Gut vorbereitet sein

Stromausfälle und Blackouts

Ein Stromausfall kann den Alltag stark beeinträchtigen: Licht, Heizung, Telefon, Internet, Kartenzahlung oder Aufzüge funktionieren dann nicht mehr. Auch Einkäufe oder die medizinische Versorgung können erschwert sein.

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Inhaltsverzeichnis

Ursachen von Stromausfällen

Stromausfälle haben unterschiedliche Ursachen. Dazu zählen:

  • Unfälle oder Schäden an Stromleitungen, etwa bei Bauarbeiten
  • extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hochwasser oder starker Schneefall
  • technische Störungen
  • in seltenen Fällen auch gezielte Angriffe auf die Energieversorgung, etwa durch Sabotage oder Cyberangriffe

Wie lange dauert ein Stromausfall?

In den meisten Fällen werden Stromausfälle innerhalb weniger Stunden behoben.
Kommt es jedoch zu einem großflächigen und länger andauernden Stromausfall, spricht man von einem Blackout. In einem solchen Fall kann es mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt ist.

Welche Auswirkungen wären bei einem länger andauernden Stromausfall zu erwarten?

Unsere Gesellschaft ist in nahezu allen Bereichen von einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung abhängig. 

Ein langandauernder und großflächiger Stromausfall würde alle Kritischen Infrastrukturen (kurz: KRITIS) betreffen. Besonders schwerwiegend wären Ausfälle in der Informations- und Telekommunikation, Versorgungsausfälle bei der Wasser- und Abwasserversorgung sowie im Lebensmittelbereich.

Wie gut ist Hamburg vor Stromausfällen geschützt? 

Zentrale Anlagen der Hamburger Energieinfrastruktur sind umfangreich geschützt.

In Hamburg gilt grundsätzlich das N-1-Prinzip als Standard. Das heißt: Fällt eine Leitung aus, soll eine andere übernehmen. Ein vergleichsweise „engmaschige“ Stromnetz in Hamburg ermöglicht im Ernstfall oft mehr alternative Wege, um den Strom umzuleiten.

Die Hamburger Energienetze (HNE) sind zudem gut vorbereitet. Wichtige technische Betriebsmittel – wie zum Beispiel Transformatoren – werden extra für einen kurzfristigen Tausch oder eine Reparatur bevorratet. Zudem gibt es rund um die Uhr besetzte Leitstellen und Entstörungsdienste sowie Rufbereitschaften für Fachpersonal. Ziel aller Maßnahmen ist es, Störungen schnell zu lokalisieren, einzugrenzen und die Versorgung so rasch wie möglich wiederherzustellen.

Dennoch gilt: Eine hundertprozentige Absicherung des gesamten Stromnetzes (u.a. gegen gezielte Sabotageakte) ist trotz aller Vorsorgemaßnahmen nicht möglich. 

Wie ist Hamburg/sind die Behörden auf einen Stromausfall vorbereitet?

Für diesen Fall gibt es standardisierte Notfall- und Wiederaufbaupläne.

Sollte eine Störung nicht kurzfristig behoben werden können, verfügen sowohl die Hamburger Energienetze (HNE) als auch das Technische Hilfswerk (THW) über Notstromaggregate, die an wichtigen und sensiblen Stellen eingesetzt werden können.

Die Koordination in einem Krisenfall läuft eng abgestimmt zwischen den Krisenstäben der HNE, der zuständigen Fachbehörde (BUKEA) und dem Zentralen Katastrophendienststab (BIS). 

Es finden regelmäßige Krisenstabsübungen statt, in denen auch mögliche Störungen und Ausfallszenarien durchgespielt werden. Die Erfahrungen aus dem mehrstündigen großflächigen Stromausfall in Spanien im Frühjahr 2025 wurde zum Anlass genommen, dass Szenario „Gefahr Ausfall von Strom – Blackout“ intensiv mit den Fachbehörden und Bezirken auszuarbeiten.

Wie werde ich bei einem (langanhaltenden) Stromausfall informiert?

In Krisen und Katastrophen sind aktuelle und verlässliche Informationen besonders wichtig. Die meisten Informationen erhalten Sie über Warn­Apps ( NINA App in App Store Nina App im Google Play Store) und Radio, u.a. zu möglichen Anlaufstellen (zum Beispiel Behörden oder Notfalltreffpunkte).

Bei einem Stromausfall oder einem Ausfall des Mobilfunknetzes funktionieren einige Warnkanäle jedoch nicht. Daher ist es wichtig, beispielsweise ein stromnetzunabhängiges Radio zu haben. Bei einem Stromausfall funktionieren Auto-­ oder Kurbelradios sowie batterie­betriebene Radios, da sie keinen Strom aus der Steckdose benötigen.

Solarbetriebene Batterieladegeräte oder eine Powerbank können bei Stromausfall ebenfalls eine Hilfe sein.

Die Erfahrung zeigt: Bei vergangenen Stromausfällen wurden die Notrufnummern häufig zu Auskunftszwecken angewählt, was zu einer Überlastung des Notrufs und in Einzelfällen zu Verzögerungen bei der Entgegennahme realer Notfälle führen kann. Kontaktieren Sie die Notrufstellen daher nur in wirklichen Notfällen.

Welche Vorbereitungen kann ich treffen?

Auch in Hamburg ist es wichtig, sich auf Stromausfälle und einen möglichen Blackout vorzubereiten. Eine gute Vorsorge hilft dabei, den Zeitraum ohne Strom sicherer zu überstehen und handlungsfähig zu bleiben.

Ausführliche Hinweise zur Vorsorge und zum richtigen Verhalten bei Stromausfällen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:

Kurz zusammengefasst

  • Legen Sie sich ausreichende Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln und ggf. Babynahrung sowie Hygieneartikel an ( Checkliste des BBK).
  • Das Licht von Kerzen, Taschen- oder Campinglampen (mit den erforderlichen Batterien und Akkus) kann im Ernstfall dafür sorgen, dass Sie sich zu Hause auch nach Einbruch der Dunkelheit, noch sicher orientieren können.
  • Mit einem Campingkocher oder Grill können kleinere Mahlzeiten (im Freien!) zubereitet werden.
  • Warme Kleidung für den Winter kann die ausgefallene Heizung kompensieren. 
  • Um informiert zu bleiben, kaufen Sie ein Radio, das mit Batterien betrieben werden kann. Dazu sind genügend Ersatzbatterien erforderlich. Außerdem gibt es Radios, die manuell mit einem Dynamoantrieb und einer Handkurbel funktionieren. Gleiches gilt für Taschenlampen. Der Freizeit- und Campinghandel hält eine Vielzahl von Geräten bereit, die in solchen Situationen hilfreich sind.
  • Denken Sie daran, Bargeld zur Verfügung zu haben, da bei Stromausfall auch die Geldautomaten nicht mehr funktionieren.
  • Tanken Sie Ihr Auto regelmäßig voll.

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