Behörde für Umwelt und Energie

Altona-Altstadt Walter-Möller-Park

Auf einer Länge von etwa 1,8 Kilometern, vom Fischmarkt im Süden bis zum S-Bahnhof Holstenstraße im Norden, erstreckt sich der Grünzug Neu-Altona. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als weite Bereiche der Stadt Hamburg durch Bomben vernichtet worden waren, bot sich die Gelegenheit, eine Stadtplanung mit Modellcharakter zu realisieren. Für einen zerstörten Teil der Altstadt Altonas plante man eine durchgrünte Siedlung mit Geschosswohnungsbau in aufgelockerter Bauweise, durchsetzt mit einzelnen Hochhäusern.

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Walter-Möller-Park

Die berühmte Landschaftsarchitektin Prof. Herta Hammerbacher gewann 1958 den ersten Preis im Wettbewerb für die Grünflächengestaltung der neuen Siedlung. Ein großer Teil dieses Grünzuges Neu-Altona, von der Louise-Schroeder-Straße bis zur Thadenstraße, erhielt in den 1980er Jahren die Bezeichnung Walter-Möller-Park. 

Der Hamburger Antifaschist Walter Möller wurde angeklagt, am Tod zweier SA-Männer am Altonaer Blutsonntag beteiligt gewesen zu sein. 1933 wurde er in einem von der NS-Justiz inszenierten Prozess des Mordes schuldig gesprochen und hingerichtet. Heute gedenkt man ihm mit dem Walter-Möller-Park sowie mit einer Gedenkstätte am Hinrichtungsort, dem früheren Gefängnishof und heutigen Gerichtsgebäudes des Amtsgerichtes Hamburg-Altona.  

Der Park ist ein repräsentatives Beispiel für die Grünflächengestaltung der 1950er Jahre. So war es damals typisch, Fußgänger und Autoverkehr strikt zu trennen, weshalb man einzelne Parkabschnitte durch Unterführungen oder Brücken miteinander verband. In die Anlage eingebettet wurden moderne Spielbereiche, ein Café und mehrere Sitzgruppen. Neben diesen noch immer vorhandenen Elementen gibt es heute zahlreiche zusätzliche Spielgeräte für Kinder, eine Skateanlage sowie ein Rodelhügel mit Rutsche. Im Norden schließt unmittelbar der ebenfalls sehr beliebte Wohlerspark an, der auch zum Grünzug Neu-Altona zählt. 

Die Anwohner sehen ihr Naherholungsgebiet jedoch seit einigen Jahren gefährdet. 2007 wurde ein Wettbewerb zur Umgestaltung des Grünzuges aufgrund von „Defiziten bei Gestaltung, Nutzbarkeit und stadträumlicher Einbindung“ durchgeführt. Das „Ziel war die Entwicklung einer starken eigenen Identität der einzelnen Grünräume, verbunden über eine starke wiedererkennbare Nord-Süd Verbindung für Fußgänger und Radfahrer“. (http://www.hamburg.de/gruenzug-neu-altona/) Da jedoch zusätzlich Neubau-Maßnahmen in den direkten Randbereichen des Grünzuges vorgesehen wurden, stießen die Pläne auf starke Bürgerproteste. Anwohner schlossen sich zu dem Netzwerk „Kein GrünEntzug“ zusammen und forderten eine Bürgerbeteiligung – mit Erfolg. Es wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die zur Hälfte aus Politik und Verwaltung, und zur Hälfte aus der Öffentlichkeit, den Bürgern Neu-Altonas, besteht, die nun ihre Wünsche und Anregungen konkret einbringen können.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Altona
Lage:zwischen Thadenstraße und Louise-Schröder-Straße
ÖPNV:S1 / S2 / S3 Reeperbahn, Bus 283: Paul-Roosen-Straße, Thadenstraße (West)
Fläche:ca. 3,9 ha  
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:vorhanden