Veranstaltung

Sommergespräch zur Baukultur 2024

Am 21. Juni 2024 lud Senatorin Karen Pein zum „Sommergespräch zur Baukultur“ nach Rothenburgsort ein. Das Thema dieser Fachveranstaltung lautete „Kreative Milieus und Stadtentwicklung“. Neben den Diskussionsrunden präsentierten an diesem Tag auch Referenten aus London, Brüssel und Groningen Beispiele kreativer Nutzungen.

  • Stadtentwicklung und Wohnen
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Jannis Beckermann/BSW

Die Leitfragen zum Thema „Kreative Milieus und Stadtentwicklung“ an die geladenen Experten an diesem Tag lauteten:

  • Was kann Stadtentwicklung tun, um kreative Milieus zu fördern? 
  • Was kann Hamburg von Städten wie London, Brüssel und Groningen lernen?
  • Warum ist es so schwer, Kreative mit geeigneten Räumen der Stadtentwicklung zusammenzubringen? 
  • Welche Rahmenbedingungen sind dafür notwendig? 
  • Was können wir von den Perspektiven verschiedener Akteurinnen und Akteure und unserer Partnerstädte lernen?

Hamburger Sommergespräch zur Baukultur 2024 – Hamburg: Prof. Klaus Overmeyer / Egbert Rühl

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Prof. Klaus Overmeyer (Urban Catalyst GmbH) und Egbert Rühl (Hamburg Kreativ Gesellschaft) führten in die Thematik des Tages ein.

Die Studie Kreative Milieus und offene Räume in Hamburg ist Ausgangspunkt des diesjährigen Sommergesprächs. Sie griff seinerzeit die These des US-amerikanischen Regionalökonomien Richard Florida auf, der in The Rise Of The Creative Class die These prägte, dass kreative Köpfe einer Gesellschaft und die von ihnen ausgehenden Innovationen entscheidend sind für das ökonomische Wachstum von Regionen. Städte wären demnach erfolgreich, wenn sie offen und attraktiv für kreative Milieus seien. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die aktuelle Situation stellten sich folgende Ausgangsfragen:

  • Raumressourcen vs. Raumverwertung: Was kann Hamburg tun, um Stadträume für kreative Milieus zu sichern, zu fördern und neu zu schaffen?
  • Dynamik vs. langfristige Sicherung: Wie können kreative Orte so gesteuert werden, damit sie langfristig gesichert und dauerhaft offen und dynamisch sind?
  • Instrumentalisierung vs. Selbstorganisation: Können und sollten kreative Milieus zu Instrumenten der Stadtentwicklung gemacht werden?
  • Gemeinwohl vs. Partikularinteressen: Welchen Mehrwert haben kreative Nutzungen für die Entwicklung öffentlicher Räume und Flächen? Wie sind öffentliche und Partikularinteressen miteinander vereinbar?

Die Fragen wurden im Rahmen der Diskussionsrunden gemeinsam erörtert.

Hamburger Sommergespräch zur Baukultur 2024 – Groningen: Ben van der Meer

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Die Stadt Groningen kann auf eine lange Tradition der Förderung kreativer Nutzungen zurückblicken. Dabei verfolgt die Stadt unterschiedliche, projektspezifische Ansätze: Sowohl geplante Strategien als auch die Unterstützung ungeplanter, nutzergetriebener Bewegungen kommen zum Tragen. 

Ben van der Meer stellt die bedeutendsten Konversionsprojekte der Stadt vor. Zu den präsentierten Beispielen gehören die Umnutzung eines ehemaligen Krankenhauses, die Zuckerfabrik (De Suikerzijde) und eine ehemalige Gasfabrik (De Maschinefabriek). 

Am Beispiel des Forum Groningen im Stadtzentrum wird eindrucksvoll gezeigt, wie aus einem verlassenen Ort ein Kulturzentrum mit Charakter und ein Katalysator für weitere Entwicklungen (beispielsweise die Aufwertung des öffentlichen Raums) im direkten Umfeld werden kann. Als Erfolgsrezept gilt hier der Ankauf von städtischen Flächen. 

Hamburger Sommergespräch zur Baukultur 2024 – Brüssel: Kris Verhellen

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Kris Verhellen stellt den „Gare Maritim“ in Brüssel vor. Dabei handelt es sich um die Konversion der ehemaligen Bahnhofshallen eines wichtigen Handels- und Verladebahnhofs.

Das Gebäude verbindet historische Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts mit modernen Holzkonstruktionen. In die einstigen Eisenbahnhallen wurden mehrgeschossige Pavillons hinzugefügt, durch die das Gefühl einer überdachten Kleinstadt vermittelt wird. Nun beherbergen die Hallen Event-, Gastronomie- und Gewerbefläche, in denen auch große kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Die Revitalisierung des Gebäudes zog zudem auch eine Aufwertung des Umfeldes nach sich.

Hamburger Sommergespräch zur Baukultur 2024 – Berlin: Konrad Bechler

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Der Beitrag von Konrad Bechler zeigte die Dilemmata auf zwischen bürgerlicher Selbstorganisation, staatlicher Daseinsvorsorge und gemeinschaftlichem Infrastrukturaufbau. Er wies darauf hin, dass eine Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und privater Hand Steuerung braucht. Er benennt insbesondere drei Kooperations- und Trägermodelle:

  • Vermietung der städtischen Gesellschaft, Inhalte und Bespielung durch Nutzerinnen und Nutzer
  • Vergabe an Nutzerinnen und Nutzer-Organisation, ggf. mit Inkubator-Gesellschaft
  • Kooperative Betriebsgesellschaft

Hamburger Sommergespräch zur Baukultur 2024 - London: Tim Rettler

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Unter dem Titel Good Growth in Local Economies beschäftigt sich London mit der städtischen Entwicklung und Förderung kreativer Milieus. Der Sichtbarmachung kultureller und kreativer Nutzungen kommt ein hoher Stellenwert zu. Dazu gehören insbesondere Industrie- und Hafenareale sowie High Streets. 

Ein besonderer Fokus beim Vortrag von Tim Rettler lag auf dem ehemaligen Industrie- und Hafengebiet Hackney Wick. Die obsolet gewordenen Raumtypologien wurden durch kreative Milieus umgenutzt. Im Zusammenspiel mit der Olympiade 2012 folgte ein Aufwertungsprozess (beispielsweise der Ausbau der ÖPNV-Anbindung). Heute stehen Erdgeschossnutzungen im Fokus. Bei der Umsetzung spielen Zwischennutzungen (meanwhile space) eine wichtige Rolle. Hierfür werden städtische Flächen bereitgestellt.

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Ergebnisprotokoll Sommergespräch Baukultur

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