Schädlinge Haselnußbohrer

Haselnußbohrer - FHH - Hamburg

Erreger

Der Haselnußbohrer (Curculio nucum) gehört zur Familie der Rüsselkäfer. Der erwachsene Käfer ist etwa 8 mm lang und verfügt über einen langen, gebogenen Rüssel, mit dessen Hilfe er im Juni die jungen Früchte anfrisst, um ein Ei hinein zu legen. Ein Weibchen belegt dabei etwa 50 Eier einzeln in die dann etwa 1 cm großen Nüsse. Die cremefarbene Larve wird bis zu 15 mm lange und entwickelt sich in der wachsenden Nuss. Im August verlassen sie die Frucht und verkriechen sich im Boden, wo sie überwintern und sich dann verpuppen. Die erwachsenen Käfer fressen im Frühjahr an den Blättern der Haselnuss, aber auch an Blättern und jungen Früchten anderer Pflanzen.

Schadbild

Der Reifungsfraß der Käfer am Laub im Frühling ist als Schaden in der Regel zu vernachlässigen. Entscheidend ist vielmehr der Fraß der Larven, der die Nussernte stark beeinträchtigen kann. Befallene Früchte sind im Juni an einer kleinen Fraßstelle zu erkennen, die die Weibchen bei der Eiablage verursacht haben. Mit der Zeit vernarben diese Wunden aber weitgehend. Ab August bohrt sich an der gleichen Stelle aber die Larve aus der Frucht heraus und hinterlässt eine etwa 2 mm große Öffnung an der Nuss. Die Nüsse sind innen ausgefressen und enthalten meist nur noch einige Kotkrümel der Larve.

Vorbeugung und Bekämpfung

Abgesehen vom Abklopfen der erwachsenen Käfer bei kleineren Sträuchern sind direkte Gegenmaßnahmen gegen den Haselnußbohrer kaum möglich. Früchte mit sichtbaren Eiablagestellen sollten entfernt werden. Bei der Pflanzung sind früh reifende Sorten zu bevorzugen, da diese weniger stark befallen werden. In Erwerbsanlagen in Frankreich werden seit einigen Jahren Versuche mit dem Einsatz von parasitären Nematoden durchgeführt, die die Larven im Boden abtöten. Hiermit sind durchaus gute Ergebnisse zu erzielen, die Nematoden müssen aber zu dem Zeitpunkt gegossen werden, wenn die Larven gerade die Nuß verlassen und sich in der oberen Bodenschicht aufhalten. Später wandern die Larven in Bodentiefen bis zu 25 cm ab und sind dort kaum noch zu bekämpfen. Da der richtige Zeitpunkt für den Nematodeneinsatz schwer zu ermitteln ist, kann der Einsatz von Nematoden daher vorerst nur versuchsweise empfohlen werden.

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