Olympiabewerbung

Hamburg legt Finanzkonzept für Olympische und Paralympische Spiele vor

Olympia in Hamburg ist ein Gewinn für die ganze Stadt. Zu diesem Ergebnis kommt die am Mittwoch vorgelegte Berechnung der Kosten: Hamburg kann wirtschaftlich tragfähige Spiele ausrichten und investiert dabei langfristig in die Infrastruktur der Stadt. „Die Spiele sind eine Chance für unsere Stadt, eine Chance für alle und wir sollten sie nutzen“, ist Sportsenator Andy Grote überzeugt.

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Drohnen-Show zum Start der Olympia-Kampagne
Drohnen-Show zum Start der Olympia-Kampagne Witters Sportfotografie

Der Senat hat gemeinsam mit externen Finanzgutachtern und Experten am Mittwoch das finanzielle Rahmenkonzept für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele vorgestellt. Es unterscheidet zwischen Kosten für die Organisation und Durchführung der Spiele und den Investitionen in die Stadt. Das Ergebnis: Die Organisationkosten werden durch Einnahmen gedeckt, und gleichzeitig investiert die Stadt in ihre Zukunft. Das Konzept zeigt, dass Hamburg wirtschaftlich solide, nachhaltig und mit langfristigem Nutzen für die Stadt Olympische und Paralympische Spiele ausrichten kann.

Organisation und Durchführung der Spiele

Den größten Teil der Kosten für die Ausrichtung der Spiele machen die Organisations- und Durchführungskosten aus. Zum sogenannten Durchführungsbudget gehören sämtliche Ausgaben für die direkte Organisation und Durchführung der Wettkämpfe. Kosten insbesondere für temporäre Infrastruktur, Dienstleistungen, Personal, Technologie, Marketing und Kommunikation zählen dazu. Dieser Posten beläuft sich nach aktueller Kalkulation auf 4,8 Milliarden Euro. Von den Mitteln, die in entsprechende Dienstleistungen und die Realisierung einzelner Maßnahmen fließen, sollen insbesondere Hamburger Firmen und Unternehmen stark profitieren. 

Das Durchführungsbudget wird vollständig durch Veranstaltungseinnahmen finanziert, die sich auf rund 4,9 Milliarden Euro belaufen. Sie setzen sich zusammen aus Beiträgen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aus der internationalen Vermarktung (Medienrechte und weltweites Sponsorenprogramm) sowie nationale Sponsoring-, Ticketing-, Hospitality- und Lizenzierungserlöse. Hamburg und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kalkulieren mit rund 32 Prozent Einnahmen aus lokalem Sponsoring, das damit den größten Anteil auf der Einnahmenseite ausmacht, gefolgt von rund 30 Prozent Einnahmen aus Ticketverkäufen (rund 10 Millionen Tickets) sowie 25 Prozent an Beiträgen vom IOC (rund 1,2 Milliarden Euro). Für die Durchführung der Paralympischen Spiele ist derzeit ergänzend ein Zuschuss der nationalen Regierung üblich.

Nach derzeitiger Kalkulation ergibt sich somit für Hamburg rein rechnerisch im Durchführungsbudget ein Überschuss und damit ein Gewinn von rund 100 Millionen Euro. 

Investitionen in die Zukunft

Rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagt das Konzept für das Investitionsbudget. Darin enthalten sind Maßnahmen, die über die eigentliche Durchführung der Spiele hinaus einen langfristigen Nutzen für die Stadt und die Hamburgerinnen und Hamburger haben. Hierzu zählen unter anderem:

  • Erweiterungs-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen bestehender Sportinfrastruktur (Wettkampf- und Trainingsstätten),
  • Maßnahmen zum Ausbau der Barrierefreiheit,
  • Investitionen in Sportförderung und Bildung,
  • Investitionen in Hamburger Grün und Nachhaltigkeit,
  • Infrastrukturmaßnahmen im Bereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Straßen, Geh- und Radwege sowie Schienenverkehr.

Diese Kosten sind geringer als bei früheren vergleichbaren Bewerbungen, da im Hamburger Konzept weder das Olympisches Dorf noch Wettkampfstätten ausschließlich für die Spiele neu errichtet werden müssen. Stattdessen werden bestehende Veranstaltungs- und Sportstätten wie die Messehallen, das Millerntorstadion oder die Barclay-Arena genutzt, modernisiert oder temporär erweitert. 76 Prozent aller Sportstätten bestehen bereits, 24 Prozent werden temporär errichtet. Sportanlagen, die nur für die Dauer der Spiele bestehen sollen, können in ihren Bestandteilen nachhaltig weiterverwendet werden. Sie sollen beispielsweise in öffentlichen oder vereinseigenen Sportstätten und Parks integriert oder den Sportvereinen zur Verfügung zu stellen. Somit ist für alle Sportstätten eine sinnvolle Nachnutzung sichergestellt.

Die Investitionen werden über rund zehn Jahre verteilt. So entstehen jährlich etwas mehr als 100 Millionen Euro Olympia-Kosten, die sich gut in den bestehenden Investitionshaushalt der Stadt einfügen.

Unterstützung durch die Bundesregierung

Die Bundesregierung wird die deutsche Stadt, die sich um die Austragung von Olympia bewirbt, unterstützen. Sie sagt der Ausrichterregion unter anderem eine finanzielle Beteiligung zu, so dass gezielt Mittel des Bundes für zukunftsweisende Infrastrukturinvestitionen nach Hamburg fließen würden. Bereits geplante Infrastrukturmaßnahmen wie zum Beispiel die Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs würden durch die nationale Bedeutung der Durchführung Olympischer und Paralympischer Spiele aus Bundesmitteln unterstützt und priorisiert werden.

Finanzsenator Andreas Dressel betont, dass im Zuge der Spiele gezielt in die Zukunft der Stadt investiert werde. Mit einer positiven Bewerbung Hamburgs würden öffentliche und private Gelder gezielter und schneller in Hamburger Infrastruktur-Projekte fließen. Sollte eine andere Bewerberregion den Zuschlag für die Ausrichtung der Spiele erhalten, würden diese Mittel dorthin und nicht nach Hamburg fließen. „Wir können uns die Spiele leisten und bei der Durchführung und Organisation der Spiele in Hamburg ist es möglich, dass ein Überschuss erzielt werden kann, der den Hamburgerinnen und Hamburgern zugutekommen wird,“ ist Senator Dressel überzeugt.

Sportsenator Andy Grote sieht die Bedeutung der Spiele für Hamburg nicht nur als ein internationales Sportereignis, sondern auch als ein strategisches Zukunftsprojekt für Sport, Infrastruktur und Stadtentwicklung. Sportsenator Grote: „Mit dem heute vorgelegten Finanzkonzept können wir sagen, Olympia ist auch finanziell ein Gewinn für Hamburg! Mit Organisationskosten, die durch Einnahmen gedeckt sind und Investitionen, von denen alle profitieren – diese Rechnung geht für Hamburg auf. Und das Wichtigste: Es fehlt kein Geld an anderer Stelle.“