Umbenennung der Hindenburgstraße

Neue Straßenschilder für die Traute-Lafrenz-Straße enthüllt

01. August 2025 Pressemitteilung

Ab heute trägt die ehemalige Hindenburgstraße in Hamburg Nord den Namen Traute-Lafrenz-Straße. Sie erinnert damit künftig an die 1919 in Hamburg geborene Widerstandskämpferin, die Mitglied der „Weißen Rose“ war. 2024 hatte die Bezirksversammlung Hamburg-Nord mehrheitlich den Antrag auf Umbenennung der Hindenburgstraße beschlossen, die durch die Stadtteile Groß Borstel, Alsterdorf und Winterhude verläuft.

  • Kultur und Medien
Drei Frauen stehen auf einer Grasfläche zwischen zwei Straßen. Sie ziehen die Hamburg-Flagge von einem Straßenschild mit der Aufschrift Traute-Lafrenz-Straße, das an einem Laternenpfahl angebracht ist
Einweihung der Traute-Lafrenz-Straße Behörde für Kultur und Medien

Die für die Benennung von Verkehrsflächen zuständige Senatskommission ist diesem Vorschlag im Mai 2025 gefolgt. Der südliche Teil der Hindenburgstraße bis zum Jahnring wird nach Otto Wels benannt und damit dem bereits 2013 in Otto-Wels-Straße umbenannten Teil der ehemaligen Hindenburgstraße angeschlossen. Damit erinnert die Straße an den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Otto Wels. Bei einer Feierstunde in der Martin-Luther-Kirche in Hamburg-Alsterdorf wurde heute Nachmittag der neuen Namensgeber:innen Traute Lafrenz und Otto Wels gedacht und die neuen Straßenschilder für die Traute-Lafrenz-Straße enthüllt.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Die Frage, wen wir mit Straßenbenennungen ehren und damit im Gedächtnis der Stadt präsent halten wollen, ist von zentraler Bedeutung. Über den Umgang mit der Hindenburgstraße hat die Stadt lange gerungen. Dass mit Traute Lafrenz nun eine Widerstandskämpferin und mutige Hamburgerin geehrt wird, ist eine wichtige und richtige Entscheidung. Zusammen mit der Otto-Wels-Straße erinnern die neuen Straßennamen nun an zwei Menschen, deren Biografien kaum unterschiedlicher sein könnten und die doch beide entschlossen und mutig für Demokratie und Menschlichkeit eintraten. Die Traute-Lafrenz-Straße und die Otto-Wels-Straße fordern uns auf, für Demokratie und ein gutes, respektvolles Miteinander einzutreten.“

Bezirksamtsleiterin Dr. Bettina Schomburg: „Heute ist ein guter Tag für Hamburg-Nord. Endlich bringen wir das mutige Engagement von Traute Lafrenz für Freiheit, Demokratie und ihren aktiven Widerstand gegen das Nazi-Regime sichtbar in die Gegenwart unserer Stadtgesellschaft.“

Vorsitzender des Bundesvorstandes „Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten“ Wolfgang Kopitzsch: „Als Bundesvorsitzender des Arbeitskreises ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten, als ehemaliger Bezirksamtsleiter, Polizeipräsident, langjähriger Kommunalpolitiker und Alsterdorfer Bürger begrüße ich ausdrücklich die jetzt vollzogene Umbenennung der Hindenburgstraße. Jahrzehntelange Bemühungen finden endlich eine angemessene Umsetzung! Ich danke allen daran Beteiligten herzlich.“

An der Veranstaltung nahmen auch die Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Nord Isabel Permien sowie Schüler:innen der Vielfalts-AG am Gymnasium Klosterschule teil, an der Traute Lafrenz 1938 ihr Abitur gemacht hat.

Anschließend an die Enthüllung der neuen Straßenschilder zeigt das Bezirksamt Hamburg-Nord vom 1. bis einschließlich 31. August 2025 in seinem Foyer an der Kümmellstraße 7 die Ausstellung „Traute Lafrenz und die Weiße Rose“, zur Verfügung gestellt von der Weiße Rose Stiftung e. V. in München.

Traute Lafrenz wurde am 3. Mai 1919 in Hamburg geboren und ist am 6. März 2023 in Charleston County, South Carolina, USA, gestorben. Als Schülerin in Hamburg und später als Studentin in München knüpfte Lafrenz Kontakte mit bekannten Widerstandskämpfern und war selbst aktiv im Widerstand. Sie war Teil der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Am 15. März 1943 wurde sie verhaftet und unter anderem im Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel inhaftiert. Am 15. April 1945 wurde sie von amerikanischen Truppen befreit. 1947 zog sie in die USA, schloss ihr Medizinstudium ab und arbeitete von 1972 bis 1994 als Leiterin der heilpädagogischen Tagesschule „Esperanza“ für Kinder mit geistiger Behinderung. 2009 wurde Lafrenz in Hamburg die Herbert-Weichmann-Medaille verliehen und 2019 der Bundesverdienstorden 1. Klasse. 

Die Traute-Lafrenz-Straße führt von der U-Bahnstation Alsterdorf über die Alsterkrugchaussee bis zur Oberhauptstraße. Auch die in diesem Bereich liegende und über die Alster führende Hindenburgbrücke wird in Traute-Lafrenz-Brücke umbenannt.