Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Ausbau der zivilen Verteidigungsfähigkeit in Deutschland und die wirksame Abwehr hybrider Bedrohungen und Angriffe, insbesondere gegen kritische Infrastruktur. Beides sind Schwerpunktthemen des Hamburger IMK-Vorsitzjahres. Die Innenressorts und Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern sehen sich dabei Herausforderungen gegenüber, denen sie vielfach nur gemeinsam und in großer Einigkeit werden begegnen können.
Vertreterinnen und Vertreter von Hamburg Port Authority (HPA), Polizei Hamburg und Rheinmetall informierten den Minister und den Senator über ihre Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Drohnendetektion und -abwehr im Hamburger Hafen. Der Hamburger Hafen als einer der größten und bedeutendsten Seehäfen Europas spielt eine Schlüsselrolle für den internationalen Warenverkehr sowie die deutsche Wirtschaft. Sowohl die HPA als auch die Polizei Hamburg haben in den vergangenen Jahren in den Aufbau moderner Fähigkeiten im Bereich des Drohneneinsatzes und der Drohnenabwehr investiert. Beide entwickeln ihre Fähigkeiten zur Überwachung und Absicherung von Deutschlands größtem Seehafen dabei stetig weiter.
Ziel der seit vergangenem Dezember bestehenden Kooperation mit Rheinmetall ist es, in enger Zusammenarbeit mit einem international tätigen Industriepartner Expertise und Know-how bei der konzeptionellen Weiterentwicklung von Taktiken und Technologien im Bereich der Drohnendetektion und -abwehr zu bündeln. Gerade die weltweit hohe Dynamik bei der Weiterentwicklung von Drohnentechnologie macht eine stärkere Verzahnung von Sicherheitsbehörden, Betreibern von kritischer Infrastruktur und Industriepartnern notwendig. Als weltweit agierender Technologiekonzern verfügt Rheinmetall über umfangreiche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen auf dem Gebiet der Detektion und Abwehr von Drohnen.
So ist denkbar, dass zukünftig auch unbemannte Überwasserdrohnen zum Schutz des Hamburger Hafens (u. a. für Detektion, Aufklärung und Überwachung unter Wasser) zum Einsatz kommen könnten. Entsprechende Modelle wurden am Montag vorgeführt. Diese können sowohl ferngesteuert oder auch zukünftig womöglich autonom (z. B. mittels Künstlicher Intelligenz) in den Einsatz gehen. Die Polizei Hamburg stellte zudem ihren mobilen Drohnen-Leitstand vor. Dieser ermöglicht ein Überfliegen von größeren Bereichen oder Anlagen (z. B. Kritischer Infrastruktur), auch außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten. Drohnen können so von einem Leitstand aus auch aus mehreren Kilometern Entfernung gesteuert werden. Dabei könnten zukünftig auch autonom fliegende Drohnen z. B. zur Überwachung kritischer Infrastruktur zum Einsatz kommen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt informierte sich in Hamburg zudem über die Arbeit des Hafensicherheitszentrums (HSZ), das im Mai 2024 seine Arbeit aufgenommen hat. Die Polizei Hamburg, die Generalzolldirektion und die Hamburg Port Authority arbeiten dabei unter einem Dach zusammen, um den Gefahren der international organisierten Drogenkriminalität schlagkräftig entgegenzutreten. Im HSZ werden alle eingehenden Informationen und Hinweise gebündelt und bewertet, um Zusammenhänge zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen. Das HSZ steht dabei im engen Austausch mit der Hafenwirtschaft, den Sicherheitsbehörden des Bundes sowie internationalen Sicherheitsbehörden und den Häfen, wie Rotterdam und Antwerpen.
Hamburgs Innsenator Andy Grote: „Deutschland muss seine zivile Verteidigungsfähigkeit systematisch und analog zur militärischen Verteidigungsfähigkeit ausbauen. Hierfür brauchen wir eine robuste und eng verzahnte Struktur aller staatlichen Ebenen und eine klare aktive Steuerung durch den Bund. Gerade der Hamburger Hafen als wohl größte kritische Infrastruktur in Deutschland hat eine zentrale Bedeutung für die Versorgungssicherheit und muss entsprechend wirksam geschützt werden. Der vermehrte Einsatz von Drohnentechnologie in militärischen und hybriden Konflikten stellt eine zunehmende Herausforderung für die Sicherheit Deutschlands und unsere kritischen Infrastrukturen dar. Um sie bestmöglich zu schützen, machen wir den Hamburger Hafen zum Innovationslabor für Drohnentechnologie und entwickeln gemeinsam mit der Industrie moderne und zukunftsweisende Technologien in realen Szenarien – auf, unter und über Wasser.“
Bundesminister des Innern, Alexander Dobrindt: „Der Hamburger Hafen zeigt wie unter einem Brennglas, vor welchen sicherheitspolitischen Herausforderungen wir heute stehen. Kritische Infrastruktur muss wirksam geschützt werden – vor klassischen Gefahren genauso wie vor hybriden Angriffen, Sabotage und digitalen Bedrohungen. Dafür brauchen wir den engen Schulterschluss von Bund, Ländern, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft. Hamburg macht vor, wie moderne Sicherheitsarchitektur heute funktioniert: vernetzt, technologisch auf der Höhe und mit klarer staatlicher Durchsetzungskraft.“
Bildmaterial
Fotos vom Termin finden Sie ab ca. 15:00 Uhr unter www.imk2026.hamburg.
Bildrechte: Behörde für Inneres und Sport
Hintergrund
Die „Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder“ – kurz Innenministerkonferenz (IMK) – wurde 1954 ins Leben gerufen, um die länderübergreifende fachliche Zusammenarbeit im Bereich der inneren Sicherheit auf der politischen Ebene zu verankern. Neben den Ressortchefinnen und -chefs der 16 Bundesländer, nimmt auch der Bundesminister des Innern als ständiger Gast an den Sitzungen der IMK teil.
Hamburgs Innensenator Andy Grote vertritt als Vorsitzender der Innenministerkonferenz die Interessen der 16 Innenressorts auf Bundesebene. Er leitet die Sitzungen, koordiniert die Arbeit des Gremiums und stellt zentrale Themen des Vorsitzlandes in den Mittelpunkt. Die beiden Hauptkonferenzen finden voraussichtlich Mitte Juni und Anfang Dezember in Hamburg statt.
Rückfragen der Medien
Behörde für Inneres und Sport
Pressestelle
Telefon: 040 42839 2673
E-Mail: pressestelle@bis.hamburg.de