Besuchsprogramm des Senats

Jüdische ehemalige Bürger:innen Hamburgs und deren Nachfahren haben die Hansestadt besucht

22. Juni 2026 Pressemitteilung

35 jüdische ehemalige Bürger:innen Hamburgs und ihre Nachkommen besuchten in der vergangenen Woche die Hansestadt. Sie reisten aus Israel, den USA, Australien, Brasilien und Argentinien an und kamen auf Einladung des Senates.

  • Kultur und Medien
Gruppenfoto der Teilnehmenden des Besuchsprogramms für jüdische ehemalige Hamburgerinnen und Hamburger 2026
Behörde für Kultur und Medien

Der Senat lädt ehemalige Hamburger:innen, die zwischen 1933 und 1945 emigrieren mussten oder die Konzentrationslager überlebten, sowie deren Kinder und Enkel in die Hansestadt ein. Die ältesten Teilnehmenden waren 90 Jahre alt, der jüngste war 20 Jahre alt.  

Mit dem Programm bietet der Senat den Teilnehmenden die Möglichkeit, die Stadt zu besuchen, in der sie oder ihre Vorfahren zu Hause waren. Es ist ein wichtiger Teil der Hamburger Erinnerungskultur und fördert Dialog und Begegnungen. Organisiert wurde das Besuchsprogramm von der Behörde für Kultur und Medien. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es ist uns eine große Ehre, dass auch dieses Jahr so viele jüdische ehemalige Hamburger:innen mit ihren Nachkommen unserer Einladung gefolgt sind und den für viele weiten Weg nach Hamburg auf sich genommen haben. Ihr Besuch ist für unsere Stadt ein Zeichen des Vertrauens und der Offenheit. Die bewegenden persönlichen Begegnungen und Gespräche zwischen den Besucher:innen und der Stadtgesellschaft sind dabei besonders wichtig und stärken den generationenübergreifenden Austausch und das Bewusstsein für Geschichte und Verantwortung.

Das Besuchsprogramm ist nicht nur ein wichtiger Ausdruck des Gedenkens, sondern auch eine Brücke in die Zukunft, die das Erinnern lebendig hält und immer wieder unsere Verantwortung für ein respektvolles Miteinander wachruft.“

In Hamburg nahmen die Besucher:innen an einem breit gefächerten Programm und zahlreichen Möglichkeiten zum intensiven Austausch teil. Den Auftakt bildete am Montag, 15. Juni, ein Senatsempfang im Rathaus mit dem Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda. In den darauffolgenden Tagen erhielten die Gäst:innen umfassende Einblicke in ihre Familiengeschichten, das gegenwärtige jüdische Leben Hamburgs und verschiedene Orte der Stadt. Auf dem Programm standen Besuche unterschiedlicher Erinnerungs- und Gedenkstätten, des Staatsarchivs, jüdischer Friedhöfe sowie weiterer Bildungs- und Kultureinrichtungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem generationenübergreifenden Austausch, unter anderem bei Begegnungen und Gesprächen mit Schüler:innen.

Das Besuchsprogramm:

Am 25. Oktober 1965, dem 24. Jahrestag der ersten Deportation jüdischer Bürger:innen aus Hamburg, veröffentlichte der Senat das erste Gedenkbuch für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Dieses Buch diente nicht nur dem Gedenken an die Ermordeten, sondern sollte auch die Verbundenheit der Stadt mit den Überlebenden verdeutlichen. Um den Kontakt zu verfolgten ehemaligen Hamburger:innnen herzustellen, initiierte der damalige Bürgermeister Dr. Herbert Weichmann eine Anzeigenkampagne in jüdischen, deutschsprachigen Zeitungen in Israel, Lateinamerika und den USA.

Mit dem zunehmenden Wunsch vieler Vertriebener, ihre frühere Heimatstadt zu besuchen, rief der Senat ein Besuchsprogramm für jüdische ehemalige Bürger:innen ins Leben, die zwischen 1933 und 1945 emigrieren mussten. Von 1966 bis 1971 gab es individuelle Einladungen durch den Bürgermeister, ab 1972 begann die Organisation größerer Gruppenbesuche. Seither haben mehrere tausend jüdische ehemalige Hamburger:innen die Stadt besucht.

Im Jahr 2010 weitete die Hamburgische Bürgerschaft das Programm aus und ermöglichte es fortan auch Angehörigen der zweiten Generation – den Kindern der jüdischen ehemaligen Bürger:innen– an den Besuchen teilzunehmen. Diese Erweiterung führte dazu, dass vermehrt Familien aus mehreren Generationen gemeinsam am Programm teilnahmen und die Möglichkeit erhielten, bedeutende Orte aus der Geschichte ihrer Eltern zu besuchen. 

Ein Foto aller Teilnehmenden beim Senatsempfang im Hamburger Rathaus mit Senator Dr. Carsten Brosda gibt es unter https://hamburg.de/go/1189752 zum Download (© Behörde für Kultur und Medien). 

 

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Besuchsprogramm 2026

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