Behörde für Umwelt und Energie

HafenCity Lohsepark

Der rund 4 Hektar große Lohsepark ist das zentrale Element des noch im Bau befindlichen Quartiers Am Lohsepark inmitten der HafenCity. Als breite, grüne Fuge schließt er an den Verlauf des ehemaligen Wallrings südlich der Speicherstadt und des heutigen 1. Grünen Ringes an und verbindet diese mit der Elbe. Außerdem ist er ein Ort des Gedenkens an die von dieser Stelle aus deportierten Juden, Sinti und Roma während des Nationalsozialismus.

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Lohsepark

Ehemaliges Gelände des Hannoverschen Bahnhofs

Der Name „Lohsepark“ leitet sich ab aus dem an diesem Ort gelegenen, seit 1907 so genannten Lohseplatz vor dem ehemaligen Hannoverschen Bahnhof – benannt nach dem Architekten und Ingenieur Hermann Lohse (1815–1893), dem Entwerfer ebendieses Bahnhofs sowie der ersten Eisenbahn-Elbbrücke über die Norderelbe.

Der größte Park der HafenCity

Basierend auf dem auf der Grundlage des städtebaulichen Masterplans entwickelten Freiraumkonzepts von Vogt Landschaftsarchitekten AG (Zürich) ist der in der Tradition der Hamburger Volksparks stehende Lohsepark mit seinen 4 Hektar Gesamtfläche die größte zusammenhängende Grünanlage der HafenCity mit weitreichenden stadträumlichen, sozialen und ökologischen Funktionen. Bei der Planung wurde auch die Öffentlichkeit – u.a. in Form von Workshops mit Kindern und Interviews mit Jugendlichen – miteinbezogen. Geprägt durch eine freie Sichtachse von der Ericusspitze bis zum Baakenhafen, erstreckt er sich wie ein langes grünes Band von Wasser zu Wasser. Großzügige, von einem lockeren Wegenetz durchzogene Rasenflächen, Sitzgruppen und Spielmöglichkeiten laden künftig junge und alte Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Besucher zum Verweilen ein.

Den Auftakt des Parks von der Ericusspitze bildet die restaurierte historische Ericusbrücke, zum Ericusgraben leitet eine schilfbewachsene Böschung mit Flachwasserzone über. Gemeinsam mit der historischen Ericusbrücke entsteht ein Wechselspiel von denkmalgeschützter Bausubstanz, neuer Architektur und naturnaher Vegetation.

Über den umgestalteten historisch gepflasterten Lohseplatz mit alten Linden geht der Park in freie Rasen und Spielflächen über. Im Süden schließt der Park mit einer großzügigen Treppenanlage an das Promenadensystem mit Blick auf den Baakenhafen und Elbe ab. Prägend für den Park ist eine durchgehende Sichtachse „von Wasser zu Wasser“. Baumgruppen und „Follies“ leiten zur seitlichen Straße und zu den Bastionen über, die sich eindrucksvoll mit einem artifiziellen Gittermauerwerk aus dem landschaftlich bestimmten Park erheben.

Fertigstellung Frühjahr 2016

Mit der Eröffnung des Lohseplatzes zum Evangelischen Kirchentag wurde im Frühjahr 2013 der erste Parkabschnitt fertiggestellt. Der südliche Parkteil zum Baakenhafen eröffnete zur Inbetriebnahme der Baakenhafenbrücke und der U-Bahnstation HafenCity Universität im Sommer 2013. Nach Eröffnung der HafenCity Universität im Frühjahr 2014 ist der südliche Parkteil ein vielbesuchter Ort im Focus studentischen Lebens. Westlich an die Freitreppe schließt das vom Büro BB+GG gestaltete Promenadensystem des Elbtor- und Überseequartiers an. Nach Osten folgen die vom Büro Atelier Loidl gestalteten Promenaden, Park und Plätze des Baakenhafenquarties. War die weitere Entwicklung lange durch den Eigentümer der ehemaligen Lagerhalle blockiert, so ist der komplette Park nun seit dem 9. Juli 2016 offiziell eröffnet – und damit vier Jahre früher als vorgesehen. Im Frühjahr 2014 wurden die Abrissarbeiten der Halle abgeschlossen, seitdem erfolgte die aufwendige Flächenvorbereitung, um den Park auf a. 6,5 m üNN, im Bereich der Bastionen auf 8,20 m üNN anzuheben Die gestalterischen Arbeiten und Baumpflanzungen im ehemaligen Hallenbereich starteten ab Frühjahr 2015.

Gedenkort im Zentrum des Parks

Dort, wo heute der Lohsepark liegt, stand einst der während des Kriegs stark beschädigte und im Jahr 1955 vollständig gesprengte Hannoversche Bahnhof. Von hier wurden während des Nationalsozialismus zwischen 1940 und 1945 7.692 Juden, Roma und Sinti deportiert. In Erinnerung an die Vergangenheit des Orts wird im Zuge der Parkgestaltung ein angemessen würdevoller Ort des Gedenkens an die Opfer errichtet – an einem authentischen Platz, der gleichzeitig Teil der zentralen Innenstadt ist. Eine diagonal den Lohsepark durchziehende Fuge nimmt den Verlauf der ehemaligen Gleisanlagen auf und verbindet die noch vorhandenen Überreste des Bahnsteigs 2 mit dem topografischen Fragment des einstigen Bahnhofsvorplatzes am Lohseplatz. In unmittelbarer Nähe, in einem Dokumentationszentrum, findet zudem die Ausstellung „In den Tod geschickt“ mit der Darstellung der Deportationen von Juden sowie Roma und Sinti aus Hamburg von 1940 bis 1945 ihren endgültigen Ort.

Karte

Parkanlagen

Zusatzinformation

Bezirk:Mitte
Lage:Shanghaiallee / Stockmeyerstraße Überseeallee
ÖPNV:U4 bis HafenCity Universität
Fläche:ca. 4,3 ha
Spielplatz:vorhanden
Hundeauslaufzone:nicht ausgewiesen