Sie sind zwei Ikonen der Hamburger Clubkultur. Die beiden legendären St. Pauli Livemusikclubs „Gruenspan“ und „Indra“ in der Großen Freiheit haben eine lange Tradition auf dem Kiez. Jetzt müssen sie, genau wie die darüber liegenden Wohnungen, dringend saniert werden. 14,3 Millionen Euro will die Stadt Hamburg investieren und so die Bauarbeiten möglich machen.
"Beide Spielstätten sind aus der Hamburger Livebühnenlandschaft nicht wegzudenken. Ich freue mich sehr, diese beiden Ikonen des Kiez‘ bald in neuem Glanz zu sehen."
Senator Carsten Brosda
Ausweichquartier für Gruenspan gefunden
Als Ausweichspielstätte für den Grünspan konnte die Halle D auf dem Fleischgroßmarkt an der Lagerstraße 11 gefunden werden. Anfang März haben die dafür nötigen Umbauarbeiten begonnen. Im Sommer 2025 folgt dann der Umzug, damit es voraussichtlich im Herbst mit dem Spielbetrieb losgehen kann. Alle Informationen dazu gibt es hier.
Infos zur Sanierung
Bei beiden Clubs werden die Fassaden saniert und der Brandschutz verbessert. Der Gruenspan erhält darüber hinaus einen Neubau im Backstage-Bereich. Der dadurch gewonnene Platz soll Kapazität von etwa 900 auf 1.100 Personen erhöhen. So bleibt der Gruenspan auch zukünftig wettbewerbsfähig.
An der Südseite des „Gruenspan“ soll zudem eine neue Fassade vor die bestehende Außenhülle gesetzt werden, um die Statik zu verbessern. Auf der neuen Fassade soll auch das 500 m² große Wandbild der Künstler Werner Nöfer und Dieter Glasmacher von 1968 neu aufgetragen und das denkmalgeschützte Original darunter gesichert werden.
Zwei Hamburger Orte mit langer Tradition
Auf dem Grund des heutigen „Gruenspan“ befand sich bereits 1889 der erste Hamburger Tanzsalon namens "Palmengarten". Danach folgten Umbauten, verschiedenste Besitzerinnen und Besitzer sowie Nutzungen. Ob als Konzerthalle, Tanzlokal, "Hippodrome", Lichtspielhaus und ab 1930 sogar für drei Jahrzehnte als Badeanstalt. In den 1960er Jahren wurde das Objekt wieder als Tanzpalast und Lichtspielhaus umfunktioniert und erhielt seinen Namen Grünspan (heute Gruenspan) zu Ehren des jüdischen Freiheitskämpfers Herschel Feibel Grynszpan. Das „Indra“ verfolgt ebenfalls eine lange Tradition, es gilt als einer der ältesten Clubs in Hamburg. Mit Eröffnung im Jahr 1960 wurde es zu einem bedeutenden Ort für die Entwicklung der Hamburger Musikszene, insbesondere für Rock- und Beatmusik. Am 17. August 1960 spielten hier erstmals die Beatles.