Preis für Baukultur und Städtebau

Fritz-Schumacher-Preis

Mit dem Fritz-Schumacher-Preis ehrt der Hamburger Senat regelmäßig ein besonderes Engagement für Baukultur und Städtebau.

  • Stadtentwicklung und Wohnen
Gäste bei der Verleihung des Fritz-Schumacher-Preises
Bernhard Claßen

Die Auszeichnung ist nach dem Architekten, Stadtplaner, Schriftsteller, Hochschullehrer und Oberbaudirektor von Hamburg, Fritz Schumacher (* 4. November 1869; † 5. November 1947), benannt und erinnert an seine herausragende Bedeutung für die Hamburger Stadtentwicklung.

Schumacher widmete sich der Gesamtgestalt der Stadt und erkannte die Bedeutung eines modernen Städtebaus für die Entwicklung der Großstadt. Dabei sah er eine bedeutende Aufgabe darin, volkswirtschaftliche, soziale und architektonische Ziele harmonisch miteinander zu verknüpfen. Hervorzuheben ist seine interdisziplinäre Arbeitsweise, die auch die Kunst einbezog.

Fritz Schumacher (* 4. November 1869 in Bremen; † 5. November 1947 in Hamburg)
Fritz Schumacher, vollständiger Name: Friedrich Wilhelm Schumacher (* 4. November 1869 in Bremen; † 5. November 1947 in Hamburg) Staatsarchiv Hamburg

Seit 2007 verleiht der Hamburger Senat den Fritz-Schumacher-Preis spätestens alle fünf Jahre an eine Persönlichkeit, die sich durch beispielhafte und herausragende Leistungen auf internationaler Ebene und fachübergreifend auf den Gebieten des Städtebaus, der Architektur, des Ingenieurwesens oder der Landschaftsplanung hervorgetan hat.

Der Preis ist mit 20.000 Euro sowie mit zwei Reisestipendien für Nachwuchskräfte in Höhe von jeweils 2.500 Euro ausgestattet. Die Preisverleihung im Hamburger Rathaus findet nach Möglichkeit um den Geburtstag Schumachers am 4. November herum statt.

Die Geschichte des Preises

Die Geschichte der Auszeichnung geht bis in das Jahr 1949 und auf die Alfred Toepfer Stiftung zurück. Absicht der Stiftung des Mäzens Alfred Toepfer war es nach dem Krieg mit dem Fritz-Schumacher-Preis, Anreize für ein neues Bewusstsein für Bauqualität zu schaffen. Nachdem der Preis durch die Stiftung an die Universität nach Hannover verlagert wurde, gab es bis in die 1980er Jahre zwei Schumacher-Preise: Den einen verlieh die Alfred Toepfer Stiftung, den anderen von 1960 bis 1986 der Hamburger Senat. Danach ruhte der Preis.

Im Einvernehmen mit der Alfred Toepfer Stiftung vergibt der Hamburger Senat den Fritz-Schumacher-Preis seit 2007 wieder regemäßig. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein Kuratorium, bestehend u. a. aus dem Oberbaudirektor sowie der Leitung des Hamburger Denkmalschutzamtes und weiteren renommierten Fachleuten. Die Entscheidung des Kuratoriums wird im Anschluss vom Senat bestätigt.

Preisträgerin in 2024

Preisträgerin des letzten Fritz-Schumacher-Preises war die Berliner Architektur-Kuratorin Dr. Kristin Feireiss († 20. April 2025). Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Karen Pein, überreichte Frau Feireiss am 12. Dezember 2024 gemeinsam mit Oberbaudirektor Franz-Josef Höing die Auszeichnung des Hamburger Senats während eines Festakts im Hamburger Rathaus. Feireiss war damit die erste weibliche Preisträgerin, seitdem der Hamburger Senat 2007 die Vergabe des Preises wieder übernommen hat.

Kristin Feireiss (geboren 1942 in Berlin, gestorben am 20. April 2025 ebenda), studierte Kunstgeschichte in Frankfurt/Main und arbeitete zunächst als Journalistin. 1980 gründete sie in ihrer Geburtsstadt das Architekturforum Aedes, das seitdem mit zahlreichen Ausstellungen und Debatten zu relevanten Fragen der Architektur- und Stadtentwicklung von sich reden macht. Seit 2009 firmiert Aedes als Metropolitan Laboratory im Ostteil Berlins. Feireiss hat zahlreiche Schriften zur Architektur und zu Architektur-Ausstellungen herausgegeben, z.B. „Brennpunkt Berlin. Politik, Stadtentwicklung, Kultur, Umweltschutz“ (1996), „Architecture in Times of Need: Make it Right – Rebuilding New Orleans' Lower Ninth Ward“ (2009) und „Hamburg in Dialogue. Seismograph City“ (2009). Kristin Feireiss leitete von 1996 bis 2001 das Niederländische Architekturinstitut in Rotterdam und erhielt 2007 die Ehrendoktorwürde der TU Braunschweig.

Fritz-Schumacher-Preis 2024: Portrait Architektur-Kuratorin Kristin Feireiss

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FHH

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

  • 1962: Ernst May
  • 1964: Werner Hebebrand
  • 1967: Ulrich Finsterwalder
  • 1969: Bernhard Hermkes
  • 1973: Gerd Albers
  • 1977: Werner Kallmorgen
  • 1982: Hardt-Waltherr Hämer
  • 1986: Ingeborg und Friedrich Spengelin
  • 2007: Joachim Schürmann
  • 2010: Peter P. Schweger
  • 2013: Thomas Sieverts
  • 2016: Bernhard Winking
  • 2019: Jörn Walter
  • 2024: Kristin Feireiss

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