Senatsempfang und Konferenz

Mediendialog Hamburg 2026

02. Juni 2026 Pressemitteilung

Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen verändern nicht nur die Wirtschafts- oder Arbeitswelt. Vielmehr greifen die Technologien tief in die Organisation gesellschaftlicher Kommunikation ein. Und so dreht sich der diesjährige Mediendialog, der der Branche seit vielen Jahren ein Forum zum Austausch bietet, um die Gestaltungsmacht in Europa.

  • Kultur und Medien
Viele Personen stehen für ein Gruppenfoto gemeinsam auf einer Veranda mit Blick auf den Hamburger Hafen im Hintergrund
Mediendialog 2026 Marcelo Hernandez

Was kann Europa tun, um eine offene, widerstandsfähige und pluralistische digitale Öffentlichkeit zu stärken? Knapp 400 Vertreter:innen der Medienbranche sind der Einladung von Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Mediensenator Dr. Carsten Brosda zum Senatsempfang in den Festsaal des Rathauses gefolgt, um diese Frage zu diskutieren. Nach einer Begrüßung durch Hamburgs Ersten Bürgermeister gab die international renommierte Innovationsökonomin Francesca Bria eine Keynote zum Thema.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „Demokratie lebt nicht allein von Meinungen und Behauptungen. Sie braucht auch Wissen, Fakten und Erfahrungen. Eine zentrale Aufgabe redaktioneller Medien und ihrer Berichterstattung besteht genau darin: Frei und unabhängig ein Bild von der Wirklichkeit zu zeichnen, das als Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung und Willensbildung dienen kann. Die Entwicklung der KI stellt nicht nur die Medien- und Kreativwirtschaft, sondern die Gesellschaft insgesamt und das politische System rechtsstaatlicher Demokratien vor neue Aufgaben, die wir mit Verantwortungsbewusstsein und Handlungsbereitschaft angehen müssen.“ 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Wir brauchen einen eigenständigen europäischen Digitalisierungspfad. Derzeit muss sich Europa oft zwischen US-amerikanischen oder chinesischen Entwicklungen entscheiden, die entweder stark profitgetrieben oder staatsfixiert sind. Es braucht dringend einen eigenständigen und dritten Weg der digitale Innovation aus unserem kulturellen und gesellschaftlichen Kontext heraus entwickelt: offen, kollaborativ und gesellschaftszentriert. Es ist notwendig, die starken Plattformen klug und kraftvoll zu regulieren. Aber es ist nicht hinreichend. Unsere demokratische Öffentlichkeit ist darauf angewiesen, dass wir Lust auf Technik machen, die vielfältige Netzwerke knüpft und dezentral skaliert.“

Prof. Dr. Francesca Bria, Expertin für Digitalpolitik und Innovationsökonomie: „In the age of AI, digital sovereignty is no longer about competitiveness – it is about democracy. AI is infrastructure, and whoever owns it writes the rules for everything built on top, including the news. Today that infrastructure is concentrating in the hands of a few tech oligarchs, increasingly aligned with authoritarian political power. Europe’s answer must be a democratic digital order: technology that is open, plural, and answerable to citizens. Europe has all the ingredients – what we need now is the ambition to innovate on our own terms, and invest in Europe rather than rent back our own future. This is our independence moment. “

Nach der Eröffnungsrede durch den Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher setzte sich bei dem diesjährigen Mediendialog Francesca Bria in ihrer Grundsatzrede mit dem Titel „Medien und Künstliche Intelligenz in einem souveränen Europa“ mit der Zukunft der digitalen Öffentlichkeit auseinander. Im Anschluss diskutierte die international renommierte Innovationsökonomin, Expertin für Digitalpolitik und Initiatorin der EuroStack-Initiative mit Senator Dr. Carsten Brosda, ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner und der TV-Journalistin und Moderatorin des Abends, Pinar Atalay (RTL/n-tv).

Begleitend zum Mediendialog fand das New Leaders‘ Forum für junge Managerinnen und Manager aus der Medienbranche statt. Die Runde diskutierte im SPACE, dem Innovationsraum der Standortinitiative Next Media Hamburg, über technologische Umbrüche in der Medien- und Digitalwirtschaft.

Auch bei der Mediendialog-Konferenz am Folgetag geht es um die Herausforderungen für die Medienbranche durch Künstliche Intelligenz und digitale Plattformen. Vor allem soll der Blick auf den Beitrag von KI zur Wertschöpfung der Medien gerichtet werden. Wie lässt sich künftig in den Medienhäusern das Geld verdienen? Außerdem wird diskutiert werden, welche regulatorischen Wege nötig und möglich sein könnten. Die führenden Verantwortlichen der deutschen Medien- und Kommunikationsbranche diskutieren mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und Senator Dr. Carsten Brosda darüber, welchen Handlungsbedarf es zu diesen Themen gibt und wo Kooperationen der Akteure sinnvoll sein können. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind führende Köpfe der Medien- und Digitalwirtschaft wie Alexander Britz (Senior Director Public Sector Microsoft), Dr. Florian Drücke (Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie), Jan-Philipp Jahn (CEO Serviceplan Germany), Jennifer Lachman (COO SPIEGEL), Hendrik Lünenborg (Intendant NDR), Jan Wachtel (CEO Burda Media). 

Weitere Informationen und Fotos vom Mediendialog unter: www.hamburg.de/mediendialog.