Behörde für Umwelt und Energie

Marienthal Wandsbeker Gehölz

Wenige Hinweise deuten heute in Hamburg-Wandsbek noch darauf hin, dass es hier einst ein berühmtes Schloss mit einem ebenso berühmten Park gegeben hat. Zwischen 1772 und 1778 erbaute der dänische Finanzminister Heinrich Carl Graf von Schimmelmann auf den Grundmauern der Wandesburg, dem ehemaligen Herrenhaus eines adligen Gutes, ein prächtiges Schloss. Gleichzeitig ließ er auch den Schlosspark neu gestalten, an den heute noch das Wandsbeker Gehölz erinnert.

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Wandsbeker Gehölz

Der etwa zwei Kilometer lange Waldstreifen zwischen Wandsbeker Markt und Osterkamp im Hamburger Stadtteil Marienthal stellt heute ein wichtiges Naherholungsgebiet für Anwohner dar. Bis 1860 hatte die Fläche zur Gutsanlage um das Schloss gehört, als sie durch einen beherzten Entschluss der damaligen Fleckenverwaltung vor der Vernichtung gerettet wurde. Seit 1857 war Johann Anton Wilhelm von Carstenn Besitzer des später Marienthal genannten Gutes. Als er seinen Besitz in Parzellen aufteilte, um sie zu verkaufen, entstand der spätere Villenstadtteil Marienthal. Auch den Waldbestand des alten Parks wollte Carstenn zu Geld machen; doch die Fleckenverwaltung verhinderte dies, indem sie das Areal aufkaufte.

Obwohl der Wald später durch die Eisenbahnstrecke Hamburg-Lübeck sowie einige Straßenzüge in vier Gehölze zerschnitten wurde, entwickelte er sich dennoch zum beliebten Naherholungsgebiet. Das Wandsbeker Gehölz eignet sich bestens zum Joggen und Walken oder einfach nur zum Spazierengehen. Zahlreiche Bänke, zum Beispiel an einem der Teiche inmitten des schönen alten Baumbestandes aus vorwiegend Eichen und Buchen, laden hingegen zum Verweilen ein. Für Kinder werden Spielplätze sowie eine Bolzfläche mit Fußballtoren geboten.  

Ein Relikt aus der Vergangenheit des Wandsbeker Gehölzes ist bis heute hier erhalten geblieben: Eine Sandsteinvase, die Schimmelmann im Jahr 1757 über den Elbweg mit umfassendem Gepäck mitgebracht und in seinem neugestalteten Schlosspark aufgestellt hatte. Möglicherweise entdeckt man auch den Claudius-Gedenkstein. Er wurde 1840 zum 100. Geburtstag von Matthias Claudius, Wandsbeks bekanntestem Bürger, im Schlosspark errichtet. Neben den Lebensdaten des Dichters findet man auf dem Stein auch die Embleme des „Wandsbeker Boten“: Hut, Stock und Tasche. Claudius, der fast 45 Jahre in Wandsbek gelebt hatte, arbeitete hier als Redakteur der von Schimmelmann initiierten Handels-Zeitung „Der Wandsbeker Bothe“, im Übrigen die erste deutsche Volkszeitung. Nachdem der Stein aufgrund der Parzellierung des Schlossparks kurzzeitig seinen Platz wechseln musste, befindet er sich nun im Wandsbeker Gehölz und steht seit 1943 unter Denkmalschutz.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Wandsbek
Lage:von Ecke Schlossstraße/Robert-Schuman-Brücke bis Ecke Osterkamp/Oktaviostraße
ÖPNV:U1  Wandsbek Markt, Vorortzug R10: Wandsbek
Fläche:ca. 26,6 ha
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:nicht ausgewiesen