Der zur Finanzbehörde gehörende Landesbetrieb für Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) als Auftraggeber, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, das Bezirksamt Altona und die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft hatten sich im Februar 2025 über die grundsätzlichen Ziele einer Neuplanung für das Umfeld des heutigen Bahnhof Altona verständigt. Nach der Inbetriebnahme des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona am Diebsteich, die für Ende 2029 geplant ist, können die Bahnanlagen für den heutigen Kopfbahnhof abgebaut werden. Zudem ist eine deutliche Erweiterung des Busbahnhofs erforderlich, so dass auch hier eine Neukonzeption erfolgen muss. Der unterirdische S-Bahnhof bleibt bestehen.
Die beiden ausgewählten Entwürfe bieten unterschiedliche Lösungen:
- Der Entwurf von CF Möller und Vogt Landschaft (Beitrag C) platziert den Busbahnhof entlang der S-Bahntrasse und schafft einen gut proportionierten Stadtplatz. Es entsteht eine durchgehende Nord-Süd Grünverbindung. Es werden drei neue Stadtbausteine geschaffen, die sich selbstverständlich in den Stadtraum einfügen und gute Orientierung bieten.
- Im Gegensatz dazu setzt das Team Noto und Studio Erde (Beitrag E) statt Abriss auf Transformation und Um- sowie Weiterbau. Das heutige Bahnhofgebäude wird zum Stadthaus und bildet das verbindende Zentrum zwischen einem neugeschaffenen Park im Norden und einem Platz im Süden. Der Busbahnhof wird am heutigen Standort erhalten und räumlich nach Süden erweitert. Die Arbeit beschreibt dabei eine prozesshafte Entwicklung der ehemaligen Bahnanlage zur Parkanlage, indem auch Elemente der früheren Nutzung sichtbar bleiben sollen.
Oberbaudirektor Franz-Josef Höing: „Aus fünf guten Beiträgen werden wir zwei sehr unterschiedliche Arbeiten vertiefen, die beide das Potenzial haben, dem Zentrum Altonas eine neue Identität zu geben. Beide Arbeiten versprechen gut proportionierte Stadt- und Grünräume mit neuen Aufenthaltsqualitäten rund um den vergrößerten oberirdischen Busbahnhof. Auf den heutigen Gleisflächen entsteht eine vielseitig nutzbare Parklandschaft mit sehr attraktiven Wegeverbindungen. Wir wollen uns Zeit nehmen, die vorgeschlagenen Ideen weiter zu schärfen, bevor wir uns für ein Konzept entscheiden.“
Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Altona wird ein attraktives neues Zentrum bekommen – der Ideenwettbewerb hat für diese Jahrhundertchance für Altona wichtige Impulse gegeben. Darauf werden wir jetzt bei der weiteren Planung jetzt aufsetzen. Nach einem umfassenden Entwicklungsprozess unter aktiver Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürgern wurden aus fünf Vorschlägen zwei für die zukünftige Entwicklung des Zentrums von Altona einvernehmlich ausgewählt. Diese ersten Ideen werden nun im weiteren Verlauf vertieft ausgearbeitet und auf Umsetzbarkeit geprüft. Hierbei sollen auf meinen Vorschlag hin in beiden Entwürfen auch mindestens 400 Wohneinheiten direkt im Zentrum ermöglicht werden.“
Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende: „Ich bedanke mich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich intensiv mit der Zukunft von Altonas Zentrum auseinandergesetzt haben und wertvolle Hinweise für die Jury gegeben haben. Nur gemeinsam können wir Altonas Zentrum weiter entwickeln. In beiden Entwürfen wird das Zentrum Altonas deutlich grüner und bekommt mehr Lebensqualität. Die beiden Entwürfe zeigen aber auch deutliche Unterschiede auf, an diesen Vorlagen wird jetzt intensiv weitergearbeitet. Ich kann nur jeden ermutigen sich hiervon selbst ein Bild zu machen, so dass wir gemeinsam eine starke Zukunftsperspektive für das Herz von Altona entwickeln.“
Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Altona: „Mit dem aktuellen Juryvotum kommen wir der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes Altona ein großes Stück näher. Wir haben jetzt zwei ganz unterschiedliche Entwürfe, deren Ideen so gut sind, so dass man auf diesen jetzt weiter aufbauen kann. Besonders freut mich, dass sich die Bürger:innen in unserer Stadt und vor allem aus Altona so intensiv in den Wettbewerb eingebracht haben – dass mehr als 1.000 Menschen die Gelegenheit zur abschließenden Beteiligung genutzt haben, zeigt mehr als deutlich, wie wichtig dieses Thema ist.“
Alle Wettbewerbsarbeiten werden in den kommenden Wochen öffentlich ausgestellt (s. u.). Die von der Jury unter dem Vorsitz des renommierten Architekten Stefan Behnisch ausgewählten beiden Arbeiten werden in den nächsten Monaten weiterbearbeitet. Wenn die überarbeiteten Beiträge vorliegen, wird über das weitere Vorgehen entschieden. Erst im Anschluss geht es in die Detailbearbeitung und in weitere Wettbewerbsverfahren zur Gestaltung des Zentrums von Altona. Der Umbau des Bahnhofskomplexes wird frühestens Anfang der 30-er Jahre beginnen.
Der Wettbewerb wurde von einer intensiven Bürgerbeteiligung begleitet: Schon im Vorfeld wurden Ideen und Wünsche online und vor Ort gesammelt und die Ergebnisse in die Auslobung des Wettbewerbs überführt. Während des Wettbewerbs konnten die Hamburgerinnen und Hamburger die ersten Ideen im Rahmen einer gläsernen Werkstatt in Augenschein nehmen und unmittelbar vor der Jurysitzung die fertigen Entwürfe in einer zweitägigen Ausstellung im Altonaer Rathaus begutachten und kommentieren. Über 1.000 Menschen vor allem aus Altona nutzten diese Gelegenheit zur abschließenden Beteiligung. Eine ausgeloste Bürger:innenvertretung hat den Wettbewerb zusätzlich begleitet. Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Altona und des Gymnasium Allee wurden im gesamten Verlauf des Verfahrens immer wieder in verschiedenen Formaten beteiligt, um die Perspektive der jungen Generation bei diesem Zukunftsprojekt zu berücksichtigen. Insbesondere der Wunsch, aus dem heutigen Transitraum einen schön gestalteten, grünen Aufenthaltsort zu machen, mit Architektur, die zu Altona passt, trat in allen Beteiligungsformaten deutlich zu tage. Sämtliche Beteiligungsformate und -ergebnisse sowie alle Informationen zum Verfahren sind unter https://bahnhof-altona.beteiligung.hamburg veröffentlicht.
Folgende Büros haben am Wettbewerb teilgenommen:
Beitrag A: APB. Schneider Andresen Pommée Architekten & Stadtplaner PartG mbB und HAHN HERTLING VON HANTELMANN Landschaftsarchitekten GmbH BDLA
Beitrag B: blrm Architekt*innen GmbH und TREIBHAUS Landschaftsarchitektur Hamburg
Beitrag C: C.F. Møller Deutschland GmbH und Vogt Landschaft GmbH
Beitrag D: DFZ Architekten GmbH, Hamburg und Snøhetta Arkitektur og Landskap A/S, Oslo
Beitrag E: NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbB und studio erde GmbH
Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Mitmachladen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Hamburg stehen für Fragen und Gespräche bereit
Dienstag, 21. April 2026, 15:00 bis 19:00 Uhr
Donnerstag, 23. April 2026, 15:00 bis 19:00 Uhr
Samstag, 25. April 2026, 11:00 bis 15:00 Uhr
Projekt-Laden im Bahnhof Altona (gegenüber von Gleis 11/12)
Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Rathaus Altona
18. Mai bis 5. Juni 2026, Montag bis Freitag jeweils 8:00 bis 20:00 Uhr
Bilder der ausgewählten Beiträge stehen hier zum Download bereit: https://public.skyfish.com/p/fhh/2670325
(Die Informationen zu den Bildrechten sind unter „Details“ angegeben.)
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