Bilanz der Innenstadtkoordination

Sichtbarer Aufschwung in Hamburgs City nach dreieineinhalb Jahren Einsatz

11. Dezember 2025 Pressemitteilung

Steigende Besuchszahlen und aktuelle Studien wie der CIMA-Monitor zeigen, dass sich die Hamburger Innenstadt entgegen dem bundesweiten Trend im Aufschwung befindet. Ob mehr Aufenthaltsqualität durch bauliche Maßnahmen, kreative Zwischennutzungen für Leerstände, regelmäßige Akteursdialoge oder Pilotprojekte mit dem Mut, die Innenstadt neu zu denken: In der Hamburger City ist vieles in Bewegung. Seit Prof. Elke Pahl-Weber im Juni 2022 ihre Tätigkeit als Innenstadtkoordinatorin aufnahm, hat sie diese Entwicklung maßgeblich mit beeinflusst. Nach mehr als drei Jahren scheidet sie nun als Innenstadtkoordinatorin aus.

  • Stadtentwicklung und Wohnen
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Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Hamburgs Innenstadt steht heute so gut da wie lange nicht – sie ist aktuell die beliebteste Innenstadt Deutschlands. Die Besuchszahlen sind in den letzten Jahren wieder deutlich gestiegen und unsere Innenstadt wandelt sich sichtbar zum Besseren: mit dem autofreien Jungfernstieg, neuen attraktiven Plätzen und mehr Aufenthaltsqualität. Dabei liegt Hamburgs Stärke im Miteinander und in unserer besonderen Kultur der Kooperation. Handel, Eigentümerinnen und Eigentümer, Kultur, Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft arbeiten eng zusammen – getragen von Strukturen, die sich bewährt haben. Mit der Innenstadtkoordination haben wir vor drei Jahren bewusst ein Novum geschaffen. Dass dieses Format heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Innenstadtentwicklung ist, ist vor allem der Verdienst von Prof. Elke Pahl-Weber. Sie hat sich diese Rolle erarbeitet, hat sie mit kluger Hand ausgefüllt und etwas geschaffen, das heute fest zu Hamburg gehört. Zahlreiche Formate und Projekte tragen ihre Handschrift. Mit dem Zukunftsbild Innenstadt hat sie zudem einen strategischen Rahmen mitgestaltet, der die Entwicklung der kommenden Jahre prägen wird. Damit hat sie für ihre Nachfolge einen klaren, tragfähigen Weg vorgezeichnet. Ihr Ausscheiden zum Jahresende ist ein großer Verlust für Hamburgs Innenstadt und für alle, die mit ihr gearbeitet haben. Für ihren außerordentlichen Einsatz und ihren wichtigen Beitrag zu einer Innenstadt für alle danke ich Prof. Elke Pahl-Weber ausdrücklich und von Herzen.“

Prof. Elke Pahl-Weber, scheidende Innenstadtkoordinatorin: „Meine 180 Wochen in der Innenstadtkoordination waren eine intensive Zeit des Kennenlernens von Akteurinnen und Akteuren, die in der Hamburger Innenstadt wirken – oft im Verborgenen. Sie alle eint das Herzensanliegen, sich für ‚unsere Innenstadt‘ zu engagieren. Doch die meisten kannten sich nicht und arbeiteten nebeneinanderher. In den vergangenen 180 Wochen ist es uns gelungen, eine Struktur aufzubauen, die die Innenstadtkoordination mit ihrem ‚Raum zum Stadtfinden‘ zum zentralen Anlaufpunkt für die unterschiedlichen Interessensgruppen machte – für Grundeigentümerinnen und -eigentümer, für Kunst und Kultur, für Bildung, Wohnen, Stiftungen und Unternehmen mit großen Büroflächen. Als Innenstadtkoordination arbeiteten wir im engen Schulterschluss mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und brachten die Perspektiven der verschiedenen Akteurinnen und Akteure in die Gremien ein, in denen die zuständigen Behörden und das Bezirksamt vertreten sind. Dadurch gelang es gemeinsam, verborgene Potenziale zu entdecken: dass die Innenstadt ein Ort für Kreativität, Manufaktur und Mode sein kann – wie im Fashion-Lab ‚FABRIC‘; dass Wohnen in der Innenstadt Nachbarschaft braucht – wie im Extraraum ‚Laden 4‘; und dass kreative Pilotprojekte mit Kinderspielen, Bildungsangeboten und Kunstaktionen zur Belebung der Innenstadt beitragen. Mit dem ‚Zukunftsbild Innenstadt‘ haben wir gemeinsam eine akteursbezogene Basis geschaffen, um die Innenstadt in diesem Sinne weiterzuentwickeln zu einem lebenswerten und zukunftsfähigen Ort für alle. Der Anfang ist gemacht. Ich gehe mit Freude darüber, dass die Innenstadtkoordination verstetigt und das Fachportal Innenstadt weiterentwickelt wird sowie der festen Überzeugung, dass es zahlreiche Projekte für die nächste Phase gibt, die der Hamburger Innenstadt als pulsierendes Herz der gesamten Stadt gut tun werden.“

Wie viele Metropolen-Zentren sieht sich auch die Hamburger Innenstadt neuen Herausforderungen gegenüber. Um den Strukturwandel positiv zu gestalten und die innerstädtische Nutzungsvielfalt zu stärken, wurde die Innenstadtkoordination im Rahmen des Förderprogrammes „Verborgene Potenziale – Für ein lebendiges und resilientes Hamburger Zentrum“ der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen etabliert. Dem Team um Prof. Elke Pahl-Weber kam dabei insbesondere eine koordinierende, kooperative und strategische Rolle zu, bei der Dialog und Vernetzung im Vordergrund standen, aber auch die praktische Erprobung neuer Nutzungen durch Projekte und Prototypen im Rahmen der „Verborgenen Potenziale Innenstadt“:

Netzwerke, Dialoge und Fachrunden:

Mit öffentlichen Formaten wie den monatlichen Themenabenden und Entdeckerspaziergängen, Fachrunden, Zukunftsdialogen und Workshops, die sich an Schülerinnen und Schüler richteten, etablierte die Innenstadtkoordination regelmäßige Austausch-Formate für die Innenstadtentwicklung. Unter anderem unterstützte sie die Schaffung eines neuen Formats, das die bestehenden Netzwerke thematisch ergänzt – KKWB+, eine Interessensvertretung von Akteurinnen und Akteuren aus Kunst, Kultur, Bildung, Wohnen und Sozialem.

Digitales „Fachportal Innenstadt“:

In Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen realisierte die Innenstadtkoordination eine digitale Karten- und Datenplattform, das „Fachportal Innenstadt“. Die Webanwendung dient als Informationsplattform und Analyseinstrument für den fachlichen Austausch in Workshops mit den Akteurinnen und Akteuren der Innenstadt sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Mit dem Fachportal lassen sich unter anderem innenstadtrelevante Daten wie Bodenrichtwerte, Beiträge aus Onlinebeteiligungsverfahren mit DIPAS oder Besuchsfrequenzen aufrufen, welche als Grundlage für strategische Entwicklungsentscheidungen dienen können.

Pilotprojekte und Prototypen:

Mit zwei Prototypen zu den Themen „Kreativnutzung/Urbane Produktion“ und „Wohnen“ förderte die Innenstadtkoordination eine kreative Umnutzung von Leerständen im Innenstadtbereich – dem Future Fashion Lab FABRIC in der Galleria Passage und dem Nachbarschaftsprojekt Laden 4 in der Reimerstwiete. Neben den Prototypen widmeten sich 43 von einer Fachjury ausgewählte Pilotprojekte einer breiten Vielfalt an Themen, Formaten und Zielgruppen, um eine große Bandbreite neuer Nutzungsmöglichkeiten für die Innenstadt auszuprobieren. Mit Projekten wie temporären Spielplätzen und einem Miniplex-Kino, Pop-Up Wohnen im Büro, Tanzperformances oder Mitmach-Kunst auf der Straße wurden öffentliche Plätze in Orte der Begegnung verwandelt, Kunst und Kultur im Alltag erlebbar gemacht, Freiräume für Kinder und Jugendliche geschaffen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft gefördert.

Zukunftsbild Innenstadt:

In Zusammenarbeit mit der Innenstadtkoordination präsentierte die Stadt Hamburg mit dem „Zukunftsbild Innenstadt“ als Weiterentwicklung des „Leitbilds Innenstadt“ (2014) sowie des „Handlungskonzepts Innenstadt“ (2020) ein Bündel an Strategien, Maßnahmen und Prozesse, um dem Strukturwandel weiterhin wirksam zu begegnen. Mit den Akteurinnen und Akteuren der Innenstadt, Wirtschaft, Verwaltung sowie den Bürgerinnen und Bürgern wurde ein Gemeinschaftswerk entwickelt, das reflektiert, welche Anpassungen im Leitbild durch externe Faktoren wie z. B. Corona, Klimawandel und geändertes Konsumverhalten erforderlich sind, und zukunftsgerichtet ein Zielkompass mit neun Entwicklungszielen formuliert, welche die Innenstadt als vielfältigen Ort des Handels, der Arbeit, des Wohnens und der Kultur – auch nach Geschäftsschluss – definieren.

Weitere Informationen zu „Verborgene Potenziale Innenstadt“ finden Sie unter: https://www.hamburg.de/verborgene-potenziale

Das Zukunftsbild Innenstadt ist abrufbar unter: https://t1p.de/Zukunftsbild-Innenstadt-Hamburg

Ein Bild der Verabschiedung von Prof. Elke Pahl-Weber finden Sie hier zum Download: https://public.skyfish.com/p/fhh/2615530 (Bildrechte: Senatskanzlei, Freie und Hansestadt Hamburg)

 

Rückfragen der Medien

Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Katrin Pehle | Stellv. Pressesprecherin
Telefon: 040 42840 2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsw
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