Behörde für Umwelt und Energie

Hamm Thörls Park

Thörls Park im Stadtteil Hamm lässt es sich nicht anmerken, doch er steht für ein bedeutendes Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte: den Wiederaufbau der kriegszerstörten Hansestadt nach 1945. Auf diesem ehemaligen herrschaftlichen Anwesen wurde zwischen 1950 und 1954 Trümmerschutt aufbereitet.

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Thörls Park

Schwere Luftangriffe hatten im Sommer 1943 den Hamburger Osten in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Bevor Stadtteile wie Hamm oder Hammerbrook jedoch wiederaufgebaut werden konnten, mussten zunächst Tonnen von Schutt beseitigt werden. Mit Hilfe privater Investoren und Betreiber konnte auf dem Gelände des heutigen Thörls Park eine große Wiederaufbereitungsanlage gebaut werden, die vier Jahre lang ununterbrochen arbeitete, bis Hamm 1954 schließlich wieder „trümmerfrei“ war.  

Eine Feldbahn mit Loren brachte den sortierten und gereinigten Schutt zunächst zum damaligen Kieswerk nach Öjendorf, um ihn zwischenzulagern. Zur Route der sogenannten „Trümmerbahn“ gehörten unter anderem die an den Thörls Park angrenzende Hirtenstraße und der Horner Weg. Die Kieswerkanlage mit den aufgeschütteten Trümmerbergen wurde später zum Öjendorfer Park umgewandelt. Das Gelände, auf dem sich heute der Park und der große See befinden, wurde einst landwirtschaftlich genutzt. Zwischen 1925 und 1929 wurde es bis auf zwölf Meter Tiefe ausgegraben, um mit dem so gewonnenen Sand und Kies die Horner Marsch zu erhöhen. In der dadurch entstandenen Grube deponierte man nach dem Zweiten Weltkrieg den aufbereiteten Schutt aus der Hamburger Innenstadt. Später schuf man einen Durchstichgraben zum Schleemer Bach, um die Grube mit Wasser zu füllen. Um den so geschaffenen Teich wurde dann ab 1959 der Öjendorfer Park angelegt, zum großen Teil noch auf den abgelagerten Trümmern. 

In Thörls Park dagegen zeugt heute nichts mehr von dieser Nachkriegs-Episode der Trümmeraufbereitung. Die Anlage erstreckt sich vom U-Bahnhof Burgstraße, wo sie einen dreieckigen Grundriss aufweist, bis zum U-Bahnhof Hammer Kirche. Sie ist Teil des Grünzuges Hammer Landstraße, der den Stadtteil Hamm mit der Innenstadt verbindet und so nicht nur als Frischluftbahn, sondern auch als angenehme Alltagsroute für Radfahrer fungiert. Auch der Hammer Park ist nur einen Steinwurf entfernt.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Mitte
Lage:zwischen Sievekingdamm, Meridianstraße, Hirtenstraße und Hammer Landstraße
ÖPNV:U2 Burgstraße, Hammer Kirche
Fläche:ca. 5,4 ha
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:vorhanden