Krankheiten Hexenbesen

Hexenbesen bei einer Birke Hexenbesen bei einer Birke

Hexenbesen - FHH - Hamburg

Hexenbesen können an verschiedenen Laub- und Nadelgehölzen auftreten. Besonders bei den Laubgehölzen sind die meist kugeligen Gebilde im Winter gut sichtbar. Die Ursachen für die Entstehung von Hexenbesen können sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich unterscheidet man Hexenbesen, die durch Schaderreger wie Pilze, Bakterien oder Viren hervorgerufen werden und solche, die durch Mutationen, also spontane genetische Veränderungen in einer Knospe der Pflanze entstanden sind.
Bei den durch genetische Veränderungen entstandenen Hexenbesen verursacht die Mutation eine mehr oder weniger starke Stauchung der Triebs. Hierdurch sitzen die Knospen am Trieb sehr dicht beieinander. Beim Austreiben der Seitenknospen an dem gestauchten Trieb entstehen dann die typischen besenartigen Gebilde. Die gestauchten Triebe verdicken dabei mit den Jahren immer mehr. Form und Färbung von Nadeln oder Blättern am Hexenbesen können deutlich von denen der restlichen Pflanze abweichen. Ähnlich äußern sich aber auch Hexenbesen, die durch Krankheitserreger hervorgerufen werden. Hier kommt es ebenfalls zu einer Stauchung der betroffenen Triebe. Virus-bedingte Hexenbesen können etwa bei Eschen oder auch Robinien auftreten. Bakteriell bedingte Hexenbesen sind bei Lärchen bekannt. Hexenbesen, die durch Pilze verursacht werden, sind z.B. bei Birken oder Tannen zu finden. Bei der Birke besiedelt der Pilz Taphrina betulina die Rinde des Triebs und bewirkt durch das Ausscheiden von Wuchsstoffen das massenhafte Austreiben schlafender Knospen unterhalb der Infektionsstelle. Bei der Tanne ist ein Rostpilz für die Entstehung der Hexenbesen an den Zweigen verantwortlich. Der gleiche Pilz verursacht bei Infektionen am Stamm der Tanne knollenartige Verdickungen. Dieser Pilz vollzieht außerdem einen Wirtswechsel mit Hornkraut- oder Miere-Arten.
Meist beschränkt sich das Auftreten von Hexenbesen auf wenige Äste innerhalb einer Baumkrone, so dass das Wachstum des Baums insgesamt meist nicht beeinträchtigt wird. Ein Entfernen der besenartigen Gebilde ist daher in der Regel nicht notwendig. Hexenbesen, die durch Mutationen im Erbgut der Pflanze entstanden sind, konnten in der Vergangenheit sogar teilweise zur Erweiterung des Gehölzsortiments beitragen. Viele der im Handel befindlichen sogenannten Zwerggehölze sind aus schwachwüchsigeren Mutationen hervorgegangen, die gezielt weitervermehrt wurden.

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