Ermöglicht wird das Kultur Kontor Hamburg durch die Förderung von Maersk, dem weltweit größten Anbieter für integrierte Container-Logistik und Hauptmieter im Johann Kontor.
Als Auftakt ist bis zum 5. August 2026 die von der what matters gGmbH und dem Sportmuseum Berlin kuratierte Wanderausstellung „SPORT. MASSE. MACHT. Fußball im Nationalsozialismus“ zu sehen, die in Hamburg gemeinsam von der SHMH sowie der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte vor dem Hintergrund der aktuellen Fußball-Weltmeisterschaft der Männer gezeigt wird. Die Wanderausstellung wird durch die Alfred-Landecker-Foundation gefördert.
Die SHMH wird die Fläche des Kultur Kontor Hamburg für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen und insbesondere als citynahe Plattform für die Vermittlung von Informationen rund um die Entwicklung und Arbeit des Deutschen Hafenmuseums (im Aufbau) sowie zu weiteren Modernisierungsprojekten in den Häusern der Stiftung nutzen. Für den Herbst dieses Jahres ist unter dem Titel „Faszination Hafen“ eine erste Präsentation zu Themen und Objekten aus den laufenden Vorbereitungen für die Realisierung des Neubaus des Deutschen Hafenmuseums geplant. Die Behörde für Kultur und Medien kann das Kultur Kontor Hamburg für einen Monat im Jahr nutzen, um dort Arbeiten von Preisträger:innen des Edwin-Scharff-Preises zu präsentieren. Dieser wird von der Stadt Hamburg für herausragende Leistungen im Bereich der bildenden Kunst verliehen.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit dem Kultur Kontor entsteht an einem der zentralsten Punkte Hamburgs, zwischen Hauptbahnhof, Kunstmeile und UNESCO-Welterbe, ein flexibler Kulturort, der offen ist für alle. Hier können künftig die großen Fragen der Stadtgesellschaft verhandelt werden und dieser Ort macht Lust auf das im Aufbau befindliche Deutsche Hafenmuseum. Zudem können wir hier künftig den Preisträger:innen des Edwin-Scharff-Preises eine Bühne für ihre künstlerische Arbeit bieten.“
Hans-Jörg Czech, Vorstand und Direktor der SHMH: „Mit dem Kultur Kontor Hamburg eröffnet sich für die SHMH die großartige Gelegenheit, mitten in der Hamburger Innenstadt in sehr attraktiven Räumlichkeiten durch Ausstellungen, Veranstaltungen und andere Vermittlungsformate über verschiedene Bau- und Modernisierungsprojekte der SHMH in abwechslungsreicher Form zu informieren. Dabei wird der fortschreitende Entwicklungsprozess des Deutschen Hafenmuseums einen besonderen Schwerpunkt bilden. Die zentrale Lage der neuen Kulturfläche sowie der eintrittsfreie und barrierefreie Zugang geben uns die Möglichkeit, an ungewohnter Stelle ergänzende Einblicke in die künftigen inhaltlichen Angebote und innovativen Vermittlungsformen zu bieten, mit denen die SHMH ihre Museen derzeit für die Zukunft neu aufstellt. Zugleich eröffnet sich die Chance, zwischenzeitlich auch ausgewählten externen Projekten eine Präsentationsplattform zu bieten, wie jetzt der Ausstellung ‚SPORT.MASSE.MACHT‘, für die wir modernisierungsbedingt in unseren Häusern aktuellen keinen Raum anbieten können. Ich danke der Behörde für Kultur und Medien für die Ermöglichung dieses Schaufensters auf unsere Arbeit und die Projekte Dritter. Dem Transport- und Logistikkonzern Maersk gilt unser Dank für die Gestaltung und Förderung dieser qualitätvollen neuen Kulturfläche in Hamburg.“
Martin Fielker, Leiter der Personalabteilung Maersk North Europe Continent: „Das Kultur Kontor Hamburg ist ein starkes Beispiel dafür, wie Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft gemeinsam neue Räume für Austausch und Lernen schaffen können. Als Hauptmieter im Johann Kontor freuen wir uns bei Maersk, diesen Ort aktiv zu ermöglichen und damit einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und zur offenen Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen zu leisten – gerade auch in Verbindung zum Hafen und seiner Geschichte als prägendem Teil Hamburgs.“
Andreas Kahrs, Geschäftsführer what matters gGmbH: „Mit der Ausstellung ‚SPORT.MASSE.MACHT‘ blicken wir durch die Brille des Sports auf den Nationalsozialismus. Wir versuchen, die Mechanismen des Ausschlusses aus dem Sport deutlich zu machen, und möchten an verfolgte Athletinnen, Athleten und Fußballer erinnern. Darüber hinaus fragen wir, welche Kontinuitäten von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung im Sport bis heute fortbestehen. Wir möchten zeigen, dass das Handeln jedes einzelnen Menschen in Geschichte und Gegenwart einen Unterschied machen konnte und kann.“
Silke Muelherr, Co-CEO Alfred Landecker Foundation: „Die Ausstellung zeigt eindrücklich: Fußball war im Nationalsozialismus nicht nur Kulisse, sondern ein Instrument von Propaganda und Ausgrenzung – und viele Vereine wurden selbst zu Akteuren des Unrechts, indem sie jüdische Sportlerinnen und Sportler ausschlossen und ihnen ihre Zugehörigkeit nahmen. Die Alfred Landecker Foundation fördert ‚SPORT.MASSE.MACHT‘, weil die Ausstellung über den Fußball einen Zugang zur Geschichte des Holocaust eröffnet und Menschen dazu anregt, über Teilhabe und die eigene Verantwortung nachzudenken. Gerade wenn bei der anstehenden WM die ganze Welt Tore bejubelt, sollten wir uns fragen, wer heute selbstverständlich dazugehört und ob wir den Mut haben, Antisemitismus und Ausgrenzung auf dem Platz, in der Kabine und auf den Rängen entschieden zu widersprechen – denn niemand von uns ist nur Zuschauer.“
Kultur Kontor Hamburg
Klosterwall 2-8
20095 Hamburg
https://www.shmh.de/kultur-kontor-hamburg/
Öffnungszeiten
Montag sowie Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Der Zugang ist barrierefrei.
Pressefotos unter:
https://www.shmh.de/presse/
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Passwort: SHMH
Zur Ausstellung:
SPORT. MASSE. MACHT. Fußball im Nationalsozialismus
bis 5. August 2026
Die Ausstellung lädt dazu ein, sich kritisch mit der Geschichte des Fußballs auseinander-zusetzen und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu reflektieren. Fußball ist mehr als ein Spiel: Er ist Teil der Gesellschaft, spiegelt Machtverhältnisse wider und kann sowohl verbinden als auch ausgrenzen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng Sport und Politik im Nationalsozialismus miteinander verflochten waren – und stellt die Frage, was wir daraus für den heutigen Sport lernen können. Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Sports dauerhaft in Vereine, Bildungseinrichtungen und die Öffentlichkeit zu tragen.
Die Ausstellung „SPORT. MASSE. MACHT“ ist ein Kooperationsprojekt der NGO what matters und des Sportmuseums Berlin und wurde anlässlich der EURO 2024 in Berlin erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Dank der Förderung durch die Alfred Landecker Foundation wird die Ausstellung nun als Wanderausstellung in ganz Deutschland gezeigt. Gerade im Umfeld eines internationalen Großereignisses wie der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer regt sie dazu an, nicht nur den Sport zu feiern, sondern auch seine Geschichte kritisch zu betrachten. Begleitend zur Ausstellung werden Führungen angeboten. Sie richten sich an alle Gruppen – insbesondere an Sportvereine, Jugendmannschaften und Schulklassen. Zusätzlich gibt es begleitende Veranstaltungen im Stadtraum und in der Gedenkstätte Neuengamme.
Was zeigt die Ausstellung?
Im Nationalsozialismus spielte Sport eine zentrale Rolle. Er sollte Körper formen, Menschen disziplinieren und sie auf Krieg und Gehorsam vorbereiten. Die Nationalsozialisten propagierten die Idee der sogenannten „Volksgemeinschaft“, zu der jedoch nur diejenigen gehören durften, die ihrem rassistischen und antisemitischen Weltbild entsprachen. Sport diente dazu, diese Ein- und Ausschlüsse sichtbar zu machen. Bei großen Sportveranstaltungen inszenierte sich das Regime als modern, leistungsfähig und geschlossen – ein bekanntes Beispiel sind die Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Der Fußball war dabei ein wichtiges Instrument. Viele Vereine schlossen nach 1933 jüdische Mitglieder aus oder passten sich freiwillig den neuen Machtverhältnissen an. Die Ausstellung erinnert an Vereine, die von den Nationalsozialisten verboten wurden, sowie an jüdische Sportler:innen, die verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Die in der Ausstellung gezeigten Trikots stehen für diese ausgelöschten Vereine und für die Lücken, die Gewalt und Verfolgung in der Sportgeschichte hinterlassen haben.
Gleichzeitig wirft die Ausstellung einen Blick auf kaum bekannte, aber eindrückliche Aspekte der NS-Geschichte: Fußballspiele in Konzentrationslagern. Auch dort wurde Sport getrieben. Einerseits zwang die SS die Gefangenen als Bestrafung und zur Demütigung zu Sportübungen. Andererseits konnte Sport und besonders Fußball auch als Ablenkung für die Häftlinge dienen und als Moment der inneren Selbstermächtigung wirken. Die Schlaglichter zeigen, wie widersprüchlich Sport sein kann und wie er unter extremen Bedingungen Teil von Macht, Kontrolle und Überleben wurde. Anhand einzelner Biografien macht die Ausstellung Geschichte greifbar. Lotte Specht gründete Anfang der 1930er Jahre in Frankfurt am Main das erste Frauenfußballteam, scheiterte jedoch an gesellschaftlichen Widerständen. Die Lebensgeschichten des Fußballers Eddie Hamel und der Leichtathletin Lilli Henoch zeigen, dass sportlicher Erfolg letztlich keinen Schutz bot: Auch sie wurden Opfer von Antisemitismus und nationalsozialistischer Gewalt. Beide wurde im Holocaust ermordet.
Die Wanderausstellung versteht sich nicht nur als Angebot, um über Geschichte zu lernen, sondern auch als Beitrag zu einer diskriminierungsfreien Sportkultur in der Gegenwart und Zukunft. Der Besuch der Ausstellung soll dazu ermutigen, aus der Geschichte zu lernen und den Sport als Raum der Vielfalt, Solidarität und Teilhabe zu gestalten.
Weitere Informationen zur Ausstellung unter: https://sport-masse-macht.de