Elbkulturfonds 2026

Kulturbehörde fördert sechs Projekte der Freien Szene

23. Juli 2025 Pressemitteilung

Mit dieser spartenübergreifenden Förderung werden die Stärken und die Vielfalt der kreativen Freien Szene in Hamburg mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt. Die in diesem Jahr ausgewählten sechs Projekte legen einen Fokus auf Kunst im Öffentlichen Raum und aktive Beteiligung der Stadtgesellschaft.

  • Kultur und Medien
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Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Elbkulturfonds ist und bleibt ein unverzichtbares Förderinstrument für die Vielfalt der Kulturstadt Hamburg und ihre Künstlerinnen und Künstler. Es ist beeindruckend zu sehen, wie aufmerksam sich die Hamburger Künstlerinnen und Künstler mit den geförderten Projekten in unserer Stadtgesellschaft bewegen. In dieser Förderrunde geht es raus in den Öffentlichen Raum, mit künstlerischen Interventionen, die irritieren, bewegen und zum Mitmachen einladen. Es macht Mut und Freude zu sehen, wie die eingereichten Projekte die Zeichen der Zeit kreativ in Kunst übersetzen, um die Gegenwart zu spiegeln und die Vergangenheit neu zu bewerten. Dafür meinen herzlichen Dank.“

Folgende Projekte werden aus Mitteln des Elbkulturfonds 2026 gefördert: 

Beyond Borders: Love and Literature“ 

Simoné Goldschmidt-Lechner
Fördersumme: 50.000 Euro
„Beyond Borders: Love and Literature“ schafft ein nachhaltiges, genreübergreifendes Angebot für Schreibende in Hamburg. Die Veranstaltungen werden in unabhängigen Buchläden und Spielstätten in ganz Hamburg stattfinden und in Zeiten zunehmenden Rechtsrucks Orte solidarischen Zusammenkommens feiern. 

„ReferenzBibliothek zu Kunst im öffentlichen Raum Hamburg und darüber hinaus“

Thiseas Efstathopoulos/para-education
Fördersumme: 59.500 Euro
„ReferenzBibliothek zu Kunst im öffentlichen Raum Hamburg und darüber hinaus“ erzählt die Geschichten und Hintergründe der zahlreichen Kunstwerke, Denkmale und künstlerischen Projekte im öffentlichen Stadtraum und entwickelt dazu ein inklusives, barrierearmes, digitales Vermittlungstool. 

„POPAGANDA“

Clara Pazzini
Fördersumme: 66.000 Euro
Clara Pazzini erschafft mit „POPAGANDA“ eine antifaschistische Pop-Oper im öffentlichen Raum – ein Musiktheater-Umzug durch Hamburg, zwischen Konzert, politischem Happening und choreografierter Demonstration.

„Night Shifts (AT)“

Lisa Alice Klosterkötter / KlosterkötterGrafGBR 
Fördersumme: 88.000 Euro
„Night Shifts (AT)“ beschäftigt sich mit der Zeit zwischen Dämmerung und Morgengrauen und untersucht mittels künstlerischer Interventionen, wie Performances, Lesungen, Installationen und Konzerte das Spannungsfeld zwischen Licht und Schatten, Sichtbarkeit und Verborgensein. Vielfältige künstlerische Beiträge finden an Orten wie einem Hafencontainer, dem Volkspark Altona, der St. Pauli Kirche, Straßenschluchten der City Nord, dem Dampfboot-Wartezimmer mit Abwasserkanal, Kneipen auf der Reeperbahn und der Nordelbbrücke statt, an denen drei „Nachtwächterinnen" das Publikum durch den Abend führen. 

„KLIMASTRÖME – Städte, Länder, Flüsse!“

Caio Jacques Piaszek
Fördersumme: 96.500 Euro
Das Kunst- und Forschungsfestival für Kinder und Jugendliche eröffnet künstlerische Zugänge zum Thema Klimaschutz und öffnet eine Plattform für den Austausch von Ideen, Wünschen und Ängsten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bezug auf die Klimakrise und einen sich verändernden Planeten. Ziel ist es, für klimaspezifische Problemstellungen zu sensibilisieren und ein selbst ermächtigtes Netzwerk von Kindern aufzubauen, welches in gemeinschaftlicher Verantwortung in die Zukunft blickt. 

„(NOT A) COMMON GROUND.” 

Liz Rech
Fördersumme: 140.000 Euro
Mit dem Hamburger Baakenhafen als Teil des Diskurses der aktuellen kultur- und erinnerungspolitischen Debatte um post-koloniale Geschichte beschäftigt sich Liz Rech mit „(NOT A) COMMON GROUND.” Der performative Beitrag zur Betrachtung und Aufarbeitung von Kolonialgeschichte wie der Verabschiedung der sogenannten „Schutztruppen“ am Baakenhafen, die später unter dem Kommando von Lothar von Trotha im heutigen Namibia (damals „Deutsch-Südwestafrika“) einen Genozid an den Volksgruppen der Herero und Nama verübten, wird im Frühsommer 2026 im Rahmen der Programmreihe Counter Monuments der neuen Stadtkuratorin Joanna Warsza Kolonialgeschichte stattfinden.

Diesjährige Jurymitglieder des Elbkulturfonds waren:

  • Elmar Lause / Bildender Künstler
  • Tina Pfurr / Performerin, Schauspielerin, Kulturproduzentin
  • Lorraine Suxdorf / Künstlerische Leitung altonale
  • Julian Warner / Künstlerischer Leiter des Brechtfestivals in Augsburg 2023-25

Mehr Infos: www.elbkulturfonds.hamburg