INTRO 2026/27

Neuer Stipendiat:innen-Jahrgang startet im Programm für Künstler:innen, die ihre Heimatländer verlassen mussten

10. Juli 2026 Pressemitteilung

Auftakt für einen neuen INTRO-Jahrgang: Gestern starteten acht Teams, bestehend aus je einer Kultureinrichtung und den ausgewählten Künstler:innen, in eine neue Runde des Stipendienprogramms. Mit dem Programm INTRO fördert die Behörde für Kultur und Medien seit 2019 erfolgreich internationale Künstler:innen verschiedener Sparten in Hamburg, die nicht mehr in ihren Herkunftsländern arbeiten können.

  • Kultur und Medien
Menschen aus dem Stipendiat:innen-Jahrgang von INTRO 2026/27 stehen nebeneinander.
Jonas Fischer

Ab August beginnt der neue Jahrgang mit einer einjährigen Kooperation, in der die Künstler:innen und die Kultureinrichtungen gleichermaßen voneinander profitieren: INTRO ermöglicht den Teilnehmer:innen, die Arbeit in Hamburger Kultureinrichtungen kennenzulernen und in der Zeit ein eigenes Projekt umzusetzen. Auch die Institutionen können sich im Rahmen von INTRO fortbilden und bekommen durch die Künstler:innen mit anderen Herkünften Perspektivwechsel für ihre Arbeit. INTRO bietet ein umfassendes Begleitprogramm an, in dem die Teilnehmer:innen in die Praxis der Kulturförderung eingeführt und zu Themen wie Steuern, Versicherung und Marketing beraten werden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Das INTRO-Programm hat zahlreichen Künstler:innen geholfen, in der Hamburger Kulturlandschaft Fuß zu fassen und beeindruckende Projekte umzusetzen, mit teils überregionaler Strahlkraft. Auch in diesem Jahr zeigt das große Interesse an dem Programm, dass wir geflüchteten Künstler:innen damit erfolgreich helfen, in Hamburg eine Heimat zu finden. Dieses Mal ist die Bandbreite mit sieben Herkunftsländern und ganz unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen besonders groß.“

Die für 2026/27 von der Jury ausgewählten Tandems:

Alles wird schön e. V. – Laila Mahmudi, Afghanistan, Vorhaben: nonverbaler Ausdruck von Erinnerungen, Emotionen und persönlichen Geschichten mit Kunst als Form des Widerstands, der Heilung und sozialen Verbundenheit, insbesondere mit afghanischen Frauen im Exil. Abschluss: Tanzperformance.

Honigfabrik e. V. – Khaldoun Shadoud, Syrien, Vorhaben: „Pieces of Peace“ als Kunst- und Rechercheprojekt untersucht, wie Frieden nicht nur durch politische oder theoretische Definitionen verstanden, sondern sinnlich, emotional und kollektiv erfahrbar gemacht werden kann.

Hyper Cultural Passengers e. V. – Saba Soleymani und Sara Rahanjam, Doppeltandem aus dem Iran: Saba Soleymani (Malerin, Illustratorin) und Sara Rahanjam (Bildhauerin), erarbeiten diverse Kulturprojekte auf der Veddel.

K3 Tanzplan Hamburg – Marino Ariza, Kolumbien, Tänzer: Tanz als nonverbaler Ausdruck von Persönlichkeiten und Geschichten, um durch Sprachbarrieren abgehängte Communities zu befähigen, sich Ausdruck zu verleihen.

Mut Theater/Interkulturell e. V. – Havin Funda Saç, Türkei, Kurdin: experimentelles Theaterprojekt, das die Sprachen Deutsch, Türkisch und Kurdisch miteinander verbindet und universelle menschliche Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven sichtbar macht.

Q.E.D. (Galerie Melike Bilir) – Amna Elamin, Sudan: Projekt „Warteraum" über Macht, Ohnmacht und dem Ausharren in Unklarheit. Besucher:innen erfahren das Gefühl, wenn Hoffnungen, Geschichten und Persönlichkeiten zu einer Wartenummer werden.

Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg – Farahnaz Sharifi, Iran, Filmemacherin: Wiederbelebung der Filmszene in Wilhelmsburg mit kuratierten Filmen zu marginalisierten Perspektiven samt Abschlussscreening.

Verein Gängeviertel e. V. – Arsenii Kibenko, Russland: Erstellung von persönlichen Landkarten durch Erinnerungen und Erlebnisse (Memory-Mapping Lab).

Die Künstler:innen wurden von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt. Der Jury gehörten an: Martina Bäurle, Geschäftsführerin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte, Eva-Maria Stüting, künstlerische Leitung KRASS Festival, Dramaturgin und Kulturagentin, sowie Sofia Makarova, ehemalige INTRO-Künstlerin beim Lichthof Theater.

Hamburger Kultureinrichtungen oder freie Gruppen aller Sparten können sich jedes Jahr im Frühling gemeinsam mit einer/einem Künstler:in für das Programm bewerben, eine Fachjury entscheidet über die Förderung. Mehr Informationen gibt es unter: Programm Interkultureller Kulturaustausch - hamburg.de. Unter diesem Link gibt es außerdem die Broschüren über die Arbeiten der vergangenen INTRO-Stipendiat:innen zum Download.