Mit der heutigen Inbetriebnahme des Nebelfeldes wird die neue Spielfläche nun auch atmosphärisch erlebbar. Gemeinsam mit den Trampolinen und dem Tanzglockenspiel entsteht ein vielseitiger Erlebnisraum, der Wasser, Klang und Bewegung auf besondere Weise verbindet. Das Spielangebot lädt nicht nur zum Mitmachen ein, sondern macht den Jungfernstieg auch sinnlich erfahrbar – als Ort der Begegnung, der Abkühlung und des Miteinanders. Der neue Jungfernstieg zeigt damit eindrucksvoll, wie durch gelungene Gestaltung, nachhaltige Planung und technische Innovation ein urbaner Raum geschaffen wird, der Generationen verbindet und echte Aufenthaltsqualität bietet.
Abkühlung:
Ein besonderes Highlight bildet das rund 7,50 x 8,10 Meter große Nebelfeld, das mit 30 feinen Nebeldüsen ausgestattet ist. Über eine computergesteuerte Software entstehen abwechslungsreiche Nebelbilder: Die Düsen arbeiten in sechs Gruppen à fünf Einheiten und erzeugen im Wechsel unterschiedliche Nebelsequenzen, bevor das System für einige Minuten pausiert und der Ablauf erneut startet. So entstehen immer neue, leicht schwebende Nebelinseln, die vor allem an warmen Tagen für Erfrischung sorgen. Eine integrierte Sensorik misst vor Ort Temperatur, Wind und Regen. Werden festgelegte Wettergrenzen überschritten, schaltet sich das Nebelfeld automatisch ab. Regulär ist es täglich ab 10:00 Uhr bis zum Einbruch der Dämmerung in Betrieb – in der Regel von Mai bis Oktober, bevor es in die Winterpause geht.
Bewegung:
Zwei Trampolingruppen (mit jeweils drei bzw. zwei 1,25 x 1,25 Meter großen Trampolinen, mit einer Sprungfläche von etwa 0,75 x 0,75 Metern) sorgen für aktiven Spielspaß. Sie erfüllen die Anforderungen der DIN EN 1176 und sind somit auch für Erwachsene geeignet.
Klänge:
Ein besonderes Klangerlebnis bietet das „Tanzglockenspiel“. Das quadratische Spielfeld (1,20 x 1,20 Meter) besteht aus neun Messingfliesen, die durch Hüpfen, Springen oder Tanzen harmonisch-pentatonische Klänge erzeugen. Eine unter den Fliesen verbaute Mechanik wandelt die Bewegungsenergie in Schwingungen um – so entsteht ein spielerischer Klangteppich.
Mit diesen Elementen unterstreicht der Jungfernstieg seinen Anspruch als lebendiger Stadtraum, der Aufenthaltsqualität, Interaktion und spielerische Erlebnisse auf besondere Weise verbindet.
Zudem sorgen zwölf eigens für den Jungfernstieg entworfene Pflanzkübel für zusätzliche grüne Akzente im Stadtraum. Jeder Kübel wurde mit einem rund zwei bis drei Meter hohen Baum sowie einer Unterbepflanzung aus Stauden und Gräsern bestückt – darunter vier Zieräpfel, vier Scharlach-Kirschen und vier Kupferfelsenbirnen. Ergänzt wird das Pflanzbild durch Pennisetum und den blau blühenden Storchschnabel „Rozanne“, die etwa 40 bis 50 Zentimeter hoch werden. Die Pflanzarbeiten sind abgeschlossen, die Bewässerung und Pflege erfolgen.
Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende (BVM): „Mit der Umgestaltung des Jungfernstiegs haben wir einen Ort zum Wohlfühlen, zum Flanieren und zum Spaß haben geschaffen. Die Menschen können hier unsere Stadt von einer ihrer schönsten Seiten genießen. Mit der Inbetriebnahme des Nebelfeldes auf der Wasserseite ist nun ein Spielbereich inklusive Trampoline und Glockenspiel als ein Erlebnisraum für Groß und Klein entstanden. Der Boulevard wurde mit Pflanzen noch grüner gemacht und bald schon werden zahlreiche neue Sitzmöglichkeiten geschaffen. Ich bin sehr stolz auf dieses wunderschöne Projekt, dass für mehr Lebensqualität im Herzen Hamburgs sorgt und viele Menschen dazu verleiten wird, hier zu verweilen, den Ort mit Leben zu füllen und die Innenstadt mit all ihren Angeboten zu nutzen.“
Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW): „Mit dem weiterentwickelten Jungfernstieg zeigen wir, wie Aufenthaltsqualität, Baukultur und Klimaresilienz in einem der bedeutendsten Räume unserer Stadt zusammengeführt werden können. Die Neugestaltung steht exemplarisch für das ‚Zukunftsbild Innenstadt‘ – offen, lebendig und generationengerecht. Mit dem Nebelfeld, den Trampolinen und dem Tanzglockenspiel ist ein Ort entstanden, der spielerische Elemente mit Klimaanpassung verbindet und für alle Altersgruppen neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Begrünung und kühlende Nebelinseln werden das Stadtklima spürbar verbessern – besonders an heißen Tagen. Die gemeinsam entwickelten Maßnahmen am Jungfernstieg sind ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und vielfältig nutzbaren Innenstadt.“
Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Rund um die Binnenalster tut sich derzeit einiges. Neben dem Jungfernstieg präsentiert sich in Kürze auch der benachbarte Neue Jungfernstieg neu. Die aktuell laufenden Umbauarbeiten befinden sich in den letzten Zügen. Dabei schaffen wir noch einmal mehr Aufenthaltsqualität, etwa mit deutlich größeren Nebenflächen, die auch für Außengastronomie genutzt werden können, getrenntem Fuß- und Radverkehr, zusätzlichen Bäumen, neuen Staudenpflanzungen und weiteren Sitzgelegenheiten.“
Dr. Stefan Klotz, Geschäftsführer Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG): „Für den LSBG – und als Geschäftsführer – bin ich sehr stolz darauf, diese bundesweit beachtete und städtebaulich herausragende Maßnahme als Realisierungsträger aktiv mitgestaltet und umgesetzt zu haben. Solche Vorhaben zeigen, wie viel Detailarbeit, technisches Know-how und Abstimmung im Hintergrund notwendig sind – genau das ist unsere Stärke. Ich freue mich riesig und danke unserem Team, denn der Jungfernstieg ist ein Projekt, das Maßstäbe im Hinblick auf die Ziele der Mobilitätswende setzt.“
Nachhaltige und zukunftsorientierte Gestaltung am Jungfernstieg
Neben dem hohen gestalterischen Anspruch punktet die Umgestaltung des Jungfernstiegs auch technisch:
- Innovatives Bewässerungssystem:
Ein unterirdisches System nutzt gesammeltes Regenwasser zur Versorgung der neu gepflanzten Silberlinden – für eine effiziente Wassernutzung und gesunde, langlebige Bäume. - Ressourcenschonender Materialeinsatz:
Umweltfreundliche Materialien kamen ebenso zum Einsatz wie wiederverwendete Steine aus früheren Umbauten – das spart Ressourcen und verbessert die CO₂-Bilanz. - Frühzeitige Starkregenvorsorge:
Die Planung erfolgte vorausschauend nach den Vorgaben der Richtlinien für die Entwässerung von Straßen (REwS). - Nachhaltige und inklusive Stadtgestaltung:
Die Flächen wurden barrierearm, klimaangepasst und sozialverträglich gestaltet – für eine Innenstadt, die allen offensteht. - Integrierte Sicherheitslösungen:
Moderne Hochsicherheitspoller wurden dezent und gestalterisch eingebettet, ohne den offenen Charakter des Boulevards zu beeinträchtigen. - Historische Kontinuität mit Zukunft:
Die neu gepflanzte Baumreihe aus 13 Silberlinden greift die Tradition der seit 1665 am Jungfernstieg heimischen Baumart auf. Sie ist Teil des wachsenden „Grünen Kissens“ rund um die Binnenalster – für mehr Grün und Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Modellprojekt mit Auszeichnung
Der Umbau des Jungfernstiegs ist Teil der Hamburger Strategie zur Attraktivierung der Innenstadt. Was früher eine stark vom Autoverkehr geprägte Fläche war, entwickelt sich zu einem Boulevard des Umweltverbunds – mit weniger Fahrbahnbreite, neuen Querungen, sicheren Radwegen und mehr Raum für Fußgänger:innen. Der Jungfernstieg steht damit für die Mobilitätswende im Zentrum der Stadt.
Hamburg investiert über 13 Millionen Euro, um einen der bekanntesten und beliebtesten Orte Hamburgs schöner für alle zu machen. Die Gesamtmaßnahme Jungfernstieg ist auch Hamburgs offizieller Beitrag zum Deutschen Ingenieurpreis 2025 (Kategorie Baukultur). Das Projekt gilt als Modell für moderne, lebenswerte Innenstädte – und wurde u. a. als Fallstudie an der Technischen Universität Hamburg in der Lehre verankert. Der Jungfernstieg zeigt, wie Baukultur und Mobilitätswende Hand in Hand gehen können – ein Raum für Menschen, ein Impuls für die Zukunft.
Letzte anstehende Arbeiten
Die letzten noch ausstehenden Arbeiten werden in den kommenden Wochen bis Ende Juli 2025 abgeschlossen. Seit wenigen Tagen ist die Pflasterung vor dem Niveahaus fertiggestellt. In den kommenden Tagen folgen das Setzen von Fahrradbügeln, das Anbringen von Orientierungsstreifen auf der Häuserseite sowie taktiler Leitelemente – jeweils mit geplanter Fertigstellung bis Ende Juli. Auch die Taxistände werden bis dahin mit Basaltstein umpflastert, ebenso wie die Pflasterfläche zwischen dem Mö-Grill und der Reesendammbrücke. Die Stellfläche für die Stadtrundfahrten wird bis Mitte Juli hergestellt, die Restbeschilderung bis Ende Juli.
Die Montage von Bänken und Pollern erfordert aufgrund der tiefen Fundamente sowie möglicher Leitungen und baulicher Hindernisse im Untergrund mehr Zeit. Zum Schutz vor Überfahrten werden Anti-Terror-Poller errichtet, deren Fertigstellung bis Ende 2025 geplant ist. Alle Arbeiten erfolgen dabei örtlich begrenzt und in enger Abstimmung mit den laufenden Veranstaltungen vor Ort. Ziel ist es, ein hohes Maß an Sicherheit mit einer hochwertigen Gestaltung und größtmöglicher Rücksicht auf die Nutzungen am Jungfernstieg zu verbinden.
Rückfragen der Medien
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM)
Renate Pinzke
Telefon: 040 42841 3211
E-Mail: pressestelle@bvm.hamburg.de
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
André Stark
Telefon: 040 42840 2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de
Bezirksamt Hamburg-Mitte
Elsa Scholz | Pressestelle
Telefon: 040 42854 2877
E-Mail: pressestelle@hamburg-mitte.hamburg.de
Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)
Susanne Richter
Telefon: 040 42826 2907
E-Mail: lsbgkommunikation@lsbg.hamburg.de