Rote Hilfe e.V.

Die „Rote Hilfe e. V.“ (RH) ist eine Rechtshilfeorganisation zur Unterstützung von Angehörigen des linken und linksextremistischen Spektrums. Mit ihren bundesweit rund 12.000 Mitgliedern aus Angehörigen verschiedener linker und linksextremistischer Organisationen und Szenestrukturen gehört sie zu den mitgliedsstärksten Gruppierungen des deutschen Linksextremismus.

Historie „Rote Hilfe e. V.“

Die Rote Hilfe e.V. hat eine lange historischen Vorgeschichte. Ihr Vorläufer ist die bereits 1921 in der Weimarer Republik entstandene „Rote Hilfe Deutschland“ (RHD), welche zu dieser Zeit von der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) dominiert war. Nach dem Verbot ihrer wichtigsten Organe 1933 und der Selbstauflösung 1936 entstand in den 1960er Jahren die „Rechtshilfe der außerparlamentarischen Opposition“. Ausgehend von dieser Gruppierung gründeten sich ab 1970 autonome Rote Hilfe-Gruppen in verschiedenen Städten, auch in Hamburg. Zudem bildeten sich anarchistische Schwarze-Hilfe-Gruppen. Mit Gründung der kommunistischen zentral organisierten Roten Hilfe (nicht zu verwechseln mit der heutigen Rote Hilfe e.V.) im Jahr 1974 spaltete sich die gesamte Rote-Hilfe-Bewegung. Auch aufgrund ihrer Haltung und Unterstützung der Aussagen inhaftierter RAF-Mitglieder rückte sie zunehmend in das Blickfeld des Verfassungsschutzes. Ein Treffen aller Rote- und Schwarze-Hilfe-Gruppen im Jahr 1974 mit Abspaltungen und Brüchen führte schließlich zu der Gründung der KPD-nahen „Roten Hilfe Deutschland“ am 26. Januar 1975. Seit Mitte der 1980er Jahre wurde sie dezentral organisiert und beschloss 1986 die Umbenennung in „Rote Hilfe e. V.“. Seither bezeichnet sie sich als „eine Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt.“ 

Als „verbindendes Element“ der linken Szene gegen vorgebliche staatliche Repression begreift sich die RH laut ihrer Satzung mittlerweile als eine „parteiunabhängige, strömungsübergreifende linke Schutz- und Solidaritätsorganisation“ und verfolgt das Ziel, Solidarität für möglichst alle zu organisieren, die aufgrund linksextremistisch motivierter Taten strafrechtlich verfolgt werden. Wichtige Themenfelder sind aus Sicht der RH der Kampf gegen Faschismus, Sexismus und Militarismus. Von strafprozessualen Maßnahmen betroffene Linksextremisten werden finanziell, insbesondere bei Anwalts- und Gerichtskosten, unterstützt, sofern sie sich den Bedingungen der Roten Hilfe unterwerfen. Zu diesen Bedingungen zählen in erster Linie Leitsprüche wie „Solidarität ist eine Waffe“ und „Keine Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz, Staatsschutz oder anderen Repressionsbehörden! Anna und Arthur halten’s Maul“.
 

„Rote Hilfe e.V.“ Hamburg

Regional setzt sich die Ortsgruppe Hamburg mit lokalen Themen auseinander und fungiert als Ansprechpartner und Organisator von Veranstaltungen vor Ort. Wöchentlich bietet sie Beratungen und regelmäßig auch Workshops, Infoabende, Kundgebungen und Aktionstage, die sich dem „Umgang mit den staatlichen Repressionsorganen“ widmen, an. Diese finden überwiegend im linksextremistischen Treffort „Centro Sociale“ statt.

Aktuelle Informationen zum Verein „Rote Hilfe e. V.“ in Hamburg

Aktuelle Informationen zum Verein „Rote Hilfe e. V.“ in Hamburg finden Sie im Verfassungsschutzbericht ab Seite 92.

Verfassungsschutzbericht 2023