Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Stadt hat lange um den richtigen Umgang mit der Benennung der Hindenburgstraße gerungen. Als Kompromiss wurde zunächst nur ein Teil nach Otto Wels umbenannt. Ich begrüße es sehr, dass nun auch der verbliebene Teil der Hindenburgstraße umbenannt wurde und wir künftig mit der Benennung an Traute Lafrenz erinnern, einer starken Hamburgerin, die sich als Mitglied der Widerstandsgruppe ‚Weiße Rose‘ mutig den Verbrechen der Nationalsozialisten entgegengestellt hat. Die Frage, an wen wir mit der Benennung der Straßen erinnern, ist ein wichtiger Teil des bewussten Umgangs mit unserer Geschichte.“
Traute Lafrenz wurde am 3. Mai 1919 in Hamburg geboren und ist am 6. März 2023 in Charleston County, South Carolina, USA, gestorben. Als Schülerin in Hamburg und später als Studentin in München knüpfte Lafrenz Kontakte mit bekannten Widerstandskämpfern und war selbst aktiv im Widerstand. Sie war Teil der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Am 15. März 1943 wurde sie verhaftet und unter anderem im Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel inhaftiert. Am 15. April 1945 wurde sie von amerikanischen Truppen befreit. 1947 zog sie in die USA, schloss ihr Medizinstudium ab und arbeitete von 1972 bis 1994 als Leiterin der heilpädagogischen Tagesschule „Esperanza“ für Kinder mit geistiger Behinderung. 2009 wurde Lafrenz in Hamburg die Herbert-Weichmann-Medaille verliehen und 2019 der Bundesverdienstorden 1. Klasse.
Die Traute-Lafrenz-Straße führt von der U-Bahnstation Alsterdorf bis zur Alsterkrugchaussee. Auch die in diesem Bereich liegende und über die Alster führende Hindenburgbrücke wird in Traute-Lafrenz-Brücke umbenannt. Der südliche Teil der Hindenburgstraße bis zum Jahnring wird dem bereits 2013 in Otto-Wels-Straße umbenannten Teil angeschlossen.
Nadja Tiller wurde am 16. März 1929 in Wien geboren und ist am 21. Februar 2023 in Hamburg gestorben. Von 1949 bis 2009 spielte sie in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen mit. Sie wurde mit verschiedenen Auszeichnungen gewürdigt, bekam unter anderem 1999 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien und 2000 das Bundesverdienstkreuz.
Walter Giller wurde am 23. August 1927 in Recklinghausen geboren und ist am 15. Dezember 2011 in Hamburg gestorben. Von 1949 bis 2011 spielte er in zahlreichen Filmproduktionen mit. Zudem wirkte er an einigen Hörspielen mit. Ihm wurde zweimal der Bundesfilmpreis, einmal als bester Hauptdarsteller (1960) und einmal als bester Nebendarsteller (1962), verliehen. Dazu wurde er 2000 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Der Fußweg Tiller-Giller-Promenade verläuft vom Dockland, Höhe Große Elbstraße 143, in westliche Richtung bis zur Höhe Neumühlen 37, der Adresse des Seniorenstiftes, in dem das Ehepaar zuletzt lebte.
Die Benennungen werden in den kommenden Wochen von den Bezirken umgesetzt.