Nach intensiver Vorbereitungszeit zahlreicher Partnereinrichtungen startet das Festival mit einem gemeinschaftlichen Festakt in den Deichtorhallen. Die Opening Days mit einem abwechslungsreichen Programm aus Gesprächsformaten, kuratorischen Führungen, Performances und vielem mehr finden vom 4. bis zum 14. Juni im Festivalzentrum in den Deichtorhallen und in zahlreichen weiteren Orten in ganz Hamburg statt. Auch die Ausstellungen der Triennale Expanded, mit der sich die freie Fotografieszene in der Stadt an dem Programm der Triennale beteiligt, öffnen ihre Tore im Rahmen der Opening Days.
Das Festival macht in den kommenden Monaten unter dem Titel „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ ein breites Spektrum fotografischer Stimmen sichtbar – etablierte wie aufstrebende, beachtete wie übersehene. Ihnen allen ist gemein, dass sie den Blick auf unterschiedliche, auch unvertraute Lebenswelten öffnen. Das Festival wird vorherrschende Narrative herausfordern, vergessene Perspektiven zurückholen und Brücken über soziale und kulturelle Bruchlinien hinweg schlagen. Acht renommierte Museen und Kunstinstitutionen Hamburgs zeigen im Rahmen der Triennale in elf Ausstellungen ihre Interpretation dieser Leitidee. In einem Eröffnungsparcours vom 4. bis 6. Juni werden sie nacheinander eröffnet. Die 15 Projekte der Triennale Expanded, die ebenfalls in Anlehnung an die Konzeption von Mark Sealy entstanden sind, nehmen dazu die Vielfalt der freien Foto- und Kunstszene Hamburgs in den Blick. Während der Opening Days sind neben Talks, Panels und Künstler:innengesprächen auch interdisziplinäre Veranstaltungen mit Partner:innen wie der Stadtkuratorin Hamburg, der Tanztriennale oder dem Kurzfilm Festival Hamburg zu erleben.
Die Triennale der Photographie Hamburg findet seit 1999 in der Regel alle drei Jahre in Zusammenarbeit mit den großen Museen, Ausstellungshäusern und kulturellen Institutionen der Kulturstadt Hamburg statt und ist eine der wichtigsten Fotoveranstaltungen mit internationaler Ausstrahlung. Mit einer großen Anzahl von Fotoausstellungen unter einem gemeinsamen Thema werden aktuelle fotografische Trends beleuchtet. Begleitet wird die Triennale durch internationale Symposien. Seit 2014 wird die Triennale der Photographie von der Deichtorhallen Hamburg GmbH veranstaltet. Die Behörde für Kultur und Medien ist Hauptförderin der Triennale der Photographie Hamburg.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die 9. Triennale der Photographie wird erneut einen Sommer lang ein Netzwerk der Fotografie in Hamburg spannen. Sie soll unter der künstlerischen Leitung von Mark Sealy die Kraft der Vielfalt, das Potenzial unseres Zusammenhalts und die Wirksamkeit der Liebe als politischer Handlung erkunden. Darüber hinaus ist sie eine Einladung, die Möglichkeiten der Fotografie zu erforschen, Perspektiven zu wechseln und dabei Verantwortung füreinander zu übernehmen. Das vielfältige Programm der Triennale zeigt eindrücklich mit den Mitteln der Künste, dass unser Menschsein die beste Grundlage für ein offenes, vielfältiges, freies und demokratisches Miteinander ist. Ich danke allen Beteiligten für ihr leidenschaftliches Engagement und wünsche ihnen und den Besucher:innen vielstimmige Begegnungen und zuversichtliche Allianzen!“
Mark Sealy, Künstlerischer Leiter der 9. Triennale der Photographie: „Es gibt eine einfache, wunderschöne Zeile aus einem Lied, das viele vermutlich kennen – ‚Nature Boy‘, 1948 von eden ahbez geschrieben und durch Nat King Cole berühmt geworden: ‚The greatest thing you’ll ever learn is just to love – and be loved – in return.‘
Das mag wie ein sanftes Angebot klingen, aber für mich ist es ein Weckruf. Ein emotionaler Kompass. Eine Erinnerung daran, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auf die Anwesenheit Anderer einzugehen, Raum für ihre Wahrheiten, ihre Geschichten, ihre Menschlichkeit zu schaffen.
Wenn man einmal kurz das Jahr bedenkt, in dem dieses Lied entstand – 1948: Das Jahr, in dem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet wurde – ein globaler Versuch, Würde und Freiheit nach den Schrecken des Krieges zu definieren. Aber auch das Jahr, in dem die Apartheid in Südafrika gesetzlich verankert wurde. Das Jahr der Berlin-Blockade. Ein Jahr, in dem sich die Geopolitik des Nahen Ostens für immer veränderte.
So schenkt uns das Jahr 1948 sowohl Hoffnung als auch Leid. Es schenkt uns ein Liebeslied – und eine Welt, die Mauern errichtet. Und diese Spannung, dieses Paradoxon, liegt im Kern der Fotografie.“
Dr. Dirk Luckow, Intendanz Deichtorhallen Hamburg: „Seit mittlerweile 27 Jahren zählt die Triennale zu den bedeutendsten Fotofestivals Deutschlands – initiiert 1999 von F.C. Gundlach, dem 2019 verstorbenen visionären Fotografen, Sammler und Gründungsdirektor des Hauses der Photographie. Gundlach war ein leidenschaftlicher Verfechter der Fotografie als Kunstform und verfolgte von Beginn an einen sehr internationalen Ansatz in ihrer Wahrnehmung und Vermittlung.
Seither ist die Triennale ein kontinuierlich wachsendes Fotografie-Festival geworden – mit großer internationaler Ausstrahlung, das zunehmend an künstlerischer Relevanz und inhaltlicher Tiefe gewonnen hat. Besonders auch, dass es ihr gelingt, die großen Museen und Ausstellungsorte Hamburgs jeweils unter ein gemeinsames kuratorisch-künstlerisches Konzept zu vereinen. Wie international die Triennale heute aufgestellt ist, zeigt sich daran, dass allein in den 11 Ausstellungen der acht beteiligten Haupthäuser der Triennale 279 künstlerische Positionen aus allen Teilen der Welt vertreten sind.“
Weiterführende Informationen unter: https://2026.phototriennale.de