Erinnerung an Deportationen 1941

Neue Installation am denk.mal Hannoverscher Bahnhof

01. Juni 2026 Pressemitteilung

Vor 85 Jahren, im Herbst 1941, wurden über 7.000 Jüd:innen aus dem Deutschen Reich nach Minsk deportiert. Die belarussische Regisseurin Mila Klintsova hat sich als Stipendiatin des Programms INTRO in Ihrem Projekt „Wie lange werden wir hier sein?“ mit dem Deportationsgeschehen sowie heutigen Formen der Erinnerung an diese Ereignisse auseinandergesetzt.

  • Kultur und Medien

In dokumentarischen Kurzfilmen zeichnet Mila Klintsova die Deportationen aus verschiedenen deutschen Städten sowie die Stationen der Ermordung nach und lässt dabei Zeitzeug:innen und Expert:innen zu Wort kommen. 

Die Installation wird vom 3. Juni bis zum 30. November 2026 im Gedenkort im Lohsepark in der HafenCity präsentiert und zeigt Standbilder aus den Filmen. Die Filme sind vor Ort über QR-Codes abrufbar.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Seit 2019 bringt die Behörde für Kultur und Medien mit dem INTRO Programm Künstler:innen, die nicht mehr in ihren Herkunftsländern arbeiten können, mit Hamburger Institutionen zusammen. Das Filmprojekt von Mila Klintsova in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zeigt sehr gut, wie das Programm echten Austausch ermöglicht und die Kultur in Hamburg durch neue Perspektiven bereichert wird. Die Regisseurin lässt mit dem Projekt die Erinnerung an die NS-Vergangenheit des Hannoverschen Bahnhofs auch aus ihrer belarussischen Perspektive lebendig werden und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur in Hamburg.“ 

Prof. Dr. Oliver von Wrochem, Vorstand Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte: „Wir brauchen innovative Formen, um die NS-Verbrechen im Geschichtsbewusstsein gegenwärtig zu halten. Deshalb hat unsere Stiftung gerne im Programm INTRO über ein Jahr hinweg eng mit der Regisseurin Mila Klintsova zusammengearbeitet. Sie bietet mit ihren künstlerischen Filmen einen sensiblen und emotionalen Zugang und setzt damit wertvolle Impulse für die Vermittlung der historischen Inhalte.“

Mila Klintsova, Regisseurin: „Minsk war im Herbst 1941 einer der großen Zielorte der Deportationen aus dem Deutschen Reich. Hier wurde während des Nationalsozialismus das Leben einer erschütternd großen Zahl unschuldiger Menschen ausgelöscht. Minsk und das historische Geschehen mag vielen weit weg erscheinen – mit meinen Filmen möchte ich diesen Ort den Menschen hier nahebringen.“

Johanna Schmied, Kuratorin: „Mila Klintsova erinnert mit ihren dokumentarischen Kurzfilmen an die nationalsozialistischen Deportationen von Jüdinnen und Juden nach Minsk und macht bislang wenig beachtete Orte des Holocaust im östlichen Europa sowie die Vielfältigkeit und Leerstellen der heutigen Erinnerungslandschaften in Deutschland und Belarus sichtbar.“ 

Wir danken der HafenCity Hamburg GmbH für die freundliche Unterstützung bei der Realisierung.

Zum Gedenkort: https://hannoverscher-bahnhof.gedenkstaetten-hamburg.de/