Die Beziehung zwischen Europa und den Kolonien war von extremer Gewalt geprägt. Personen und Gruppen aus Hamburg, aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, ermöglichten unter anderem den Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia (1904-1908) und unterstützten die Kolonialverwaltung in Douala, Kamerun, die die Hinrichtung des Politikers Rudolf Duala Manga Bell veranlasste (1914). Zugleich profitierte die Hansestadt durch Handelsmonopole von den Kolonien und den globalen Machtverhältnissen, die auf sie folgten.
In der Stadt zeugen viele sichtbare und begehbare Orte von dieser Epoche, Beispiele dafür sind der Baakenhafen, wo Schiffe in die Kolonien ablegten und koloniale Truppen gefeiert wurden, das "Afrikahaus" genannte Kontorhaus einer Hamburger Handelsfirma, das Bernhard-Nocht-Institut für "Tropenmedizin" und das Uni-Hauptgebäude, einst Deutschlands erstes Kolonialinstitut; ebenso Produktionsstätten in Hamburg-Harburg, wo koloniale Rohstoffe wie Palmöl und Kautschuk verarbeitet wurden, oder Museen und Depots, in denen sich Objekte aus Plünderungen befinden.
Das Koloniale Erbe besteht nicht nur aus diesen realen Spuren, sondern auch aus Denkweisen, die bis heute von kolonialer Ideologie geprägt sind. Hamburg will sich erinnern und seiner Verantwortung für die Vergangenheit stellen. So steht es in dem Beschluss, den der Senat bereits 2014 (mit der Drucksache 20/12383) gefasst hat. Die Aufarbeitung des Kolonialen Erbes ist ein Angebot an alle Bewohner*innen und Besucher*innen Hamburgs, die Geschichte der Stadt neu zu erzählen.
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Drucksache 20/12383: Aufarbeitung des Kolonialen Erbes
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