlaufenden Randweg, den sogenannten „belt walk“. Heute zeugen noch ausladende Blutbuchen und eine riesige Platane von der Raméeschen Parkgestaltung.

Im Jahr 1832 ließ Heine auf seinem Anwesen ein kleines Gärtner- und Pförtnerhaus errichten. Der klassizistische Putzbau mit pfannengedecktem Satteldach beherbergte einen 34 m² großen, ovalen Gartensaal mit Kuppeldecke und Stuckverzierung. Im Jahr 1962 wurde das Gärtnerhaus unter Schutz gestellt, nachdem es drohte zu verfallen. Schließlich gründete sich 1975 der Verein „Heine-Haus e.V.“ und sanierte das Gebäude. Seitdem werden dort regelmäßig Vortragsreihen und Sonntagsmatineen veranstaltet. Darüber hinaus gibt es eine Galerie mit Erinnerungsraum mit Bildern, Fotografien und Schriftstücken, die nicht nur an Salomon Heine, sondern auch an seinen berühmten Neffen, den Dichter Heinrich Heine erinnern, der ab 1815 für kurze Zeit in Hamburg wirkte.

Erst 1984 wurde der „Park an der Seefahrtsschule“ in „Heine-Park“ unbenannt und durch eine Brückensanierung vom Donners Park wieder öffentlich zugänglich. Im März 2007 wurde das Ensemble „Heine-Park“ in die Denkmalliste der Stadt Hamburg eingetragen. Nach dreijähriger umfangreicher Sanierung erstrahlt nun die Plangesche Villa seit 2010 in neuem Glanz und wird heute vom „Business Club Hamburg“ als Clubhaus genutzt.

Im Auftrag des Bezirks Altona wurde der Park 2014 vom Hamburger Büro Wiggenhorn & van den Hövel Landschaftsarchitekten grunderneuert. Eine Rekonstruktion des aus gartendenkmalpflegerischer Sicht wertvollen Entwurfs von Ramée wurde von ihnen ausgeschlossen. Vielmehr sollte mit einem Neuentwurf das historische Konzept neu inszeniert, die alte und zum Teil defekte Ausstattung des Parks ersetzt, die Bepflanzung überarbeitet und mit neuen Flächen ergänzt werden.

Der Entwurf setzt an die Stelle der abgerissenen Villa Salomon Heines einen quadratischen Platz – mit seinem Namen – und nimmt mit im Bogen Richtung Elbchaussee führenden Wegen den historischen Verlauf wieder auf. Mit dem Rundweg im südlichen Parkbereich entlang Geestkante, jetziger Heinepark-Villa, neuem Platz und Villa Therese wird ein weiteres historisches Element aufgegriffen.

Der im östlichen Bereich liegende Spielplatz wurde nach Süden verschoben und nach Westen erweitert. Diese Verlagerung stellt die Blickbeziehung zwischen Plangescher Villa, Salomon-Heine-Platz, Heine-Haus und Villa Therese wieder her. Zusätzlich dient im Westen des Heine-Parks ein neuer Spielplatz als Erweiterung des Spielbereichs im angrenzenden Donnerspark. Die zentrale Rasenfläche südlich des Salomon-Heine-Platzes wurde modelliert.

Eine Zielsetzung des historischen Gartenentwurfs war die Schaffung von Ausblicken auf die Elbe. Durch den stark bewachsenen Elbhang war dieses wichtige Element verloren gegangen. Die Landschaftsarchitekten rodeten im mittleren Bereich des Heine-Parks in gerader Linie südlich des Salomon-Heine-Platzes die Hangflächen und schufen an dieser Stelle eine dauerhafte Wiese. So entsteht entlang der Geestkante eine Art Balkon. Die Plattform aus Stahl südlich der Villa gewährt weitere Aussichten auf die Fluss- und Hafenlandschaft. Das neue Bepflanzungskonzept ergänzt den Gehölzbestand mit vornehmlich heimischen Bäumen und Sträuchern. Blütenaspekte bringen pflegeleichte und robuste Stauden und Gräserpflanzungen.

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