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Abgelehnt. Der Radikalenbeschluss von 1972 in Hamburg Ausstellung im Hamburger Rathaus vom 5. bis 27. Juli 2022

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In den 1970er Jahren versuchten Bundes- und Landesregierungen mit dem Radikalenbeschluss sogenannte „Verfassungsfeinde“ mittels Regelanfragen beim Verfassungsschutz und aufwendiger Überprüfungsverfahren vom Staatsdienst fernzuhalten.

Broschüre zur Ausstellung

Ausstellung im Hamburger Rathaus vom 5. bis 27. Juli 2022

Die Ausstellung „Abgelehnt. Der Radikalenbeschluss von 1972 in Hamburg“ zeigt ab dem 5. Juli die Praxis der Überprüfungsverfahren in der Hansestadt. Bis 1978 gab es in Hamburg etwa 100.000 Anfragen an den Verfassungsschutz, betroffen waren damals vor allem Lehrerinnen und Lehrer. Etwa 90 Personen wurden aus politischen Gründen nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt oder entlassen.

Die auf ein Ersuchen der Hamburgischen Bürgerschaft aus dem Sommer 2018 zurückgehende Ausstellung wurde vom Personalamt des Hamburger Senats beauftragt und von der Historikerin Dr. Alexandra Jaeger für die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) kuratiert. 

Alexandra Jaeger: „50 Jahre nach dem Radikalenbeschluss ermöglicht die Ausstellung die Auseinandersetzung mit einem der umstrittensten Themen der 1970er Jahre. Hamburg hatte eine doppelte Vorreiterrolle – einerseits bei der Durchsetzung des Radikalenbeschlusses 1971/72 und gut sieben Jahre später bei der Abkehr davon unter dem Motto „Mehr Toleranz wagen“. Die Überprüfungsverfahren liefen oft schematisch ab und wurden den einzelnen Menschen kaum gerecht. Die massenhaften Anfragen beim Verfassungsschutz sorgten für Verunsicherung gerade unter jungen Menschen.“

Staatsrat Jan Pörksen (Chef der Senatskanzlei und des Personalamtes): „Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag für die Aufarbeitung der damaligen Ereignisse. Sie ordnet das Vorgehen unter dem Blickwinkel der gesellschaftlichen Situation in den 1970er Jahren ein und zeigt auch anhand ganz konkreter Beispiele dessen gravierende Auswirkungen. Zugleich gibt sie eine Orientierung für die aktuelle Diskussion über Verfassungsfeinde im öffentlichen Dienst. Ich danke der FZH für die nach meiner Einschätzung sehr gelungene Aufbereitung eines komplexen Themas und wünsche mir sehr, dass die Ausstellung eine breite Öffentlichkeit findet.“ 

Die Ausstellung ist bis zum 27. Juli 2022 in der Rathausdiele zu sehen. 

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