Seit mehr als 25 Jahren setzt sich Barbara Hartje auf außergewöhnliche Weise für die würdige Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und für die Weiterentwicklung der Gedenkstätten- und Bildungsarbeit in Hamburg ein. Sie engagiert sich unter anderem für die Schaffung und Begleitung neuer Gedenkorte, die Förderung historisch-politischer Bildungsprojekte und die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen und Vereinen der Hamburger Erinnerungskultur. 2011 übernahm sie den Vorsitz des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V., den sie bis heute mit großer Verantwortung und beeindruckendem Engagement führt.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Barbara Hartje prägt die Hamburger Erinnerungskultur seit Jahrzehnten mit außergewöhnlichem Engagement. Sie setzt sich unermüdlich dafür ein, dass Orte der Verfolgung sichtbar bleiben, dass die Geschichten der Opfer gehört werden und dass jüngere Generationen einen reflektierten Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus entwickeln können. Sie hat nicht nur Projekte angestoßen und ermöglicht, sondern auch das Netzwerk der Hamburger Erinnerungskultur nachhaltig gestärkt und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für das historische Gedächtnis und die demokratische Kultur unserer Stadt. Mit der Auszeichnung drückt der Senat seine große Wertschätzung und Dankbarkeit für Barbara Hartjes Engagement aus, das gerade in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus so unverzichtbar ist für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie.“
Barbara Hartje begann ihr erinnerungskulturelles Engagement 1999 als Lehrerin an ihrer damaligen Schule, der Gewerbeschule 13 in Hamburg-Nettelnburg, wo sie Veranstaltungen und Ausstellungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus initiierte und Begegnungen mit Überlebenden organisierte. Nach ihrer Pensionierung weitete sie ihr Engagement auf zahlreiche Projekte und Initiativen aus.
Sie war maßgeblich an der Errichtung des Gedenkorts für das ehemalige Frauenaußenlager des KZ Neuengamme in Wandsbek sowie an der fortlaufenden Organisation der jährlichen Gedenkfeiern beteiligt. Sie wirkte am Aufbau des „Ortes der Verbundenheit“ auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit, engagierte sich in der Initiative Stadthaus, beteiligte sich am Gedenkort für das ehemalige Kinderkrankenhaus Rothenburgsort und begleitete das Denkmal zur Erinnerung an die Kinder von Zwangsarbeiterinnen im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof.
Darüber hinaus vertritt Barbara Hartje den Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Neuengamme e.V. in Jurys wie dem Bertini-Preis und dem jährlichen Kunstprojekt an der Gedenkstätte Bullenhuser Damm – Projekte, die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, eigene Formen des Gedenkens zu entwickeln.
Die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber wird vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen. Dadurch werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich durch langjährige, herausragende Leistungen in besonderer Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht haben.
Fotos können Sie ab 17 Uhr über pressestelle@bkm.hamburg.de bekommen.