Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Stellingen wächst und mit ihm unser Anspruch, den Stadtteil in all seiner Vielfalt zu entwickeln und zu stärken. Mit dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung investieren wir gezielt und nachhaltig darin, die Lebensqualität für alle Menschen im Quartier spürbar zu erhöhen – durch attraktive Wohnumfelder, eine starke soziale Infrastruktur, gepflegte Grün- und Freiflächen sowie moderne Sportanlagen. Unser Ziel ist klar: Stellingen soll für seine Bewohnerinnen und Bewohner ein Stadtteil sein, in dem man sich rundum wohlfühlen kann.“
Sonja Böseler, stellv. Bezirksamtsleiterin Eimsbüttel: „Die Bürgerbeteiligung im Frühjahr des Jahres hat wichtige Hinweise darauf gegeben, wie wir den Stadtteil mit Hilfe des RISE-Programms nun stärken können. Stellingen ist bereits in den letzten fünf Jahren um rund 5.000 Einwohner gewachsen, in der „Neuen Mitte“ am Sportplatzring wird ein neues Stadtteilzentrum entstehen. Die öffentliche Infrastruktur muss jetzt vorausschauend an das Wachstum angepasst werden. Dabei werden Mobilität, Grünflächen und Angebote für Bewegung und Sozialleben im Fokus stehen. Mit der Senatsentscheidung fällt jetzt der Startschuss dafür!“
Das Bezirksamt Eimsbüttel übernimmt die weitere Koordinierung der Gebietsentwicklung im Fördergebiet. Unterstützung erhält es dabei durch einen externen Gebietsentwickler. Um die Bewohnerinnen und Bewohner, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie weitere lokale Akteurinnen und Akteure an dem Prozess zu beteiligen, werden darüber hinaus ein Stadtteilbüro, ein Beteiligungsgremium und ein Verfügungsfonds eingerichtet.
Die Festlegung des Quartiers als RISE-Fördergebiet basiert auf einer umfassenden Problem- und Potenzialanalyse, die im Auftrag des Bezirksamts und in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen erstellt wurde. Die Analyse zeigt, dass insbesondere durch das derzeitige Wachstum des Stadtteils neuer Handlungsbedarf besteht. Ziel des Förderverfahrens ist es, die Wohnquartiere nachhaltig und lebenswert weiterzuentwickeln, das Stadtteilzentrum zu stärken, die soziale Infrastruktur bedarfsgerecht zu modernisieren und eine klimagerechte Stadtteilentwicklung voranzubringen. Als RISE-Fördergebiet wird Stellingen im Programm Wachstum und nachhaltige Erneuerung gefördert. Als nächster Schritt soll nun unter breiter Bürgerbeteiligung ein Integriertes Entwicklungskonzept erstellt werden, für welches das Bezirksamt Eimsbüttel gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Fördermaßnahmen bis 2035 entwickeln wird.
Die Kosten dieser Gebietsentwicklung werden mit den Planungen der einzelnen Projekte Jahr für Jahr konkretisiert. Bisher stehen Kosten in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro fest. Darin sind die Kosten für den Gebietsentwickler und für die ersten umsetzungsreifen Projekte enthalten. Zu den ersten Projekten gehören die Anlage einer Skate- und Multifunktionsfläche am Rohlfsweg sowie die Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Stadtpark Eimsbüttel an der Högenstraße. Die Finanzierung erfolgt anteilig mit rund 2 Millionen aus RISE-Mitteln. Weitere Mittel geben die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, der Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie das Bezirksamt Eimsbüttel.
Das neue RISE-Fördergebiet Stellingen umfasst im Wesentlichen die Wohnquartiere beiderseits der Kieler Straße im Abschnitt zwischen den Kreuzungsbereichen Pelikanstieg im Norden und Langenfelder Damm im Süden sowie den Sportpark Eimsbüttel an der Hagenbeckstraße.
Hier finden Sie eine Karte des RISE Fördergebiets Stellingen zum Download: https://www.hamburg.de/go/1126714
Zentrale Herausforderungen für die RISE-Gebietsentwicklung im neuen Fördergebiet sind:
- Es fehlt ein identitätsstiftendes Zentrum für Stellingen, das mit den angrenzenden Wohnquartieren und benachbarten Stadtteilen verknüpft ist.
- Qualität, Erreichbarkeit und Vernetzungsgrad der öffentlich zugänglichen Erholungs-, Bewegungs- und Grünflächen sind unzureichend. Es fehlt eine zeitgemäße Ausstattung mit altersgerechten oder bewegungsorientierten Angeboten.
- Das bestehende soziale Beratungs- und Betreuungsangebot kann den Bedarf nicht mehr vollständig decken. Es fehlen insbesondere öffentliche Angebote der Familienförderung sowie Angebote für Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren sowie zentrale Treffpunkte für Jugendliche und ältere Menschen.
- Das vorhandene Sport- und Bewegungsangebot kann den unterschiedlichen Bedarfen der Bevölkerung nur noch eingeschränkt gerecht werden. Vor allem Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung finden zu wenig passende Angebote.
- Unzureichende und nicht durchgängige Fuß- und Radwege, Barrieren durch stark befahrene Verkehrsachsen sowie fehlende Verbindungen in Ost-West-Richtung schränken die Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität im Quartier ein.
- Im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung bestehen vielfältige Herausforderungen, u. a. mit Blick auf die versiegelten Freiflächen entlang der großen Verkehrsachsen und die unzureichende Vernetzung der Grün- und Freiflächen. Die Energieeffizienz der Bestandsquartiere ist verbesserungsbedürftig.
Hintergrundinformationen zum Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE)
Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fördert lebendige stabile Quartiere und damit den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Es fasst die Programme der Städtebauförderung unter einem Dach zusammen mit dem Ziel, Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf städtebaulich aufzuwerten und sozial zu stabilisieren. Die Lebensqualität in den Quartieren wird durch Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und soziale Infrastruktur, in das Wohnumfeld, in die Qualifizierung öffentlicher Plätze, Freiflächen und Grünanlagen sowie Stärkung von Versorgungsstrukturen verbessert. Hamburg hat derzeit 24 RISE-Quartiere ausgewiesen, die in den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung gefördert werden. Insgesamt werden 26 Fördergebiete gezählt, da einige Quartiere in mehreren Programmen der Städtebauförderung festgelegt sind.
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