Krankheiten Obstbaumkrebs

Obstbaumkrebs - FHH - Hamburg

Erreger

Der Obstbaumkrebs wird durch den Pilz Nectria galligena hervorgerufen. Er kann bei Apfel und Birne auftreten. Andere Arten der Gattung Nectria können z.B. bei Rotbuche, Esche oder Eberesche ähnliche Symptome hervorrufen. Der Pilz infiziert die Zweige der Pflanzen über Wunden, dies können Schnittwunden, aber auch feine Risse oder frische Blatt- und Fruchtnarben sein. Besonders bei feuchter Witterung ist die Zeit des Laubfalls im Oktober daher Hauptinfektionszeit für den Pilz. Von den Befallstellen ausgehend tötet der Pilz das Rindengewebe ab.

Schadbild

Die durch den Pilz abgetöteten Rindenbereiche verfärben sich braun, werden trocken und rissig. Im Frühjahr und Sommer sind hierauf zeitweise gelblich-weiße Sporenlager zu sehen.
Vor allem im Herbst sind dann sehr kleine kugelig-rötliche Sporenlager zu finden. Bei jungen Trieben kann der Pilz oft triebumfassend die Rinde zerstören, wodurch es zum Absterben des Triebs kommt. Dickere Zweige und Äste können oft lange mit einer Infektion weiterleben, wobei sich bei einigen Sorten mit den Jahren ein immer dickerer Kragen um die Infektionsstelle bildet, wovon sich auch die Bezeichnung "Obstbaumkrebs" ableitet. Der Kragen entsteht dadurch, daß der Baum die Wunde zu überwallen versucht. Neben den Triebinfektionen kann es durch Nectria galligena auch zu einer Fruchtfäule beim Kernobst kommen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Wichtigste vorbeugende Maßnahmen sind die Auswahl gesunden Pflanzenmaterials und die Pflanzung wenig anfälliger Sorten. Die Apfelsorten ‚Cox Orange', ‚Gloster', ‚Klarapfel' und ‚Berlepsch' gelten z.B. als sehr anfällig.

Bei dichten Pflanzenbeständen und dichtgewachsenen Baumkronen können sich Pilze allgemein gut ausbreiten, da sich Feuchtigkeit lange im Bestand hält. Deshalb ist regelmäßiges Auslichten der Bestände bzw. Baumkronen notwendig. Bei vorhandenen Infektionen sollten diese herausgeschnitten werden, um einer weiteren Ausbreitung im Bestand vorzubeugen.

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