Krankheiten Phytophthora-Wurzelfäule

Phytophthora-Wurzelfäule - FHH - Hamburg

Erreger

Verschiedene Erreger aus der Pilz-Gattung Phytophthora können bei zahlreichen Pflanzen eine Wurzelfäule verursachen, die zum Absterben von Pflanzenteilen oder häufig auch der ganzen Pflanze führt. Die Infektionen sind dabei meist bodenbürtig, seltener kann auch eine Infektion der Triebe erfolgen. Der Erreger tötet die Wurzelrinde der Pflanze ab, so daß die Triebe und Blätter nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Betroffen sind häufig Pflanzen, die an ungünstigen Standorten stehen oder Pflanzen die z.B. durch Staunässe oder durch Überdüngung anfälliger sind. Häufig befallen werden z.B. Rhododendron, Scheinzypressen oder auch Erdbeeren. Eine Form der Phytophthora tritt in den letzten Jahren verstärkt bei Erlen auf. Hierbei wird der Erreger meist über das Wasser zu den häufig an Bächen gepflanzten Bäumen weiterverschleppt.

Schadbild

Phytophthora-Infektionen äußern sich häufig erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Typisch sind plötzliche Welke-Erscheinungen bei krautigen Pflanzen und sommergrünen Gehölzen, bei hartlaubigen Pflanzen oder Nadelgehölzen entstehen oft auch erst Vergilbungen der Blätter oder es kommt zum allmählichen Vertrocknen der betroffenen Zweige oder Pflanzen. Befallene Pflanzen nehmen gegenüber gesunden Pflanzen oft eine fahlgrüne Färbung an. Während kleinere Pflanzen meist ganz betroffen sind, fallen bei größeren Gehölzen oft erst einzelne Äste aus. Die Symptome treten typischerweise bei einsetzender trocken-warmer Witterung auf, also dann, wenn die Pflanzen viel Wasser benötigen und die verbliebenen gesunden Wurzeln nicht mehr in der Lage sind, die Blätter zu versorgen. An den Wurzeln sind die Infektionen an Verbräunungen im Rindenbereich zu erkennen. Im fortgeschrittenen Stadium ziehen sich diese Verbräunungen oft zungenförmig bis in den Wurzelhalsbereich der Pflanze hoch.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da die Symptome der Phytophthora-Wurzelfäule meist erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung sichtbar werden, sind die betroffenen Pflanzen häufig nicht mehr zu heilen. Um ein Auftreten der Erkrankung zu vermeiden sollten die Standortansprüche der Pflanzen beachtet werden und insbesondere Staunässe und Überdüngung vermieden werden. Kranke Pflanzen sollten umgehend aus dem Bestand entfernt werden. Empfindliche Kulturen können vorbeugend mit Fungiziden behandelt werden. Bitte wenden Sie sich bei Befallsverdacht an die Pflanzenschutzberatung.

Einsetzbare Pflanzenschutzmittel:

Pflanzenschutzmittel Aliette WG

Systemische Wirkung
Abstandsauflagen beachten
Einsatz bei Befallsgefahr vor dem Pflanzen

Pflanzenschutzmittel FUNGIZIDE

Systemische Wirkung:
Das Pflanzenschutzmittel dringt in das Pflanzengewebe, wird im Gefäßsystem transportiert und hemmt das Myzelwachstum. Dadurch ist der Neuzuwachs geschützt, eine längere Wirkungsdauer und keine Wirkstoffverluste durch Niederschlag. Es ergibt sich jedoch eine höhere Gefahr der Resistenzbildung des Schaderregers gegenüber dem angewendeten Pflanzenschutzmittel und seinem Wirkstoff.
Kontaktwirkung:
Das Pflanzenschutzmittel verbleibt auf der Pflanzenoberfläche und der Belag verhindert die Sporenkeimung. Eine vollständige Benetzung der Pflanze ist erforderlich, Wirkstoff kann durch Niederschläge verloren gehen.
Abstandsauflagen:
Beim Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel sind zwischen der zu behandelnden Fläche und einem Oberflächengewässer Abstände bei der Mittelanwendung einzuhalten.  Diese sind je nach Pflanzenschutzmittel und den zu behandelnden Kulturen unterschiedlich und müssen der Gebrauchsanweisung entnommen werden.
Bienengefährlich:
Einstufung der Pflanzenschutzmittel hinsichtlich der Auswirkungen auf Bienen:
B1: Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft. Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden.
B2: Das Mittel ist als bienengefährlich, außer bei Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelten Bestand bis 23:00 Uhr, eingestuft.
B3: Aufgrund der durch die Zulassung festgelegten Anwendung des Mittels werden Bienen nicht gefährdet.
B4: Das Mittel wird als nicht bienengefährlich eingestuft.

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