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Aktionsbündnis Aktionsbündnis Patientensicherheit

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Hamburg ist als erstes Bundesland Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit

Patientensicherheit

Hamburg ist Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit

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Das Aktionsbündnis Patientensicherheit ist eine Vereinigung aus Einzelpersonen und verschiedenen Organisationen im Gesundheitswesen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Patientensicherheit in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Wie dringend diese Aufgabe ist, zeigt die Zahl der Patienten, die in Krankenhäusern geschädigt werden, obwohl dies in ihren Fällen vermeidbar gewesen wäre. Schätzungen besagen, dass es in ungefähr 0,1 Prozent der Fälle sogar zu vermeidbaren Todesfällen durch Fehler im Behandlungsverlauf kommt. Das wären in Deutschland über 17.000 Menschen. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit schätzt, dass in 5 bis 10 Prozent der Krankenhausfälle „unerwünschte Ereignisse“ auftreten, das wären bei 18 Millionen Krankenhausfällen in Deutschland 900.000 bis 1,8 Millionen. Davon sollen eine knappe Hälfte zu Patientenschädigungen führen. Wiederum eine knappe Hälfte davon soll vermeidbar sein. Vertrauen wir diesen Schätzungen, ist davon auszugehen, dass es 200.000 bis 400.000 Fälle vermeidbarer Patientenschädigungen in Krankenhäusern gibt.

In Veröffentlichungen ist bei Bekanntwerden eines solchen Falls in der Regel von „Ärztepfusch“ die Rede. Doch tatsächlich dürfte Pfusch im Gesundheitswesen selten sein. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit verfolgt deswegen einen anderen Ansatz: Fehler passieren – leider, sollen aber für die Zukunft vermieden werden. Dazu ist wichtig, was den Fehler verursacht hat, nicht wer es war. Solche Analysen sind nicht trivial. Sie erfordern neben Fachkenntnissen ein anderes Verhältnis zu Fehlern als bisher. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit unterstützt Krankenhäuser und andere Einrichtungen dabei, solche Fehlermelde– und Fehleranalysesysteme zu installieren (Critical Incident Reporting System, kurz CIRS).

Die Erkenntnisse über Fehlerursachen nützen nur dann etwas, wenn daraus auch Konsequenzen gezogen werden. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat dazu Handlungsempfehlungen entwickelt und veröffentlicht. Zum Beispiel, wie vermieden werden kann, dass das falsche Bein amputiert wird. Oder wie Verwechslungen von Patienten möglichst vermieden werden. Oder wie dafür gesorgt werden kann, dass jemand auch das richtige Medikament in der richtigen Dosierung bekommt. Oder als wichtiger Partner in der „Aktion saubere Hände“  zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen.

Hamburg ist dem Aktionsbündnis Patientensicherheit beigetreten, um die Bedeutung dieses Themas zu unterstreichen, die Arbeit des Aktionsbündnisses zu fördern und weil die Schaffung möglichst guter Rahmenbedingungen für die Patientensicherheit unterstützt werden soll. Auch die Eckpunkte zum Patientenrechtegesetz (PDF-Datei), die zehn Bundesländer unter der Federführung von Hamburg veröffentlicht haben, enthalten Vorschläge dafür. Dort wird zum Beispiel gefordert, die Daten aus den Fehlermeldesystemen (CIRS) rechtlich besonders zu schützen. Dafür soll es auch verpflichtend sein, solche Systeme zu betreiben.

Es gibt eine Reihe Herausforderungen für die Zukunft auf dem Gebiet der Patientensicherheit. Zum Beispiel die Frage, was Patienten möglicherweise selber zu ihrer Sicherheit beitragen können. Das erfordert allerdings, das Arzt-Patienten-Verhältnis grundlegend zu ändern. Und zwar so, dass es möglich wird, ohne Furcht Ärzte auf Auffälligkeiten hinzuweisen. Oder vielleicht die Frage zu stellen: „Herr Doktor, haben Sie sich eigentlich schon die Hände desinfiziert, bevor Sie zu mir gekommen sind?“ Weitere Fragen könnten sich um sicherheitsadäquate Personalausstattung, Qualifizierung, Hygienefragen oder andere Dinge drehen.

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