Schädlinge Netzwanzen an Rhododendron und Lavendelheide

Netzwanzen an Rhododendron und Lavendelheide - FHH - Hamburg

Erreger

Netzwanzen sind bis etwa 4 mm große Insekten mit einer stark ausgeprägten, netzartigen Flügeladerung. An Rhododendron treten bei uns 2 verschiedene Arten auf, seit wenigen Jahren ist bei uns außerdem die Andromeda-Netzwanze anzutreffen, die vor allem bei der Lavendelheide (Pieris) und sporadisch auch an Rhododendron auftritt. Alle Arten halten sich vor allem auf der Blattunterseite auf und saugen dort an den Blättern. Die Überwinterung erfolgt jeweils als Ei, das im Bereich der Hauptader des Blattes in das Pflanzengewebe der jüngsten Blätter geschoben wird. Ab Mai sind die zunächst nur 2 mm großen Larven zu finden, im Sommer dann die geflügelten erwachsenen Tiere. Insbesondere die Andromeda-Netzwanze zeichnet sich durch eine sehr hohe Vermehrungsrate aus, so dass vor allem an Pieris starke Schäden möglich sind.

Schadbild

Die von den Netzwanzen ausgesaugten Zellen verfärben sich hell, so dass befallene Blätter an vielen kleinen Sprenkelungen in der Blattfläche zu erkennen sind. Auf den Blattunterseiten sind braune Kottröpfchen und im Sommer die Tiere selbst zu finden. Da Netzwanzen wärmeliebend sind, sind insbesondere Pflanzen in sonnigen Lagen stärker betroffen und größere Schäden entstehen vor allem in heißen Sommern. Stark befallene Blätter können völlig eintrocknen und werden vor allem bei Pieris auch vorzeitig abgeworfen. Im Extremfall kann es durch wiederholten Befall zum Absterben von Sträuchern kommen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Beim Kauf von Pflanzen sollte auf Befallssymptome geachtet werden, um eine mögliche Einschleppung auf diesem Wege zu verhindern. Rhododendron und Pieris sollten entsprechend ihren Ansprüchen an nicht zu sonnigen Standorten gepflanzt werden. Bei Rhododendron treten die Wanzen dann oft nur sporadisch auf, so dass eine Bekämpfung meist nicht notwendig ist.
Eine direkte Bekämpfung kann im Sommer erfolgen, wobei die meisten  Mittel zusätzlich eine Nebenwirkung auf die bei Rhododendron gleichzeitig auftretende Rhododendron-Zikade besitzen.

Einsetzbare Pflanzenschutzmittel:

Pflanzenschutzmittel Schädlingsfrei Careo

Kontakt- und Systemische Wirkung
Einsatz bei Sichtbarwerden erster Symptome

Pflanzenschutzmittel Spruzit Neu

Kontaktwirkung
Abstandsauflagen beachten

Pflanzenschutzmittel Neem-Azal T/S

Kontakt- und Fraßwirkung
Einsatz bei Sichtbarwerden erster Symptome

Pflanzenschutzmittel Neudosan Neu Blattlausfrei

Kontaktwirkung
Abstandsauflagen beachten

Pflanzenschutzmittel INSEKTIZIDE

Systemische Wirkung:
Das Pflanzenschutzmittel wird von der Pflanze aufgenommen und im Gefäßsystem transportiert und auch versteckt sitzende Schädlinge werden erreicht. Viele Systemisch wirkende Mittel sind jedoch auch Bienen- und Nützlings gefährlich, so dass der Gebrauch nur auf das Nötigste eingeschränkt werden sollte. Handelspräparate werden in unterschiedlichen Formulierungen angeboten. Hierbei können z. Bsp. Granulate, Pulver, Sprays oder Stäbchen zur Anwendung kommen.
Kontaktwirkung:
Das Pflanzenschutzmittel wird von der Pflanze nicht aufgenommen und wirkt über die Insektenoberfläche. Der Schädling muss entweder direkt getroffen werden, oder der Wirkstoff wird durch Berührung mit der behandelten Blattoberfläche aufgenommen.
Fraßwirkung: Das Pflanzenschutzmittel gelangt über die Nahrungsaufnahme durch Saug- oder Fraßtätigkeit in den Körper. Dabei befindet sich der Wirkstoff entweder auf der Pflanzenoberfläche, oder wurde zuvor von der Pflanze aufgenommen.
Abstandsauflagen:
Beim Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel sind zwischen der zu behandelnden Fläche und einem Oberflächengewässer Abstände bei der Mittelanwendung einzuhalten.  Diese sind je nach Pflanzenschutzmittel und den zu behandelnden Kulturen unterschiedlich und müssen der Gebrauchsanweisung entnommen werden.
Bienengefährlich:
Einstufung der Pflanzenschutzmittel hinsichtlich der Auswirkungen auf Bienen:
B1: Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft. Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden.
B2: Das Mittel ist als bienengefährlich, außer bei Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelten Bestand bis 23:00 Uhr, eingestuft.
B3: Aufgrund der durch die Zulassung festgelegten Anwendung des Mittels werden Bienen nicht gefährdet.
B4: Das Mittel wird als nicht bienengefährlich eingestuft.

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