„FIRE. From the Cosmos to the Commons“

Neue Ausstellungen am Mahnmal St. Nikolai und in der Innenstadt

18. Juni 2026 Pressemitteilung

Die Ausstellung „FIRE. From the Cosmos to the Commons“ der Hamburger Stadtkuratorin Joanna Warsza widmet sich vom 21. Juni bis 21. September 2026 am Mahnmal St. Nikolai dem Element Feuer als Kraft zwischen Zerstörung und Erneuerung.

  • Kultur und Medien
Gruppenfoto von Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Joanna Warsza, Dr. Martin Vetter und Anna Nowak
Ausstellung „FIRE. From the Cosmos to the Commons“ Daria Kulnina

Internationale und Hamburger Künstler:innen präsentieren auf dem Gelände des Mahnmals sowie in Satellitenprojekten in der Innenstadt Arbeiten zu politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Fragen der Gegenwart. Die Ausstellung ist Teil der Reihe „From the Cosmos to the Commons – Vom All zum Allgemeingut“, die sich über fünf Jahre hinweg jeweils einem Element widmet. Nach „Kosmos“ im Jahr 2025 steht 2026 „Feuer“ im Mittelpunkt.

Die Ausstellung FIRE ist Teil der Reihe „From the Cosmos to the Commons – Vom All zum Allgemeingut“, mit der sich die Stadtkuratorin Hamburg über fünf Sommer hinweg jeweils einem Element widmet. Nach „Kosmos“ im Jahr 2025 steht 2026 das Element Feuer im Mittelpunkt. In den kommenden Jahren folgen Luft (2027), Erde (2028) und Wasser (2029).

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Mahnmals St. Nikolai setzt sich FIRE mit den Krisen und Konflikten der Gegenwart auseinander. Die Ausstellung fragt danach, wie sich Zerstörung und Gewalt in kollektive Formen von Widerstandskraft und Erneuerung übersetzen lassen. Kunst wird dabei als Möglichkeit verstanden, neue Perspektiven auf Zusammenleben, Erinnerung und gesellschaftlichen Wandel zu eröffnen.

Die Ausstellung umfasst Arbeiten auf dem öffentlich zugänglichen Platz des ehemaligen Kirchenschiffs, auf der Aussichtsplattform des Turms sowie im ehemaligen Weinkeller der Kirchenruine. Ergänzt wird sie durch zwei Satellitenprojekte in der Innenstadt: Das Kunsthaus Hamburg, Trägerinstitution der Stadtkuratorin, bespielt mit der Ausstellung „Keiner rannte“ von Andrey Klassen temporär einen neuen Projektraum in der Admiralitätstraße 75. Am Hammaburg-Platz entsteht die Installation „Sunflower Fields“ von Agnes Denes. Das Werk der international renommierten Künstlerin verbindet Kunst, Ökologie und urbanen Raum und wird seit 2025 jährlich an wechselnden Orten in Hamburg realisiert. Neben der Förderung durch die Behörde für Kultur und Medien wird das „Sunflower Fields“-Projekt in diesem Jahr maßgeblich durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die Umweltbehörde getragen.

Im Beisein von Kultursenator Dr. Carsten Brosda, Dr. Martin Vetter (Mahnmal St. Nikolai), Anna Nowak (Kunsthaus Hamburg) sowie beteiligten Künstler:innen stellte Stadtkuratorin Joanna Warsza das Projekt heute der Öffentlichkeit vor. Die Ausstellung eröffnet am 20. Juni 2026.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Stadtkuratorin setzt durch ihr Programm neue Maßstäbe in der Kunst im öffentlichen Raum. Sie stößt wichtige Debatten an und verschafft der Kunst eine ganz neue Sichtbarkeit. Das diesjährige Projekt FIRE knüpft an die bewegte Geschichte St. Nikolais an und setzt sich künstlerisch mit Hamburgs Stadtgeschichte auseinander. Es erinnert auf sensible Art daran, wie eng Zerstörung, Verlust und Erneuerung miteinander verwoben sind. Joanna Warsza gelingt damit ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft, Erinnerungskultur und zeitgenössischer Kunst und bringt ganz unterschiedliche Akteur:innen und Orte im öffentlichen Raum zusammen.“ 

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Ein Sonnenblumenfeld mitten im Herzen Hamburgs: Das Kunstprojekt von Agnes Denes überrascht und lädt die Menschen dazu ein, ihre Innenstadt neu zu entdecken. Wir freuen uns, dass wir damit einen wichtigen Impuls für die kulturelle und städtebauliche Belebung des Hammaburg-Platzes unterstützen und den Blick auf unsere gemeinsame Verantwortung für die Zukunft des urbanen Raums richten. Das ist Teil unseres Handlungskonzeptes Innenstadt, in dessen Zuge auch wichtige Umbauprojekte rund um das Mahnmal St. Nikolai stehen. Die Kunstintervention rückt den Hammaburg-Platz und die Wegeverbindung zwischen Alster und Elbe im Zuge der Rahmenplanung Domachse stärker in die Wahrnehmung der Hamburgerinnen und Hamburger und bringt die Innenstadt auf außergewöhnliche Art zum Leuchten.“ 

Joanna Warsza, Stadtkuratorin: „Nach COSMOS (2025) im Planetarium Hamburg, mit Aby Warburg’s beinahe vergessenen Ausstellung, folgt nun FIRE (2026). Die Welt steht in Flammen – ganz konkret, aber auch im übertragenen Sinne. Einige der spannendsten Künstler:innen unserer Zeit reagieren auf diesen Zustand und setzen sich mit ihm auseinander. FIRE entspringt dem Gefühl einer drohenden Katastrophe und dem dringenden Bedürfnis, die Richtung zu ändern, in die wir uns bewegen: die Art, wie wir miteinander sprechen, wie wir zusammenleben und wie wir unseren Planeten bewohnen. Genau darin liegt die besondere Kraft der Kunst – und insbesondere der Kunst im öffentlichen Raum, außerhalb des geschützten Rahmens von Museen. Sie vermag uns ein greifbares Gefühl des ‚Noch-nicht‘ zu vermitteln: eine Ahnung davon, was kommen mag und was wir möglicherweise tun können.” 

Dr. Martin Vetter, Mahnmal St. Nikolai: „Der vom Ruß geschwärzte Turm von St. Nikolai eignet sich bestens, um die politische, ökologische und spirituelle Dimension von Feuer zu inszenieren. Vom Mahnmal St. Nikolai geht mit FIRE ein klares Signal aus: Erinnerung verpflichtet uns, Verantwortung für den Frieden zu übernehmen – heute, mehr denn je.“ 

Anna Nowak, Geschäftsführung und Künstlerische Leitung des Kunsthauses Hamburg: „Als Trägerinstitution des Projekts Stadtkuratorin freuen wir uns sehr, das gesellschaftlich engagierte und künstlerisch visionäre Programm From the Cosmos to the Commons in sein zweites Jahr zu begleiten und strukturell zu unterstützen. Mit der Ausstellung Andrey Klassen – Keiner rannte in der Admiralitätstraße 75 leisten wir zusätzlich auch einen inhaltlichen Beitrag und möchten dadurch Verbindungslinien zwischen den unterschiedlichen Akteur:innen und Orten innerhalb Hamburgs künstlerischem Feld spannen.“ 

FIRE. From the Cosmos to the Commons am Mahnmal St. Nikolai
Kuratiert von Joanna Warsza, Stadtkuratorin Hamburg
Mit Beiträgen der Künstler:innen: Hala Alnaji, Billy Bultheel, Saodat Ismailova, Nikita Kadan, Hamedine Kane, Annette Kelm, Lene Markusen, Mark Morris, Neda Saeedi, Mikołaj Sobczak, Cecilia Vicuña und Coco Bergholm. 
Eröffnungswochenende: Samstag, 20.6., 17:00 bis 21:00 Uhr und Sonntag, 21.6., 13:00 bis 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 21.6. bis 21.9.2026

Satellitenprojekte

Keiner rannte von Andrey Klassen, Kunsthaus Hamburg im Projektraum Admiralitätstraße 75
Kuratiert von Anna Nowak, Geschäftsführung und Künstlerische Leitung des Kunsthaus Hamburg
Ausstellungsdauer: 7.6. bis 20.9.2026

Sunflower Fields von Agnes Denes, Kunstinstallation am Hammaburg-Platz
Kuratiert von Joanna Warsza, Stadtkuratorin Hamburg
Eröffnung 21.6., 16:30 bis 18:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 21.6. bis 21.9.2026

Weitere Informationen: https://stadtkuratorin-hamburg.de/de 

Stadtkuratorin Hamburg ist ein eigenständiges kuratorisches Format für Kunst im öffentlichen Raum. Die Behörde für Kultur und Medien als Hauptförderin initiierte das Projekt 2013 in Hamburg. Seit 2024 steht es unter der Trägerschaft des Kunsthaus Hamburg. Ziel ist es, sowohl die Aufmerksamkeit auf Hamburgs wichtige und oft übersehene Kunstsammlung im Stadtraum zu lenken als auch relevante soziale und politische Themen durch temporäre Kunstinterventionen im öffentlichen Raum aufzugreifen.