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Grundlegende Informationen
Die Hamburger Literaturpreise werden in 8 Kategorien vergeben:
1. Kategorie „Buch des Jahres“ (keine Eigenbewerbungen möglich)
2. Kategorie „Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS" (keine Eigenbewerbung möglich)
3. Kategorie „Roman“
4. Kategorie „Erzählung“
5. Kategorie „Lyrik, Drama, Experimentelles“
6. Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“
7. Kategorie „Comic“
8. Kategorie „Literarische Übersetzungen“.
Die Hamburger Literaturpreise sind insgesamt mit 84.000 Euro dotiert. Die Preise der Kategorien 1 bis 7 sind mit jeweils 8.000 Euro, die Kategorie 8 mit jeweils 4.000 Euro dotiert.
Informationen zum Bewerbungsverfahren
Fristen
Der Bewerbungszeitraum für die Hamburger Literaturpreise 2026 läuft vom 5. Mai 2026 bis zum 30. Juni 2026 enden. Zum Ausschreibungstext
Online-Bewerbung
Bitte beachten Sie zwingend die Voraussetzungen zur Anonymität, Sprache und Umfang Ihrer Bewerbung. Eine fehlerhafte Bewerbung kann zum Ausschluss aus dem Wettbewerb führen.
Die Bewerbung erfolgt über den Online-Dienst der Behörde für Kultur und Medien.
Über die Vergabe der Hamburger Literaturpreise entscheidet eine unabhängige fünfköpfige Jury in nicht öffentlicher Sitzung mit einfacher Mehrheit.
Preisträger*innen 2025
Die mit je 8.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:
Buch des Jahres
Jegana Dschabbarowa für „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ (Zsolnay Verlag)
Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS:
Eva Thöne für „Weibliche Macht Neu Denken“ (Hanser Verlag)
- Roman (zwei Preise): Andreas Moster und Nicole Röndigs
- Erzählung: Verena Carl
- Lyrik, Drama, Experimentelles (zwei Preise): Mädchen vom Jupiter (Nana Grinstein, Nadiia Humeniuk, Friederike Meltendorf, Natalia Reznichenko, Henrike Schmidt, Julia Solovieva, Julia Zeichenkind) und Till Raether
- Kinder- und Jugendbuch: Juliane Pickel
- Comic: Noëlle Kröger
Die mit jeweils 4.000 Euro dotierten Preise für literarische Übersetzungen gehen an:
- Nicolai von Schweder-Schreiner für „Cinema Love“ aus dem Englischen
- Corinna Popp für die Übersetzung von „Lucy (4,6 Milliarden Jahre)“ aus dem Französischen
- Kirsten Gleinig für die Übersetzung von „Der Traum des Jaguars“ aus dem Französischen
Weitere Informationen über die ausgezeichneten Bücher und zur Verleihung gibt es hier.
Die Publikation zu den Literaturpreisen finden Sie hier.
Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre
Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:
- Buch des Jahres: Simoné Goldschmidt-Lechner für „Ich kann dich noch sehen (an diesen Tagen)“ (Matthes & Seitz)
- Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: Ruth Hoffmann für „Das deutsche Alibi. Mythos ‚Stauffenberg Attentat‘ – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird“ (Goldmann)
- Roman: Magdalena Saiger für „Traudel“ und Markus Schneider für „Du & ich & Martinez/Scheffel“
- Erzählung: Anna Bytom für „Einsamkeit“ und Lara M. Gahlow für „Vorwiegend festkochend“
- Lyrik, Drama, Experimentelles: Carsten Brandau für „2 (theater)“ (Drama)
- Kinder- und Jugendbuch: Silas Matthes für „Kein Netz“
- Comic: Eva Müller für „Anna“
Die Preise für literarische Übersetzungen gehen an:
- Cornelius Hartz: „Oben in den Wäldern“ / „North Woods“ von Daniel Mason aus dem amerikanischen Englisch (C. H. Beck)
- Jonis Hartmann: „Haiku“ von Richard Wright aus dem amerikanischen Englisch (Matthes & Seitz)
- Markus Lemke: „Aus dem Nichts kommt die Flut“ von Uri Jitzchak Katz aus dem Hebräischen (Hoffmann und Campe)
"In diesem Jahrgang gibt es höchst unterschiedliche Texte zu entdecken, manche sind herausfordernd, andere humorvoll oder provokant, alle eint eine große Liebe zur Sprache und der unbedingte Glaube an die Kraft der Literatur. Allen Ausgezeichneten gratuliere ich sehr herzlich.“
Senator Carsten Brosda
Impressionen der Preisverleihung am 9. Dezember
Ruth Hoffmann (Preisträgerin in der Kategorie Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS für „Das deutsche Alibi. Mythos ‚Stauffenberg Attentat‘ – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird“ (Goldmann)) und Senator Carsten Brosda
Magdalena Saiger, Preisträgerin in der Kategorie Roman für „Traudel“
Anna Bytom (rechts), Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für "Einsamkeit"
Lara M. Gahlow, Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für „Vorwiegend festkochend“
Carsten Brandau, Preisträger in der Kategorie "Lyrik, Drama, Experimentelles für "2"theater)"
Silas Matthes, Preisträger in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch für "kein Netz"
Eva Müller, Preisträgerin in der Kategorie "Comic" für "Anna"
Jonis Hartmann, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Haiku“ von Richard Wright aus dem amerikanischen Englisch (Matthes & Seitz)
Markus Lemke, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Aus dem Nichts kommt die Flut“ von Uri Jitzchak Katz aus dem Hebräischen
Gruppenfoto aller Preisträgerinnen und Preisträger
Ruth Hoffmann (Preisträgerin in der Kategorie Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS für „Das deutsche Alibi. Mythos ‚Stauffenberg Attentat‘ – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird“ (Goldmann)) und Senator Carsten Brosda
Ruth Hoffmann (Preisträgerin in der Kategorie Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS für „Das deutsche Alibi. Mythos ‚Stauffenberg Attentat‘ – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird“ (Goldmann)) und Senator Carsten Brosda
Magdalena Saiger, Preisträgerin in der Kategorie Roman für „Traudel“
Magdalena Saiger, Preisträgerin in der Kategorie Roman für „Traudel“
Anna Bytom (rechts), Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für "Einsamkeit"
Anna Bytom (rechts), Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für "Einsamkeit"
Lara M. Gahlow, Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für „Vorwiegend festkochend“
Lara M. Gahlow, Preisträgerin in der Kategorie "Erzählung" für „Vorwiegend festkochend“
Carsten Brandau, Preisträger in der Kategorie "Lyrik, Drama, Experimentelles für "2"theater)"
Carsten Brandau, Preisträger in der Kategorie "Lyrik, Drama, Experimentelles für "2"theater)"
Silas Matthes, Preisträger in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch für "kein Netz"
Silas Matthes, Preisträger in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch für "kein Netz"
Eva Müller, Preisträgerin in der Kategorie "Comic" für "Anna"
Eva Müller, Preisträgerin in der Kategorie "Comic" für "Anna"
Jonis Hartmann, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Haiku“ von Richard Wright aus dem amerikanischen Englisch (Matthes & Seitz)
Jonis Hartmann, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Haiku“ von Richard Wright aus dem amerikanischen Englisch (Matthes & Seitz)
Markus Lemke, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Aus dem Nichts kommt die Flut“ von Uri Jitzchak Katz aus dem Hebräischen
Markus Lemke, Preisträger in der Kategorie "literarische Übersetzungen" für „Aus dem Nichts kommt die Flut“ von Uri Jitzchak Katz aus dem Hebräischen
Gruppenfoto aller Preisträgerinnen und Preisträger
Gruppenfoto aller Preisträgerinnen und Preisträger
Weiterführende Informationen
Zur Jury
Die unabhängige Jury hat 235 anonymisierte Bewerbungen für Literatur, 28 Comic-Projekte sowie 13 literarische Übersetzungen geprüft. In diesem Jahr waren die Buchbloggerin Tuana Atay (tuanas.books), die Lektorin Jasmin Camenzind (Arche Verlag), der Autor Anselm Neft (Preisträger 2023), der Buchhändler Frank Menden (stories!) und die Literaturübersetzerin Henrike Schmidt (Preisträgerin des Jahres 2023) als Jury tätig.
Buch des Jahres
Till Raether für „Die Architektin“ (btb)
Senator Carsten Brosda (links) überreicht dem Autoren Till Raether (rechts) die Urkunde für das Buch des Jahres 2023.
Eine Frau führt die Männerwelt der Siebziger Jahre ad absurdum, indem sie deren Regeln auf den Kopf stellt und für sich nutzt.
„Till Raether hat eine veritable Tricksterin erschaffen. Rabiat, radikal und raffiniert lässt die Architektin die Herren nach ihrer Pfeife tanzen: „Häuser, Geld und Männer konnte man nie genug haben.“ Mit großer Akkuratesse und Lust am sprachlichen Spiel beschreibt Till Raether die Siebziger Jahre in West-Berlin, so dass eine Welt wieder aufersteht, die es so nur in einer eingemauerten Stadt gegeben haben kann."
Auszug aus der Laudatio von Senator Dr. Carsten Brosda
Sachbuch des Jahres
Moshtari Hilal für „Hässlichkeit“ (Hanser)
Moshtari Hilal (links) erhält Preis für das Buch des Jahres auf der Verleihung der Literaturpreise 2023.
„Dieses Buch handelt vom Sehen und Gesehenwerden. Dieses Buch handelt vom Hass in der Hässlichkeit und vom Abseits und Gegensatz des Schönen. [...]" Moshtari Hilal
„Wie in jedem guten Sachbuch markiert auch in „Hässlichkeit" ein historisches Ereignis den Beginn einer großen Erzählung: Der Besuch des Schulfotografen, der ein Lächeln einfordert. Das Ergebnis: Ein Passfoto, das den Blick eines Kindes auf sich selbst komplett verändert. Es ist dieses Foto, das Moshtari Hilal hervorkramt, an den Anfang des Buches und sich selbst gegenüberstellt. Sie füllt Seiten voll mit ihrer Kunst, Screenshots und lyrischen Abzweigungen. „Hässlichkeit" bricht mit dem, was Lesende vielleicht von einem Sachbuch erwarten, und überrascht auf die beste Weise mit neuen Zutaten, die den Sachbüchern der Zukunft die nötige Würze verleihen können."
Laudatio von Anne Sauer (Auszug)
Roman
Nefeli Kavouras für „Wann stirbt Georg?"
Abwechselnd und aus der Ich-Perspektive erzählen die Protagonistinnen Ruth (54) und Lea (16), wie es ist, einem geliebten Menschen hilflos beim Sterben zuzusehen.
„Wir alle müssen sterben. Aber was, wenn es so weit ist? „Die Beerdigungsgäste sind gegangen, wir wissen nicht, was wir mit den Kuchenresten anfangen sollen" – was für ein Intro! In dem bereits alles enthalten ist, was nun Seite für Seite auf uns zurollen wird: Tragik und Komik, der Schrecken des Endes und die Banalität des täglichen Weiterlebens, überhaupt Gewissheit und Ratlosigkeit und dazwischen jede Menge Fragen. [...] Nefeli Kavouras betritt mit ihrem fesselnden Romanprojekt »Wann stirbt Georg?« noch einmal ganz anders die literarische Welt: zeigt sich uns als neue und entschlossene erzählerische Stimme.
Auszug aus der Laudatio von Frank Keil-Behrens
Roman
Anselm Neft für „Ein Nachruf auf Fukurō Hayashi“
„Was machst du, wenn die wirkliche Welt nicht gut für dich ist?"
„Es ist das Bild eines Lurchs, das den Ich-Erzähler von einem Moment auf den anderen aus der Bahn wirft: kleinformatig, im Original ein Ölgemälde, nun eine digitale Abbildung, erschaffen von einer japanischen Künstlerin namens Fukurō Hayashi; einzigartig und zufällig beim Surfen im Internet entdeckt. Die Faszination des nahezu transzendent wirkenden Werkes wird bestimmend für die Suche, auf die er sich fortan begibt, als zählte nichts anderes mehr, und von den ersten Sätzen an überträgt sich die Dringlichkeit dieses Unterfangens unweigerlich auf den Leser dieses soghaften Textes."
Auszug aus der Laudatio von Sophia Jungmann
Erzählung
Saša Stanišić für „Traumnovelle“
„Dass die Zeit stehen geblieben war, hatte Dilek lange gar nicht
mitbekommen, und das ärgerte sie im Nachhinein. Wenn die Zeit
schon einmal stehenbleibt, dann willst du das ja effektiv
nutzen [...]."
„Im Topos der stehengebliebenen Zeit manifestiert sich schließlich die geniale Zusammenführung von Möglichkeit und Stillstand in Dileks Leben, die sagt: „Als wäre es einfach, aus einem Leben zu steigen und in ein anderes zu springen." Dieser feinsinnige und sprachlich hochköstliche Text macht zunächst den Anschein, als wäre es das. Aber lassen Sie sich nicht täuschen!"
Auszug aus der Laudatio von Frauke Schneider
Erzählung
Katharina Unteutsch für „Woran wir glauben“
„[...] Neun längere und kürzere Splitter, Tableaus, Impressionen, manchmal flackernde Farb-Bilder, Innen- und Außenblicke, sprachlich sehr präzise."
„Es geht um ein Apartment, um golden glänzende Minikleider von Tänzerinnen, um nicht echte Farne und Tropic Snow und dass sie wusste, dass es sehr schwer werden würde, Johnny zu küssen. Wenn Katharina Unteutsch aus der Sicht eines Mädchens über einen von ihr begehrten Jungen schreibt, dessen unbekümmerte Christlichkeit sie trotz aller Bemühungen nicht begreifen kann, dann ist das stilistisch, inhaltlich und atmosphärisch atemberaubend."
Auszug aus der Laudatio von Nicolai von Schweder-Schreiner
Lyrik/Drama/Experimentelles
Ulrike Syha für „Der analoge Mensch“ (Drama)
„Schon über den Titel des prämierten Stückes von Ulrike Syha lässt sich stolpern: »Der analoge Mensch«. Ist man als Mensch nicht per se analog? Oder ist das nur ein Daseinszustand von mehreren möglichen?"
„Eine Gruppe Menschen aus der Wissenschaftswelt trifft sich, um einen Podcast aufzunehmen, trifft sich zu einem Panel, sie trifft sich virtuell [...]. Und im Nu entsteht in dem Switchen zwischen den an unterschiedlichen Orten Anwesenden kraft schneller, aber präzise austaxierter Dialoge ein Geschehen von großer Dichte und Spannung. So galant komisch und unterhaltsam das Stück ist, es geht nicht um Slapstick, nicht um Comedy. Sondern um eine sorgsame Tiefenerkundung der Umbrüche in unserem Zusammensein."
Auszug aus der Laudatio von Frank Keil-Behrens
Kinder- und Jugendbuch
Tina Blase für „Geisterhelfer – Aufruhr auf dem Friedhof“
„Natürlich ist es toll, wenn man eine besondere Fähigkeit besitzt, die einem zur Ehre verhilft. Doch was, wenn man sich stattdessen plötzlich mit einer Gabe gesegnet sieht, um die man wirklich als Allerletztes gebeten hat, die einem die Haare zu Berge stehen lässt?"
„So ergeht es dem zehnjährigen Helden, als er zu seinem Entsetzen feststellt, dass er Geister sehen kann, er, der keinen Fuß auf die Kellertreppe zu setzen vermag, ohne Herzrasen zu bekommen. [...] Ideenreich und mit einer unverstellten, munteren Erzählstimme, entwirft Tina Blase eine herzenswarme und spannende Geschichte von einem, der auszieht, das Fürchten zu verlernen, und weckt mit ihr nicht nur Sympathie für stillere Zeitgenossen, sondern zeigt zugleich auf höchst vergnügliche Weise, dass es sich lohnen kann, dunkles Terrain zu betreten und Ängste zu überwinden."
Auszug aus der Laudatio von Sophia Jungmann
Comic
Ika Sperling für „Der Große Reset“
„Ein mutiges Buch. Das hört man öfter. Aber was heißt das? Mut machen. Nicht den Mut verlieren. Mutig sein."
„Ika Sperlings Comic schafft es, alle diese Dimensionen von Mut zu vereinen. Sie erzählt uns von einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Verschwörungsnarrative. Das Format des Auto-Fiktionalen ermöglicht uns den Einblick in das Ringen einer Familie mit einer geliebten Person, die abgedriftet ist. Der Comic beleuchtet, wie wir im Kleinen, im Familiären, damit umgehen können, auch wenn es schwierig ist. Das zu zeigen ist mutig, das zu lesen macht Mut."
Auszug aus der Laudatio von Lara Keilbart
Literarische Übersetzungen:
Ingo Herzke für „Die Netanjahus“
„The Netanyahus“ von Joshua Cohen aus dem amerikanischen Englisch, erschienen im Schöffling Verlag
„Slapstick, Satire und absurde Situationskomik zeichnen diesen Text aus, den Ingo Herzke scheinbar mühelos ins Deutsche übersetzt hat. Dem Übersetzer ist es gelungen, uns eigentümliche Figuren und die Zeit, in der sie leben, bildlich nahezubringen. Wir sind sofort mittendrin in diesem fantastischen Strudel, der uns hineinzieht in ein Lesevergnügen über Themen wie jüdisches Leben in den USA, Assimilation, Erniedrigungen und Identität. Und uns wurde, dank der feinfühligen literarischen Arbeit von Ingo Herzke, ein Werk in deutscher Sprache zugänglich gemacht, das unseren Blick auf das Hier und Jetzt scharf stellen, unsere Meinungen formen und unseren Austausch über diverse Grenzen hinaus fördern kann."
Auszug aus der Laudatio von Anne Sauer
Brigitte Jakobeit für „Die trotzige Schönheit der Welt“
„The Story of the Forest“ von Linda Grant aus dem britischen Englisch, erschienen bei Rowohlt Berlin
„Brigitte Jakobeit hat nicht nur aufwändige Recherche betrieben, sondern vor allem auch den speziellen Ton und Wortgebrauch der jeweiligen spezifischen Zeit mit besonderem Fingerspitzengefühl in ein heutiges Deutsch übertragen. Das ungeschriebene Gesetz, so weit weg vom Original wie nötig und so nah dran wie möglich, beherrscht sie perfekt, dabei bleibt sie rhythmisch immer gewinnend und formuliert in ihren Sätzen kostbare Nuancen. Über die Autorin heißt es, nichts an ihren Themen sei leicht, „aber dennoch alles so kunstvoll komponiert, dass man liest, ohne es zu merken, weil die Geschichte so fesselnd ist und süchtig macht". So auch in Brigitte Jakobeits Übertragung, man ist sofort mittendrin, ihr Text fließt wie von selbst. Dafür hat sie, so der einstimmige Wille der Jury, unbedingt einen Preis verdient."
Auszug aus der Laudatio von Nicolai von Schweder-Schreiner
Henrike Schmidt für „Kleine Welt, große Welt“
„Malkijat svjat, golemijat svjat“ (Gedichte) von Nadya Radulova aus dem Bulgarischen erschienen im eta Verlag
„Dass die in Bulgarien zu den wichtigsten literarischen Stimmen zählende Nadya Radulova mit diesem Band erstmals auf Deutsch zu lesen ist, ist ein großes Glück und eine immense Bereicherung. Mit der kongenialen Übersetzung von Henrike Schmidt entsteht zwar zweifelsohne völlig neue Poesie, deren schöpferischen Wert man nicht hoch genug hängen kann, die deutsche Übertragung lehnt sich jedoch feinfühlig wie kenntnisreich an wesentliche Eigenschaften der bulgarischen Vorlage an. Dies betrifft auch die kulturelle und politische Dimension der Gedichte, in denen z. B. die Metamorphosen aus feministischer Perspektive erzählt werden. In der Übersetzung von Henrike Schmidt werden die den Gedichten immanenten Themen wie Flucht, Verlust, Identität und Ausgrenzung so zu einer existenziellen Leseerfahrung, die die erhabene Kraft von Nadya Radulovas Dichtung eindrucksvoll transportiert."
Auszug aus der Laudatio von Frauke Schneider
Detaillierte Informationen gibt's in der begleitenden Publikation.
Informationen zur Jury
Die unabhängige Jury hat 226 anonymisierte Bewerbungen für Literatur, 39 Comic-Projekte und 23 literarischen Übersetzungen geprüft. In diesem Jahr waren die Lektorin Sophia Jungmann (Hoffmann und Campe), der Autor Frank Keil-Behrens (Preisträger 2022), die Bloggerin und Literaturvermittlerin Anne Sauer (fuxbooks), die Verlegerin Frauke Schneider (Arche Literaturverlag) und der Übersetzer Nicolai von Schweder-Schreiner (Preisträger 2022) als Jury tätig.
Impressionen der Preisverleihung 2023
Gruppenfoto Preisträgerinnen und Preisträger und Jury-Mitglieder des Hamburger Literaturpreises 2023
Moshtari Hilal (links) erhält Preis für das Buch des Jahres auf der Verleihung der Literaturpreise 2023.
Gruppenfoto Preisträgerinnen und Preisträger und Jury-Mitglieder des Hamburger Literaturpreises 2023
Gruppenfoto Preisträgerinnen und Preisträger und Jury-Mitglieder des Hamburger Literaturpreises 2023
Moshtari Hilal (links) erhält Preis für das Buch des Jahres auf der Verleihung der Literaturpreise 2023.
Moshtari Hilal (links) erhält Preis für das Buch des Jahres auf der Verleihung der Literaturpreise 2023.
Aus 284 Bewerberinnen und Bewerbern in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic sowie Literarische Übersetzungen wählte die unabhängige Jury sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer sowie eine Comic-Zeichnerin aus. Außerdem wurde Claudia Schumachers Debütroman „Liebe ist gewaltig“ (dtv) zum „Buch des Jahres“ gekürt. Kultursenator Dr. Carsten Brosda überreichte die Preise am 5. Dezember 2022 im Literaturhaus Hamburg.
Die Preisträgerinnen und Preisträger
Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:
- Buch des Jahres: Claudia Schumacher für „Liebe ist gewaltig“ (dtv)
- Roman: Kaspar Peters für „Ultima Thule“ und Frank Keil-Behrens für „Über meine Familie weiß ich nichts, suche sie aber trotzdem"
- Erzählung: Herbert Hindringer für „Morgen, oder Wenn er eine Nacht überlebt“
- Lyrik/Drama/Experimentelles: Julia Herrgesell für „Füchse“ und Ayna Steigerwald für „phototaxis. Gedichte“
- Kinder- und Jugendbuch: Sarah Manon Kempen für „Lichterloh“
- Comic: Antonia Kühn für „Apropos Elbe“
Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:
- Juliette Aubert-Affholder für das Drama „Die Nacht vom 4. auf den 5.“ / „La nuit du 4 au 5“ von Rachel Graton aus dem kanadischen Französisch, erschienen beim Theaterstück Verlag München
- Barbara Mesquita für den Roman „Im Auge der Pflanzen“ / „A visão das plantas“ von Djaimilia Pereira de Almeida aus dem Portugiesischen, erschienen im Unionsverlag
- Nicolai von Schweder-Schreiner für den Roman „Der letzte weiße Mann“ / „The Last White Man“ von Moshin Hamid aus dem Englischen, erschienen bei DuMont
Die Jury
Die unabhängige Jury, bestehend aus der Lektorin Katrin Aé (Hoffmann und Campe), dem Literaturkritiker Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), dem Übersetzer Markus Lemke (Preisträger 2021), der Literaturagentin Céline Meiner (Agentur Brauer) und der Autorin Katrin Seddig (Hubert-Fichte-Preis 2020), hat ihre Wahl aus 234 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 41 Comic-Projekten und 9 literarischen Übersetzungen getroffen.
Die Behörde für Kultur und Medien zeichnet sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer und eine Comic-Zeichnerin für ihre hervorragenden literarischen Arbeiten aus. Die Preise werden seit 2019 in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic sowie Literarische Übersetzungen verliehen. Außerdem kürt die unabhängige Jury Andreas Mosters bei Arche erschienenen Roman „Kleine Paläste“ zum „Buch des Jahres“. Die Literaturpreise sind mit je 6.000 Euro dotiert, die Preise für literarische Übersetzungen mit je 3.000 Euro.
Die Preisverleihung fand als geschlossene Veranstaltung am 6. Dezember 2021 im Literaturhaus Hamburg statt.
Die Preisträgerinnen und Preisträger
Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:
- Buch des Jahres: Andreas Moster für „Kleine Paläste“ (Arche)
- Roman: Kristine Bilkau für „Nebenan“ und Jan-Dirk Krohn für „No Meds in May“
- Erzählung: Sonja Roczek für „Barolo“
- Lyrik/Drama/Experimentelles: Nail Doğan für „Leerlauf – Gedichte“ und Jenny Schäfer für „Ein halbes Jahr Arbeit“
- Kinder- und Jugendbuch: Jutta Nymphius für „Total irre!“
- Comic: Helena Baumeister für „okcupid4“
Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:
- Brigitte Große für den Roman „Großer Bruder, kleine Schwester“ / „Em“ von Kim Thúy aus dem Französischen, erschienen bei Kunstmann
- Markus Lemke für den Roman „Leute wie wir“ / „Anashim kamonu“ von Noa Yedlin aus dem Hebräischen, erschienen bei Kein&Aber
- Maralde Meyer-Minnemann für den Roman „Bis die Steine leichter sind als Wasser“ / „Até que as pedras se tornem mais leves que a água“ von António Lobo Antunes aus dem Portugiesischen, erschienen bei Luchterhand
Die Jury
Die Jury, bestehend aus der Übersetzerin Ursel Allenstein (Preisträgerin 2020), dem Literaturkritiker Jan Ehlert (NDR Kultur), dem Verleger Jan Karsten (CulturBooks), der Lektorin Clara Sondermann und der Autorin Magdalena Saiger (Preisträgerin 2020), hat ihre Wahl aus 253 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 20 Comic-Projekten und 11 literarischen Übersetzungen getroffen.
Die Behörde für Kultur und Medien zeichnet sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer und eine Comic-Zeichnerin für ihre herausragenden literarischen Arbeiten aus. Die Literaturpreise werden in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik–Drama–Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic, Buch des Jahres sowie Literaturübersetzungen verliehen. Die Literaturpreise sind mit je 6.000 Euro dotiert, die Preise für literarische Übersetzungen mit je 3.000 Euro.
Die Preisverleihung fand am 12. November 2020 im "Grünen Jäger" statt.
Die Preisträgerinnen und Preisträger
Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:
- „Buch des Jahres“: Benjamin Maack für „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ (Suhrkamp Verlag)
- Roman: Magdalena Saiger für „Was ihr nicht seht oder Die Absolute Nutzlosigkeit des Mondes“ und Simon Urban für „Wie alles begann und wer dabei umkam“
- Erzählung: Frank Schliedermann für „Dorval, Quebec“
- Lyrik/Drama/Experimentelles: Silke Stamm für den experimentellen Text „Hohe Berge“ und Peter Thiers für das Theaterstück „Paradiesische Bauten“
- Kinder- und Jugendbuch: Uticha Marmon für „Dreizehn Wochen Sonntag oder Wie ich den Kaninchen die Sprache zurückgab“
- Comic: Nadine Pedde für „Gespenster der DDR“
Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:
- Ursel Allenstein für die Übersetzung des Romans „Nach der Sonne / Efter solen“ von Jonas Eika aus dem Dänischen, erschienen bei Hanser Berlin
- Mirko Bonné für die Neuübersetzung des Romans „Der Niemand von der ,Narcissus‘ / The Nigger of the ,Narcissus‘“ von Joseph Conrad aus dem Englischen, erschienen bei mare
- Cornelia Wend für den Roman „Doggerland“ von Élisabeth Filhol aus dem Französischen, erschienen in der Edition Nautilus
Videoporträts
Die Jury
Die Jury, bestehend aus dem Buchhändler Thomas Bleitner (Buchhandlung Lüders), der Autorin Julia Ditschke (Hamburger Literaturpreis 2019), der Literaturjournalistin Natascha Geier (NDR Fernsehen), der Lektorin Katharina Picandet (Edition Nautilus) und der Übersetzerin Britt Somann-Jung (Hamburger Literaturpreis 2019) hat ihre Wahl aus 260 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 53 Comic-Projekten und 23 literarischen Übersetzungen getroffen.
Saša Stanišićs Roman „Herkunft“ ist das Hamburger „Buch des Jahres“ 2019. Stanišić ist damit der erste Träger des neu geschaffenen Preises, mit dem die Behörde für Kultur und Medien herausragende literarische Arbeiten auszeichnet. Insgesamt vergibt die Behörde für Kultur und Medien elf Preise nach dem Votum einer unabhängigen Jury.
2019 wurden die Preise neu strukturiert und damit das Förderprogramm verbessert. Die Preise in den Kategorien „Buch des Jahres“, Kinder- und Jugendliteratur sowie eine Auszeichnung für Comics wurden neu geschaffen und zum ersten Mal verliehen. Außerdem werden Werke in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles sowie Literaturübersetzungen ausgezeichnet. Die Literaturpreise sind mit je 6.000 Euro dotiert, die Preise für literarische Übersetzungen mit je 3.000 Euro.
Die Preisträgerinnen und Preisträger
Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:
- „Buch des Jahres“: Saša Stanišić für „Herkunft“
- Roman: Tamar Baumgarten-Noort für „Ans Licht“; Katrin Seddig für „Eine deutsche Familie“
- Erzählung: Sven Lenz für „Nebenrolle“; Julia Ditschke für „Mutter. Zwölf Versuche“
- Lyrik/Drama/Experimentelles: Ulrike Syha für das Theaterstück „Der öffentliche Raum“
- Kinder- und Jugendbuch: Cornelia Franz für „Calypsos Irrfahrt“
- Comic: Karina Tungari für „Ahh … Das Gras auf der anderen Seite ist nicht immer grüner“.
Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:
- Dagmar Mißfeldt für die Übersetzung des Romans „Beinahe Herbst/Nærmere høst“ von Marianne Taurin aus dem Norwegischen
- Britt Somann-Jung für die Übersetzung des Romans „In guten wie in schlechten Tagen/An American Marriage“ von Tayari Jones aus dem amerikanischen Englisch
- Claudia Steinitz für die Übersetzung des Romans „Querwege/La traversière“ von Albertine Sarrazin aus dem Französischen
Die Verleihung der Hamburger Literaturpreise 2019 fand am 2. Dezember 2019 im Literaturhaus Hamburg statt.
Die Jury
Die Jury, bestehend aus dem Buchhändler John Cohen, dem Autor Daniel Mellem, der Literaturkritikerin Judith Liere, dem Übersetzer Stefan Pluschkat und der Lektorin Judith Weber, hat ihre Wahl aus 275 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 43 Comic-Projekten und 19 literarischen Übersetzungen getroffen.