Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Grundwasser-Planungskarten Flurabstandskarte

"Minimaler Grundwasserflurabstand zum oberflächennahen Grundwasserleiter des hydrologischen Jahres 2008"

grundwasserflurabstand

1. Allgemeine Erläuterungen

Als Flurabstand wird der senkrechte Abstand zwischen einem Punkt der Geländeoberfläche und der Grundwasseroberfläche bezeichnet.

Die Grundwasseroberfläche ist die obere Grenzfläche des Grundwasserkörpers. Wenn der Grundwasserkörper von einer wasserundurchlässigen Schicht, einem Grundwassernichtleiter aus Ton, Torf, Geschiebemergel überlagert wird, kann das Grundwasser nicht mehr so ansteigen, wie es seinem hydrostatischen Druck entspricht. Die Grundwasseroberfläche entspricht in diesem Fall der Unterkante des Nichtleiters, dadurch ist in diesen Bereichen der Flurabstand größer als der Druckspiegel (gespanntes Grundwasser). Je größer der Flurabstand ist, desto tiefer liegt die Grundwasseroberfläche.

Der Flurabstand wird hauptsächlich von den Faktoren Geländemorphologie, Geologie, Grundwasserniveau und dem Anschluss an das Vorflutsystem der Oberflächengewässer sowie durch menschliche Einflüsse wie die Grundwasserentnahme zur Trinkwassergewinnung bestimmt. Weitere Informationen zu den Datengrundlagen erhalten Sie aus der unter Downloads hinterlegten Datei "Minimaler Flurabstand".

Angaben zum Flurabstand werden u. a. für folgende Aufgabenbereiche benötigt:

  • Bewertung  des Einbaus von Ersatz- und Recyclingbaustoffen in den Untergrund (beim Einbau dieser Materialien muss ein Mindestabstand von 1 m zum höchsten zu erwartenden Grundwasserspiegel eingehalten werden).
  • Einschätzung des geringsten Flurabstandes zur Bewertung der Problematik von eindringendem Grundwasser in Keller (Kellervernässung) (bei Starkregenereignissen bzw. durch längerfristige Reduzierung der Grundwasserförderung und einem dadurch steigendem Grundwasserspiegel). Für eine genaue Aussage werden weitere Informationen wie Grundwassergleichenpläne u. a. benötigt.
  • Bewertung des Niederschlagswasserversickerungspotentials einer Fläche (Gebiete mit weniger als 1 m Flurabstand sind für eine Versickerung nicht geeignet).
  • Einschätzung der Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber oberflächlichen Schadstoffeinträgen (bei geringem Flurabstand und fehlenden oder nur geringmächtigen Deckschichten können eingetragene Schadstoffe das Grundwasser besonders schnell erreichen).
  • Erfassung grundwasserabhängiger Landökosysteme (i. d. R. ist bis maximal 3 m Flurabstand, in Ausnahmefällen (z. B. Eichen-Hainbuchenwälder) auch bis zu 5 m Flurabstand ein Kontakt der Vegetation zum Grundwasser gegeben).

2. Erläuterungen zur Flurabstandskarte 2008

  • Die Planungskarte stellt die geringsten Flurabstände zum oberflächennahen Grundwasserleiter für das hydrologische Jahr 2008 (1. Nov. 2007 -31. Okt. 2008) dar. In diesem sehr niederschlagsreichen Jahr wurden in Hamburg die bisher höchsten Grundwasserstände seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen.

                                                   vergrößern Es wird ein Bild der Flurabstandskarte dargestellt (Bild: BSU/U12)

  • Die Flurabstandskarte ist für den Maßstabsbereich von 1:5.000 bis 1:10.000 konzipiert. Für größere Maßstabe (z.B. ab 1:3.000) reicht die Genauigkeit der Datengrundlage nicht aus.
  • In der Flurabstandskarte werden keine schwebenden Grundwasser- und Stauwasservorkommen berücksichtigt. Informationen hierzu sind grundstücksbezogen zu ermitteln. Die Flurabstandskarte lässt sich über folgenden Link im Geoportal der Stadt Hamburg (GeoOnline) im Themenkomplex Umwelt und Klima aufrufen:

            minimaler Grundwasserflurabstand

            maximaler Grundwasserflurabstand

  • Weitergehende Fachinformationen zur Flurabstandskarte sind im Begleittext „Minimaler Grundwasserflurabstand zum oberflächennahen Grundwasserleiter in Hamburg“ enthalten (siehe Downloaddokument).

3. Haftung und Vertrieb:

Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Konsistenz der Flurabstandskarte werden keine Haftung und Gewährleistung übernommen. Eine Haftung entfällt auch für Folgen und möglichen Schäden, die aus der Anwendung oder Bearbeitung der Karte oder der von ihnen abgeleiteten oder erzeugten Zwischen- und Folgeprodukte entstehen können.

Die Karte kann als digitale Shape-Datei für die ARCGIS-Version 10.2 direkt bei der BUE/W12 bezogen werden. Die Kosten für die Shape-Datei „Grundwasseroberfläche" (Polygone) beträgt für das Hamburger Stadtgebiet 290 Euro, die Druckfläche (Linien-Shape) 190 Euro. Hierbei enthalten sind keine weiteren Informationen (wie topografische Karten etc.).

Außerdem können auf Anfrage Übersichtskarten als PDF-Datei (A4 bis A1-Formate) bestellt werden.

Downloads