Hinweis: Zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie galt in Hamburg noch 2045 als Ziellinie für die Erreichung der Klimaschutzziele. Zwischenzeitlich wurde dies auf 2040 vorverlegt. (Stand 08.11.2025)
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HINWEIS: Aktualisierung des gemeinsamen Berichts zur Machbarkeitsstudie
Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) der Freien und Hansestadt Hamburg hat die 2022 vorgestellte umsetzungsorientierte Machbarkeitsstudie zur Erreichung der Klimaschutzziele im Bereich der Wohngebäude in Hamburg aktualisiert. In der Machbarkeitsstudie wurde untersucht, ob und wie klimaneutrales Wohnen in Hamburg bis 2045 erreicht wird und ein Zielpfad zur Erreichung der Klimaschutzziele im Sektor Private Haushalte entwickelt. Vor dem Hintergrund der seit der ersten Veröffentlichung stark gestiegenen Bau-, Finanzierungs- und Energiekosten hat die BSW nun eine Kostenaktualisierung durchführen lassen. Zusätzlich wurden dabei auch die Erkenntnisse einer Studie zu den Grauen Emissionen von Sanierungsmaßnahmen in die Gesamtbewertung einbezogen werden.
Konkret hat die Kostenaktualisierung einen angepassten Gesamtinvestitionsbedarf zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele von mindestens 40 Milliarden Euro bis 2045 ergeben. Das bedeutet einen Kostenanstieg von 20 Prozent im Vergleich zu 2021. Zentrale Erkenntnis der Kostenaktualisierung bleibt aber: Klimaschutz im Sektor der Wohngebäude ist machbar, finanzierbar und kann sozialverträglich umgesetzt werden – auch bei steigenden Kosten. Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zahlt dabei mit einem CO2-Einsparpotenzial von etwa zwei Dritteln auf die Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 ein und bleibt so der größte Einflussfaktor. Diese Erkenntnis verbunden mit technischen Fortschritten auf dem Gebiet der Wärmepumpen bietet Anlass zu einem Paradigmenwechsel. Die Reduktion des Endenergiebedarfs erfolgt durch eine CO2-optimale Sanierungstiefe am Ende der Bauteillebensdauer. Das Paradigma „Efficiency first“ wird durch die Leitlinie „Dekarbonisierung an erster Stelle“ ersetzt.
Der aktualisierte gemeinsame Bericht der Gutachterinnen und Gutachter steht hier sowie unten auf dieser Seite zum Download bereit.
Die fünf Einzelgutachten finden Sie ebenfalls weiter unten als Download.
Die einzelnen Datenblätter können Sie bei Bedarf auf dieser Seite als pdf-Dateien herunterladen.
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Pressemitteilung vom 03. April 2023 zur Veröffentlichung der urspr. Machbarkeitsstudie
Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Hamburg schafft mit der Machbarkeitsstudie zur Erreichung der Klimaschutzziele bei Wohngebäuden eine weitere Grundlage, um wirksam und zielgerichtet die klimaneutrale Transformation des Wohngebäudebestands anzugehen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Ziel Klimaneutralität ambitioniert ist, wir aber schon auf einem guten Weg sind. Wird der eingeschlagene Pfad weiter konsequent verfolgt, wohnt Hamburg 2045 faktisch klimaneutral. Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien eine deutlich höhere Bedeutung hat als die Gebäudeeffizienz. Der schnelle Ausbau des kommunalen Wärmenetzes wird damit zum wesentlichen Faktor für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand in Hamburg.“
Die Bedingungen dafür sind unter anderem:
Der CO2-Entwicklungspfad der Machbarkeitsstudie geht von einer Endenergiereduktion von 2020 bis 2045 um 38 Prozent aus. Die restlichen CO2-Einsparungen werden durch die Energieversorgung erzielt.
Schon heute liegt die jährliche energetische Sanierungsquote bei 1 Prozent (in Bezug auf den Wohngebäudestand). Bei den Mehrfamilienhäusern liegt diese Quote mit 1,26 Prozent pro Jahr sogar noch etwas höher, bei den Einfamilienhäusern mit 0,87 Prozent etwas niedriger.
Um das Ziel zu erreichen wird die Sanierungsquote moderat steigen:
von 1,0 auf 1,5 Prozent bis 2030,
von 1,5 auf 2,1 Prozent bis 2045.
Dies berücksichtigt den erforderlichen Ausbau der Baukapazitäten und basiert auf einem auch heute mehrheitlich in der Praxis beobachtbaren Sanierungsverhalten, bei dem Bauteile nur dann modernisiert werden, wenn das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht ist.
Der Fokus wird auf der Sanierung von Wohnhäusern liegen, die vor 1979 gebaut wurden. Dies gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser genauso wie für Mehrfamilienhäuser. Stärkster Hebel sind jedoch Mehrfamilienhäuser: Zwar machen sie in Zahlen nur ein Drittel der Gebäude aus, jedoch zwei Drittel der Nutzfläche, des Energieverbrauchs und der CO₂ -Emissionen.
Das Dämmen von Wänden, Keller, Dach sowie der Einbau moderner Klimaschutzfenster erfolgt mit Augenmaß. Denn: Eine technisch maximal mögliche Sanierungstiefe ist nicht für jeden Gebäudetyp erforderlich. Serielle Sanierungen – etwa in Quartieren von Mehrfamilienhäusern – senken nicht nur den Energiebedarf, sondern auch den baulichen Aufwand und damit die Kosten.
Standardlösungen für die klimaneutrale Energieversorgung sind Wärmenetze, oder, wo diese nicht vorhanden oder geplant sind, Wärmepumpen, wobei dem Anschluss an ein Wärmenetz aufgrund der geringeren Wohnfolgekosten der Vorzug gegeben werden sollte.
Die Stadt Hamburg unterstützt das Engagement für klimafreundliches Wohnen mit zusätzlichen Fördermitteln. Gemeinsam mit den ebenfalls verfügbaren Bundesmitteln werden so die Belastungen deutlich begrenzt.
Rückfragen der Medien
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
André Stark | Pressesprecher
Telefon: 040 42840 2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsw
Twitter: @fhh_bsw