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Pflege ohne Zwang Welche Alternativen gibt es und wie findet man die passende?

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Pflege ohne Zwang

Geringer Aufwand – große Wirkung: Häufig genügen einfache Mittel, mit denen Sie  freiheitsentziehende Maßnahmen wie Gurte oder Bettgitter entscheidend reduzieren bzw. sogar überflüssig machen.

Dazu ein paar Beispiele:

  • Eine Alternative ist der Bewegungsmelder. Er beleuchtet den nächtlichen Weg vom Bett zur Toilette und schafft dadurch mehr Sicherheit ohne einzuschränken!
  • Eine Antirutschmatte auf der Sitzfläche des Rollstuhls kann das Herausrutschen vermeiden – und macht so einen einschränkenden Bauchgurt entbehrlich.
  • Immer gut: jede Form von Aktivierung wie ein Spaziergang mit den Angehörigen oder ein spezielles Antisturztraining im Pflegeheim. Denn alles, was die Muskeln erhält oder aufbaut ist förderlich. Es hilft Stürze zu vermeiden oder zumindest die Folgen abzumildern.

Einige typische Situationen, in denen freiheitsentziehende Maßnahmen zum vermeintlichen Schutz angewandt werden und passende Alternativen dazu:

 

Situation

 

freiheitsentziehende Lösung

Alternative

Person rutscht schlafend aus dem Rollstuhl

 

Bauchgurt

 

Umgedrehtes Keilkissen,

Antirutschmatte,

Bauchgurt mit Klettverschluss zum Selbstöffnen

Person fällt aus dem Bett

 

 

Bettgitter oder

Fixierung im Bett

Schwimmnudel am äußeren Rand unter die Matratze schieben: dient der „Nestbildung“,

Weit absenkbares Pflegebett (Niederflurbett)

Person findet nicht mehr den Rückweg vom Supermarkt zurück

Person im Zimmer

einschließen

GPS Sender am Gehwagen, ggf. 

Ortung mit dem Handy

Person  zieht Schläuche nach OP

 

Fixierung der Arme

Fäustling, Schutzhandschuhe

Person ist unruhig und schreit zur „Mittagsschlafzeit“ häufig lautstark um Hilfe und rüttelt an Türen von anderen Bewohnern des Pflegeheimes.

 

Beruhigendes Medikament  -gegen den Willen der Person

 

Ein Blick in die Lebensgeschichte erklärt: um diese Zeit hatte die Person immer Feierabend.

Nun wird die Person zu dieser Uhrzeit durch einen Besuchsdienst für einen Spaziergang im naheliegenden Park begleitet.

Die Wahl der Mittel hängt vom Einzelfall ab. Deswegen sollte man im ersten Schritt grundsätzlich das Gespräch suchen! Denn nur wer nach Wünschen und Vorlieben der Betroffenen fragt, kann auch Ideen für Alternativen entwickeln. Dies ist eine gut investierte Zeit, die eine Menge Stress ersparen kann.

Bei der Suche nach Alternativen können folgende Fragen weiterhelfen:

  • Welches Verhalten, welches Problem führt zu dem Gedanken, eine freiheitsentziehende Maßnahme anzuwenden?
  • Ganz wichtig zu unterscheiden: liegt das Problem bei der Person oder im Umfeld?
  • Welche Ursachen könnte das Problem haben? (z.B. Personalwechsel,  Lärm von neuen Mitbewohnern, Uhrzeit, anderes Essen, Ereignisse aus der Lebensgeschichte)
  • Wen können Sie in die Problemlösung einbinden?
Alter Mann

Empfehlung:
Bringen Sie so viel wie möglich in Erfahrung über die Biographie, Wünsche und Gewohnheiten der Betroffenen. Die geeigneten Quellen finden Sie im nahen Umfeld. Das betrifft den privaten Bereich genauso wie den medizinisch-sozialen, wozu Betreuer, Bevollmächtigte, Pflegekräfte, Apotheker und Ärzte gehören.

Ein derartiger Austausch fördert Hilfreiches zutage, und es können so gemeinsam getragene Lösungen entstehen. So fremdbestimmt wie nötig, so selbstbestimmt wie möglich: Jede im Alltag nutzbare Alternative kommt allen Beteiligten zugute. Sie bietet den Betroffenen mehr Freiheit und Lebensqualität, den Pflegenden mehr Entlastung und Arbeitsqualität.

 

Beratungstelefon und Kontakt

Fachstelle „Pflege ohne Zwang"

Fachamt für Hilfen nach dem Betreuungsgesetz
Winterhuder Weg 31
22085 Hamburg
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