Im Fokus der Operation standen Täter, die Frauen gezielt betäuben und anschließend vergewaltigen, häufig über einen längeren Zeitraum hinweg – in manchen Fällen sogar über mehrere Jahre. Dabei werden die Opfer oftmals laienhaft mit Medikamenten- und Schmerzmittelkombinationen betäubt. Beteiligt an der Maßnahme waren neben EUROPOL auch Ermittlungsbehörden aus Brasilien, Kanada, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Spanien und den Vereinigten Staaten. Die Maßnahme fand vom 22. bis 24. Juni 2026 in London statt und zielte primär darauf ab, kriminelle Online-Netzwerke wirksam zu stören und zu zerschlagen. Dem vorausgegangen waren u. a. intensive Ermittlungen des LKA Hamburg, bei dem systematisch Chat-Teilnehmer aus einer bekannt gewordenen Telegramm-Gruppe überprüft und die Fälle an die jeweils zuständigen nationalen oder internationalen Behörden übermittelt wurden.
Zuletzt hatte auch die Innenministerkonferenz auf Initiative Hamburgs wichtige Maßnahmen zur Bekämpfung gewaltpornografischer Inhalte im Internet auf den Weg gebracht. Trotz wichtiger Gesetzesänderungen auf Bundesebene u. a. zur Verschärfung der Sanktionen bei der Verabreichung von K. O.-Tropfen, der Einführung von Mindestspeicherfristen für IP-Adressen und Portnummern, der Reform des Cyberstrafrechts und verschärfter Sanktionsmöglichkeiten gegenüber Plattformen, hält die IMK weitere Anstrengungen für erforderlich. Dazu zählen:
- Ausweitung der Strafbarkeit auf den Besitz von ohne oder gegen den Willen des erwachsenen Opfers entstandenen gewaltpornografischen Inhalten
- Weitere Förderung und Ausbau moderner technischer Erkennungssysteme: Verbesserung der automatisierten Erkennung und Auswertung von illegalen Inhalten im Internet durch die Entwicklung und Implementierung leistungsfähiger KI-basierter Analyse- und Filtertools unter der Federführung des BKA
- Weitere Stärkung des BKA in seiner Zentralstellenfunktion über die Ausweitung des für kinderpornografische Inhalte bereits initiierten zentralen Melde- und Löschprozesses hinaus auf sexualisierte Gewalt und Missbrauchsdarstellungen
Dazu Hamburgs Innensenator Andy Grote, in diesem Jahr Vorsitzender der Innenministerkonferenz: „Ich bin froh, dass wir auch dank der intensiven Ermittlungsarbeit unseres Hamburger LKA in Zusammenarbeit mit BKA und EUROPOL einen ersten echten Wirkungstreffer gegen die internationale Vergewaltiger-Szene im Netz erzielen konnten. Die Betäubung, Vergewaltigung und Zurschaustellung von Frauen im Internet hat eine erschreckende Dimension erreicht und jede Frau, die wir aus diesem Albtraum befreien können, ist den Ermittlungsaufwand wert. Ich danke allen Ermittlerinnen und Ermittlern, die an dieser Maßnahme beigetragen haben, um die Misshandlung so vieler Frauen zu beenden. Hamburg wird sich weiter dafür einsetzen, dass wir auch diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die mit dem Konsum gewaltpornografischer Inhalte, dieses menschenverachtende System möglich machen. Deshalb muss auch schon der Besitz von gewaltpornografischen Inhalten, die offensichtlich ohne oder gegen den Willen des Opfers entstanden sind, unter Strafe gestellt werden. Außerdem müssen wir illegale, gewaltpornografische Inhalte mit Hilfe leistungsfähiger KI-basierter Analyse- und Filtersysteme flächendeckender, schneller und effizienter erkennen, löschen und strafverfolgen können.“
Die Pressemitteilung von EUROPOL finden Sie unter:
www.europol.europa.eu/media-press/newsroom/news/156-individuals-identified-in-first-of-its-kind-drug-facilitated-sexual-assaults-operation
Die Pressemitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) finden Sie unter:
www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2026/Presse2026/260702_PM_OPMedusa.html
Rückfragen der Medien
Behörde für Inneres und Sport
Pressestelle
Telefon: 040 42839 2673
E-Mail: pressestelle@bis.hamburg.de