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Altona-Altstadt Emil-Wendt-Park (ehemals Walter-Möller-Park)

Der Emil-Wendt-Park ist nach seiner Renovierung, nach umfangreichen Beteiligungen der Bevölkerung, einen Besuch wert. Vor allem, weil man nicht mit dieser grünen Idylle rechnet. Unmittelbar in der Nähe von Reeperbahn und Großer Freiheit.

Emil-Wendt-Park (ehemals Walter-Möller-Park)

Es ist Anfang November. Frühmorgens. Der Hochnebel steigt langsam empor und legt Stück für Stück den Grünzug Neu-Altona frei. Die Sonne sucht sich ihren Weg durch das Geäst der Bäume und Sträucher. Das Chlorophyll, das Blattgrün, zieht sich in die Gehölze zur Überwinterung zurück. Zurück bleibt farbiges Laub, in rot, in leuchtendem gelb und orange. Menschen mit Hunden, Menschen auf Rädern sind unterwegs. Eltern hetzen mit ihren Kindern zum Kindergarten, zur Schule. Ein erster Skater versucht sich. Auf der frisch renovierten Skaterbahn, hier im Emil-Wendt-Park. Ehemals Walter-Möller-Park. Ein Park in einer Kette von Parks, die den Grünzug Neu-Altona ausmachen.

Keine fünfzig Meter entfernt rauscht der Verkehr auf der Holstenstraße und südlich auf der Louise Schröder Straße vorbei. Es ist laut ebendort. Und nicht eben gemütlich. Von hier, aus der Parkanlage, kann man aber auch auf ruhigen Wegen und im Grünen in Richtung Norden, Richtung Wohlers Park oder Richtung Süden an den Fischmarkt, unmittelbar an der Elbe gelegen laufen. Mitten in Altona, zentral in Hamburg gelegen.

Die berühmte Landschaftsarchitektin Prof. Herta Hammerbacher gewann 1958 den ersten Preis im Wettbewerb für die Grünflächengestaltung der den Grünzug begleitenden Siedlung. Ein großer Teil dieses Grünzuges Neu-Altona, von der Louise-Schroeder-Straße bis zur Thadenstraße, erhielt in den 1980er Jahren die Bezeichnung Walter-Möller-Park.

Der Hamburger Antifaschist Walter Möller wurde angeklagt, am Tod zweier SA-Männer am Altonaer Blutsonntag beteiligt gewesen zu sein. 1933 wurde er in einem von der NS-Justiz inszenierten Prozess des Mordes schuldig gesprochen und hingerichtet. Heute gedenkt man ihm mit dem Walter-Möller-Park sowie mit einer Gedenkstätte am Hinrichtungsort, dem früheren Gefängnishof und heutigen Gerichtsgebäudes des Amtsgerichtes Hamburg-Altona.

Der Park ist ein repräsentatives Beispiel für die Grünflächengestaltung der 1950er Jahre. So war es damals typisch, Fußgänger und Autoverkehr strikt zu trennen, weshalb man einzelne Parkabschnitte durch Unterführungen oder Brücken miteinander verband. In die Anlage eingebettet wurden moderne Spielbereiche, ein Café und mehrere Sitzgruppen. Neben diesen noch immer vorhandenen Elementen gibt es heute zahlreiche zusätzliche Spielgeräte für Kinder, eine Skateanlage sowie ein Rodelhügel mit Rutsche. Im Norden schließt unmittelbar der ebenfalls sehr beliebte Wohlerspark an, der auch zum Grünzug Neu-Altona zählt.

Bürgerengagement für Neugestaltung

Die Anwohner sehen ihr Naherholungsgebiet jedoch seit einigen Jahren gefährdet. 2007 wurde ein Wettbewerb zur Umgestaltung des Grünzuges aufgrund von „Defiziten bei Gestaltung, Nutzbarkeit und stadträumlicher Einbindung“ gestartet. Das „Ziel war die Entwicklung einer starken eigenen Identität der einzelnen Grünräume, verbunden über eine starke wiedererkennbare Nord-Süd Verbindung für Fußgänger und Radfahrer“. Da jedoch zusätzlich Neubau-Maßnahmen in den direkten Randbereichen des Grünzuges vorgesehen wurden, stießen die Pläne auf starke Bürgerproteste. Anwohner schlossen sich zu dem Netzwerk „Kein GrünEntzug“ zusammen und forderten eine Bürgerbeteiligung – mit Erfolg. Es wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die zur Hälfte aus Politik und Verwaltung, und zur Hälfte aus der Öffentlichkeit, den Bürgern Neu-Altonas, besteht, die nun ihre Wünsche und Anregungen konkret einbringen können.

Seit Juni 2017 können die Anwohnerinnen und Anwohner, Gäste und Besucherinnen und Besucher den umgestalteten Park genießen. Gleichzeitig bekam der Park einen neuen Namen: Zum Gedenken an Herrn Emil Wendt, Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime, steht nun eine bronzene Gedenktafel im Eingangsbereich des neubenannten Emil-Wendt-Parks, an der Thadenstraße in Altona-Altstadt.

Zehn Jahre Beteiligung können sich sehen lassen

Gut zehn Jahre hat die Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner in Anspruch genommen. Insbesondere die kritisierte Aufenthaltsqualität wurde deutlich verbessert. Die Flächen des Parks sind übersichtlicher gestaltet, offener und sonniger geworden und wurden durch klar abgegrenzte Picknickbereiche und durchgängige Fahrradrouten ergänzt.

Bei der Wahl der neuen Sitzmöbel, griff das Bezirksamt auf die Serie April des norwegischen Anbieters Vestre zurück. Diese Möbel sind mit dem strengen nordischen Ökolabel ausgezeichnet. Zur Herstellung wurden ausschließlich regenerative Energien (Wind, Sonne, und Wasserenergie) und regionale Materialien verwendet.

Karte

Zusatzinformation

Bezirk:Altona
Lage:zwischen Thadenstraße und Louise-Schröder-Straße
ÖPNV:S1 / S2 / S3 Reeperbahn, Bus 283: Paul-Roosen-Straße, Thadenstraße (West)
Fläche:ca. 3,9 ha  
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:vorhanden

Kontakt

Hajo Schaefer

Bezirksamt Altona
Fachamt Management des öffentlichen Raumes
Jessenstraße 1-3
22767 Hamburg
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